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Canyoning Korsika 2018

Wie alle zwei Jahre haben wir es auch 2018 Anfang Mai zu einem Canyoning-Trip geschafft. Diesmal sollte es etwas länger werden und so sind wir nach Korsika gefahren. In bewährter Manier und mit dem Wunsch es besser wie beim letzten Mal zu machen stürzten wir uns ins Abenteuer. Unsere Unterkunft hatten wir in der Nähe von Sari-Solenzara da sich dort im Bavella Tal bzw. Pass doch einige Möglichkeiten zum Canyoning anboten. Hier folgend nun einige Erinnerungen an die Canyons.

Polischellu

Angefangen haben wir mit einem der mir schon bekannt gewesen sein sollte, wie ich dann aber im Bach stand hatte es etwas gedauert bekannte Elemente wieder zu finden. Die Tour war schön, von Zustiegsdauer zu Canyonspaß kaum zu überbieten und etwas „schönes“ zum warm werden.

Macini

Auch dieser Bach war schon bekannt, diesmal mit etwas mehr Wasser als zuletzt hat er sich gerade am Schluss als dann doch „interessant“ herausgestellt. Beim Zustieg könnte es ggf. bei der Aussichtsstelle vor der Rechtskurve eine Möglichkeit geben in die Schlucht zu gelangen (möglicherweise Seilverwendung notwendig). Dann würde man sich das Bachgelatsche zu Beginn sparen was der tollen Schlucht etwas die Attraktivität nimmt. Am Ende gab es die Möglichkeit orthographisch rechts oben über den Baum abzuseilen und so dem Wasser etwas auszuweichen. Nichts desto trotz war schon etwas Wasserdruck vorhanden.

Purcaraccia

Diesmal ein neuer Bach, der leider erst nach einem etwas längeren Fußmarsch erreicht werden kann, man kommt dann aber voll auf die Kosten. Das Wetter war leicht regnerisch und ich hatte gehofft, dass dieser Bach (wie schon zuvor auf den Fotos ersichtlich) genügend Fluchtmöglichkeiten bieten würde wenn es dann doch mal zu viel Wasser sein sollte. Guten Wasserstand hatten wir, schon beim Bach queren in den ersten Gumpen kam ein Seil zum Einsatz. Der Zustieg hat sich nach den ersten Gumpen orthographisch links hochgezogen. Man konnte von dort alle Stellen gut einsehen. Die letzten oberen Stellen hatten wir dann weggelassen, da das was wir vor uns sahen schon völlig ausreichte. Erste stelle im Bach hat uns schon die Füße weggezogen aber danach kam so richtig Fahrt auf. Einige Spungmöglichkeiten, fette Rutschen und fette Abseiler, so könnte man die Schlucht beschreiben. Im Mittelteil gibt es eine Engstelle welche wir diesmal umgangen sind. Die hohen Abseiler sind alle außerhalb des Wassers machbar (was bei diesem Wasserstand meiner Meinung nach auch erforderlich ist). Kleiner Wermutstropfen, die 30min Rückweg.

Richusa

Auch diesen Back kannten wir schon, von der Erfahrung her war das aber etwas Gelatsche. Dem Hinweis welchen in mir das letzte mal notiert hatte folgend haben wir diesmal versucht den Aufstieg orthografisch rechts zu suchen und wurden nach kurzem Suchen auch fündig. Man geht den Bach entlang bis zu den Engstellen quasi, dann
orthografisch rechts hoch, sehr steil einem kleinen Pfad folgend und erreicht schon bald einen kleinen ziemlich ebenen Weg dem man folgt bis man wieder zur Schlucht hinunter kann, dort ist dann quasi der Einstieg zum interessanten Teil der Tour. Auch hier hatten wir gut Wasser aber alles im grünen Bereich. Sprünge, Abseiler und kleine Rutschen wechseln sich ab, Gehstrecken such man vergebens.

Ciuffatu

Den Zustieg haben wir trotz Infos/Karte/GPS nicht so gefunden wir es sein sollte und unser Auto wollten wir nicht auf der ausgespülten Schotterstraße verwenden. Eventuell ist die Straße zum hochfahren eine Option mit Autoumstellen was den Bach interessanter machen könnte. So sind wir der Straße folgend hoch gelaufen, den Bach zu finden war kein Problem. Allerdings standen wir im Bach in einer Art grün-braunen Sauce, die Steine waren dementsprechend glitschig. 100m später kam auch schon das Highlight, ein 50er Wasserfall an etwas spärlicher Bohrung. Danach wars dann quasi fast nur noch Gelatsche, nicht empfehlenswert außer für „Sammler“.

Vacca

Der Zustieg war einfach zu finden und zum Schluss etwas steil bergab und leicht rutschig. Im Bach war dann doch gut Wasser. Nachdem wir zweimal „kreiseln“ mussten haben wir die weitere Tour gespottet und uns für einen Ausstieg entschieden. Entscheidung war richtig, Wasserstand im Laufe des Tages auch noch steigend.

Gaglioli

Als Alternativtour für diejenigen die in der Vacca noch nicht müden wurden sind wir in einem Fluß gegangen, an dem wir die Tage zuvor immer wieder Leute gesehen hatten, welcher uns aber nicht bekannt war. Um den Fluss zu erreichen fährt man von Solenzara in Richtung Bavella Pass und dann wo auf der rechten Seite der Ciuffatu rauskommt geht etwa 500m davor links der Gaglioli rein (siehe auch 1:25000 Karte). Zustieg zuerst dem Bachbett folgend bis man zu einer Gabelung kommt, dann dem linken Ast kurz folgen und dann einem schmalen Pfad den Hügel hinauf. Oben angekommen (nach etwa 15-20min) warten einige nette Canyoningstellen auf uns, ein gemütlicher Anfängercanyon.

Muratellu

Dieser Bach hat sich in Angesicht der Wetterlage (Frühling + Regen = Viel Wasser) als richtige Auswahl herausgestellt. Im Sommer wahrscheinlich eine fast trockene Abseilpiste haben wir hier (meist) herrliches Canyoning genossen. Man fährt über den Bavella Pass und dann auf der anderen Seite bei einer Aussichtsplattform ist der Einstieg. Beim ersten Abseiler (Abseilstand nicht gefunden, Baum benützt) hätte sich ein 60m Seil ausgezahlt. Ich bin nach 50m in einem Baum/Gestrüpp/Stacheln gehängt um den zweiten Stand zu machen, 5m darunter war ein schönes Plato. Danach geht es Schlag auf Schlag eine tolle Abseilpiste, meist zwei Bohrhaken mit einem Schlingerl verbunden, manche davon haben wir getauscht. Später dann wird es etwas moosiger bis man dann auch schon den Riesensteinmann findet und der Ausstieg naht. Vom Steinmann quert man dann den kleineren Steinmännern folgend in einen zweiten Bach. Dort wussten wir dann nicht mehr weiter und wir sind dem Bach gefolgt und später dann mühselig durch die Stacheln einen steilen Hang hinaufgeklettert bevor wir durch den Wald nach einer gefühlten Ewigkeit den Feldweg erreichten. Richtigerweise hätten wir im 2. Bach sofort den Feldweg laut Karte anpeilen sollen, der dort wahrscheinlich bereits nach 5min Busch erreichbar gewesen wäre.

Purcaraccia (zum 2. Mal)

Nachdem wir bei dem ersten Mal weniger Leute waren und wir was verloren hatten und der Wasserstand wesentlich niedriger war und die Tour ruhig öfter gegangen werden kann haben wir uns nochmals aufgemacht den Purcaraccia zu besuchen. Im Vergleich zum ersten Mal hatten wir nur etwa halb soviel Wasser und wir haben diesmal von ganz oben gestartet. Beim Zustieg im letzten Teil war es ganz schön glitschig nass, hier aufpassen, einige von uns sind ausgerutscht, zum Glück ist keiner hinuntergefallen. Bei den großen Abseilern bin ich diesmal durch Wasser gegangen, einmal mit Rucksack was ich so nicht mehr machen werde. Auch den Mittelteil konnten wir diesmal bewältigen, auch wenn ich einen der Stände in diesem Bereich doch etwas außerhalb der Wasserführung gewählt habe. Die verlorene Rolle konnten wir leider trotz intensiver Bemühungen nicht mehr finden, es war einfach zuviel Weißwasser.

Piscia in Alba

Die gewählte Abschlußtour hatte wie schon beim Zustieg erkennbar einen erhöhten Wasserstand. Leider hatten wir auch nicht sehr genaue Informationen wie die Tour aussehen wird, die meisten Details kamen von Fotos, wo wir aber nicht genau wussten wie viel Wasser diese Stellen wirklich vertragen würden. Wir ließen uns aber nicht unterkriegen und nachdem ein Rückzug zu Beginn immer möglich erschien stiegen wir in den Canyon ein. Beim ersten Abseiler hatten wir bereits eine Seilbahn in Verwendung, es folgte Abseilen vom Gebüsch außerhalb des Hauptwassers. In dieser Tonart ging es weiter aber wir waren guter Dinge bis wir eine Kante erreichten. Dort vom Stand hinunterblickend sahen wir, dass sich das gesamte Wasser der Tour in dieser einen Rinne konzentriert. Damit hatten wir die Alternative von einem Baum orthografisch links über eine scharfe Kante abzuseilen (und zu hoffen, dass die zwei weiteren erwarteten Rinnen besser aussehen) oder versuchen die Tour zu verlassen. Wir haben uns dann für letzteres entschieden und sind (bis auf die ersten beiden Abseiler) alle Stellen wieder zurück hinauf geklettert. Danach konnten wir den Bach orthografisch links über moosige lockere Felsbrocken verlassen. In diesem Fall hatten wir Glück im Unglück, ein Auto hatte uns recht schnell aufgeladen uns so mussten wir die 2h nicht zu Fuß zum bereits überstellten Fahrzeug laufen.

Aufgrund meiner neuen Lebenssituation ist aktuell unklar, ob es in naher Zukunft wieder so umfangreiche Canyoningtrips für mich geben kann. So habe ich den Termin für 2020 vorerst einmal abgesagt, aber wir werden sehen was sich ergibt. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen die dabei waren, ich vermisse euch, ich hoffe wir sehen uns irgendwann mal wieder 😊.

Weltreise China, Lanzhou, Langmusi, Xian, Guangzhou und Dongguan

Liebe Reisebloglesende! Ich bin aktuell immer noch in China und möchte euch bereits jetzt (und nicht am Ende der Chinareise) informieren da sich sooo viele verschiedene Dinge ereignet haben, dass schwieriger wird für mich sich an all die Details und Geschichten ohne mein Reisetagebuch zu erinnern 😉 Ist wahrlich auch kein Wunder, da ich bis zuvor in China mehr an einzelnen Plätzen sesshaft war und nicht intensiv gereist bin. Das ist nun anders und dank meiner Chinesisch Kenntnisse auch einfach(er) möglich. Nun aber Alles der Reihe nach.

In meinem letzten Beitrag war die Rede von zurück nach Bali zu kommen und unterwegs an netten Plätzen zu stoppen. Das war dann auch so, in Lumajang wurde Halt gemacht und in Bali war ich dann erneut in der Gegend im Nordosten rund um Pemuteran. In der Nähe von Gitgit hatten wir ja zuvor einen Canyon erkundet. Im Internet konnte ich Topos dazu finden und so wurde versucht den Canyon zu besuchen. Im Endeffekt haben wir in zwei unterschiedlichen Bächen zwei nette Gumpen gefunden wo man gut baden und hüpfen konnte. Es war jetzt in der Badehose etwas frisch aber dann doch sehr nett, Wasser und Umgebung war sehr sauber. Einige Tage später ging es dann zurück nach Denpasar um den Flug nach China zu erwischen. Am Strand Nähe Sanur (einer der touristischen Gegenden im Süden von Bali) wurde ich noch spontan eingebuddelt, schwimmen im Meer war aufgrund des Drecks ein nur zum Teil erfreuliches Erlebnis.

Der Flug nach Chengdu war ohne grössere Vorkommnisse. Wie erwartet habe ich meinen Anschlussflug erneut verpasst und musste diesmal „nur“ weitere drei Stunden warten. Lustig war, dass die Airline mich direkt am Flugzeug abgefangen hat und mich „express“ zum Transferschalter durchgeschleust hat. Bis jetzt war mein Passport immer mehr als zwei Minuten in Prüfung (manchmal über eine Stunde) diesmal nur 10 Sekunden, meine mit Abstand schnellste Passkontrolle in China bei der Einreise.

Nun geht es ans Eingemachte, Reisepläne für die nächsten Monate werden gemacht. Ich beschließe zuerst in die Berge rund um Sichuan zu gehen da es jetzt noch warm ist. Ich besitze aktuell nur Bergschuhe und Flipflops und es ist dann doch schon kühl in Chengdu, ich beschieße die Lücke zu schließen und organisiere mir festere Turnschuhe, Socken und leichte Handschuhe. Mit Freunden aus Chongqing ist geplant in den nächsten Wochen gemeinsam zu reisen doch aus den Plänen wird nicht und ich breche spontan nach Lanzhou auf.

In Lanzhou gefällt es mit auf Anhieb. Die Leute sind sehr nett zu mir, lächeln mich an und sprechen mit mir einfach so auf der Strasse (ohne etwas verkaufen zu wollen). Es kommt mir vor als würden Reisende hier nur 1-2 Tage in bestimmten Bereichen bleiben. Ich finde ein Hostel in einem Wohnblock, akzeptabel für einige Tage aber für länger fühle ich mich dort nicht wohl. Die Jungs rauchen sehr viel, Bad und Toilette stinken widerlich und ich kann nicht wirklich gut schlafen. Zum ersten Mal bin ich derjenige welcher die anderen Laoweis (Foreigner) zum Hotpot ausführt. Im Restaurant spricht niemand English, so mache ich die Bestellungen und erkläre den anderen Reisenden wie es funktioniert, war sehr lustig für mich. Das Wetter hier ist aktuell etwas kühler wie in Chengdu aber wenn sonnig sehr angenehm mit 15 bis 20 Grad, bewölkt teilweise schon frisch mit rund 10 Grad. Ich versuche eine andere Unterkunft zu finden und werde schlussendlich auf Couchsurfing (welches ich seit Indien nicht mehr richtig in Verwendung hatte) fündig. Im abendlichen Berufsverkehr (Lanzhou hat noch keine U-Bahn) hab ich mich dann aufgemacht meinen Host zu besuchen. Zuerst haben mich die Busse nicht mitgenommen da zu voll. Dann habe ich versucht ein Didi (Chinesisches Taxi) zu buchen aber bin dann schlussendlich zu Fuß mit Sack und Pack auf die andere Seite des Flusses spaziert und habe von einen Bus genommen. Wie ich dann in meiner neuen Bleibe bin, bin ich ganz überwältigt, wie schnell es oft gehen kann vom einen Extrem ins Andere. In den nächsten Tagen geht es gemeinsam mit meinem Couchsurfing Host die Gegend erkunden, wir quatschen viel und tauschen Reisegeschichten aus. Einige der berühmten Dinge müssen wir natürlich sehen, eine spontan von den Lokals inszenierte Chinesische Oper im Park erfrischt, die Wassermühlen am Gelben Fluss sind interessant und laden zur Betätigung ein, die berühmten und umso leckereren Lanzhou Beefnoodels habe ich verschlungen, und so weiter und so fort. Rund um die Stadt sind einige Hügel, manche davon erkunde ich, andere (noch) nicht. Auch zum ersten Mal esse ich frisch gemachte Dumplings. Bis jetzt waren meine „Jiaozi“ immer vorab gemacht und dann im Wasserdampf warm gehalten aber die frischen schmecken einfach besser. Am Gelben Fluss gibt es viele Parks und auch einige „Schwimmstellen“. An einer dieser Schwimmstellen hat ein Hund versucht die Enten zu jagen aber mit eher wenig Erfolg und großem Risiko im Fluss mitgerissen zu werden (siehe auch Foto). Auch viele lokale Dinge sehe ich, z.B. wie eine Chinesische Bücherei von innen aussieht, oder auch was es mit den vielen kleinen Feuern in der Stadt auf sich hatte (zu bestimmten Zeiten im Monat des Chinesischen Kalenders werden zu Ehre der Verstorbenen und Gottheiten Geldbündel angezündet, natürlich keine Echten denn das Verbrennen von Geld ist in China verboten).

Nach einigen Tagen in Lanzhou geht es dann weiter mit dem Bus nach Langmusi. Das letze Erlebnis in einer Chinesischen Busstation welches ich in Erinnerung habe war nicht so erfreulich, ich habe mich damals etwa 2 Stunden durchfragen müssen um den richtigen Bus und das passende Ticket dazu zu finden. Diesmal war das viel viel einfacher, ich konnte sogar für die anderen Reisenden übersetzen. Die Busreise war etwa 6 Stunden in hügeliger Landschaft, in der Ferne waren erste Berge zu sehen. In Langmusi angekommen hat es mir gleich gefallen. Der Ort selbst mutet touristisch an aber viele Unterkünfte und Restaurants sind geschlossen. Ich treffe einige Chinesische Reisende aber sehe vorerst noch keinen westlichen Reisenden. Es gibt einige Kloster und der Großteil der Bevölkerung ist Tibetisch. Es wird zwar Chinesisch verstanden aber meistens höre ich Tibetisch. Ich schätze der Ort hat etwa 3-4 Tausend Einwohner, für Chinesische Verhältnisse also sehr sehr klein. In der näheren Umgebung gibt es einige kleinere Berge. Nachdem der Ort auf gut 3000m liegt wäre das bis zu einem 4000er nur eine Tagestour quasi. Am ersten Abend fällt der Strom aus und wir sitzen im Kerzenlicht. Zum Glück gibt es einen Kohleofen, da ist es immer schön warm und gemütlich. Einige der Tibeter in meiner Unterkunft singen wirklich gut, teilweise aber auch Lieder die nach Chinesischem Marsch klingen was mich etwas wundert. Am nächsten Tag strahlender Sonnenschein und ich mache eine erste kleine Erkundungstour in die Hügel hinter der Ortschaft. Aus der Erkundungstour wird die erste Bergtour und ich bin in etwa 4 Stunden auf einem der 4000er oben. Laut Altimeter hat der Gipfel nur gut 4000m aber danach in der Karte ist er mit 4100m und Mount Nianqing angegeben. Was immer dann stimmt ist nicht so wichtig, alles in allem war es eine schöne Wanderung, auch wenn ich mit einem halben Liter heißem Wasser plus den gefundenen Schnee definitiv zuwenig zu Trinken bei mir hatte. Am Abend wie ich heimkomme ist eine Geburtstagsfeier im Gange. Mittlerweile habe ich den einen oder anderen Nichtchinesen in der Umgebung getroffen und zu dritt werden wir eingeladen an der Geburtstagsfeier teilzunehmen. Zuerst geht es recht leise und langweilig zu aber später fangen die Tibeter wieder an zu singen und alle Gäste „dürfen“ ein Lied singen. Ich lasse mir etwas Zeit und die Jungs denken schon ich möchte kneifen, da fällt mir mit „dem Edelweiß“ der passende Song ein, es gefällt. Diesmal wird der Geburtstagskuchen nicht zur Kuchenschlacht verwendet, angeblich war es mit drei Stunden Autofahrt verbunden den Kuchen zu organisieren, Kostenpunkt 186Yuan. Dies ist das erste Mal, dass ich einen Kuchen in China etwas mag. In den nächsten Tagen bin ich weiter umher, unternehme zwei weitere Trekking Touren auch wenn keinen 4000er mehr. Dann plötzlich, ich bin gerade am Berg hinter einem Busch mein Geschäft erledigen, da fängt es auf einmal zu Schneien an. Aus dem bisschen Schnee wir schnell mehr und ich schaue, dass ich nach Hause komme. Nachdem die Sonne weg war ist es auf einmal sehr kalt und in den niederen Lagen gibt es vorerst Schneeregen, später schneit es. Ich wollte eigentlich die Runde weiter nach Aba, Zoige, Songpan, etc. bis nach Chengdu reisen, entschließe mich aber dann aufgrund der Wettervorhersage am nächsten Morgen den Bus zurück nach Lanzhou zu nehmen. Die Entscheidung hat sich als gut herausgestellt und was für eine Busfahrt das war. Auf der Strasse sind bereits einige Lkws abgerutscht. Teilweise parken die Trucks auch mitten auf der Strasse. Es schneit weiter und es ist Schneefahrbahn und teilweise leichter Stau. Zum Glück ist der Bus mit 6 Uhr sehr früh unterwegs. Später werden dann Ketten aufgelegt und es geht weiter. Für das erste Stück brauchen wir etwa 3 Stunden länger als geplant, damit ist aber alles noch im grünen Bereich, und schlussendlich komme ich in Lanzhou noch vor Abend an. Nach kurzer Pause hier geht es dann weiter nach Xian.

Einige der Reisenden welche ich am Weg getroffen habe hatten mir empfohlen nach Xian zu kommen. Hätte ich zuvor gewusst was mich erwartet wäre ich wahrscheinlich nicht gekommen. Die Innenstadt von Xian ist von einer Stadtmauer mit Burggraben umgeben. Die Mauer kann begangen und auch mit dem Rad befahren werden was ganz nett ist aber auch viele Touristen anlockt. Im Stadtkern selbst geht es sehr laut und touristisch zu. Ich mache die eine oder andere schlechte Erfahrung. Was ich hier mag, ist meine Unterkunft in dem nicht touristischen Teil des Muslimviertels. Nicht nur, dass ich mein Zimmer, ein 4-Betten-Dorm für mich alleine habe, nein mit 25Yuan pro Nacht ist es noch ausgesprochen günstig. In der näheren Umgebung gibt es essenstechnisch einiges zu erkunden, einen vollen Bauch bekommt man schon um umgerechnet 8-12Yuan. Nach einigen Tagen gelingt es mir Kontakt zu den Einheimischen aufzunehmen und es wird zunehmend netter. Gemeinsam mit dem Fahrrad wird die Umgebung von Xian erkundet. Das Fahrrad kann um 1Yuan pro Stunde an den diversen Fahrradständern in der Stadt ausgeborgt werden. Ich bin in einem Nudelrestaurant wo die Nudelschüsseln am Förderband daherkommen, mit verschiedenen Farben je Geschmacksrichtig (ich esse „nur“ 7 Schüsseln). Weitere Schmankerl werden verkostet, u.a. der „Chinesische „Hamburger“, lecker, viel besser als sein Amerikanischer Kollege. Eines Tages gehe ich von meiner Unterkunft auf die Strasse und es herrscht sehr dichtes Gedränge, an diesem Tag ist lokaler Markt im Viertel und die Strassen sind schwer verstopft. Es dauert fast eine halbe Stunde bis ich aus dem Gewühl draußen bin. Einige Chinesen machen mich aufmerksam, dass ich meinen Rucksack nicht am Rücken tragen soll. Es scheint als würde es in touristischen Gegenden gehäuft zu „Vorfällen“ kommen, ich habe aber bis jetzt von anderen ausländischen Reisenden noch nichts gehört und auch nichts gesehen, bin aber wie immer, etwas vorsichtig im Gedränge. Nach Xian geht es weiter in den Süden und die Ostküste hoch, so der Plan. Der günstigste Flug geht nach Guangzhou, also nehme ich den. Eigentlich wollte ich ja den Zug nehmen aber nachdem der Flug nur die Hälfte kostet habe ich mich dafür entschieden.

In der Stadt selbst fühle ich mich auf Anhieb wohl. Guangzhou ist die westlichste chinesische Stadt in der ich bis jetzt besucht habe, man sieht die Einflüsse anderer Kulturen und hört auch diverse Sprachen. Ich bin schon gespannt wie es mir in einigen Wochen in Shanghai gefällt. Meine Unterkunft ist in einer Wohnung in einem Wohnblock untergebracht. Die Anreise mitten in der Nacht stellt sich als abenteuerlich heraus, ich muss mich durchfragen, nach 6 oder 7 Personen habe ich dann aber das richtige Haus gefunden. Im Bus von Flughafen habe ich Freundschaft mit einigen Lokals geschlossen, in den Tagen danach wird gemeinsam die Stadt erkundet, gut gegessen und viel gesprochen. In einigen alten Stadtvierteln sieht man ganz lustige Gebäude die teilweise in einem gemischten Stil gebaut wurden. Viele Chinesen kommen hier her um Fotos zu machen. Generell in der Chinesischen Kultur sind Fotos sehr sehr wichtig, besonders wenn man sich damit selbst gut darstellen kann und die Farben knallig sind. So haben viele der Chinesischen Smartphone Hersteller darauf reagiert und bieten von Haus aus „modifizierte“ Kamera Anwendungen an welche die Haut weißer, das Gesicht Pickel frei und die Umgebung knallig darstellen. Eines Morgens werde ich von dem Lärm vor meinem Fenster geweckt und schaue hinaus, es findet gerade eine Feuerwehrübung statt, sieht fast wie ein Wettbewerb aus so schnell wie die herumlaufen. Nach einigen Tagen geht es weiter mit dem Zug nach Dongguan. Am Bahnhof wird mein Gepäck extra gründlich durchsucht. Zuerst verstehe ich nicht ganz was vor sich geht, dann aber ist es klar, die haben nach „verbotenen Substanzen“ gesucht. Meine homöopathischen Kugelküchen kann ich nur mittels Übersetzer erklären. Mein Brotmesser, meine Schere und mein Schweizer Taschenmesser müssen weg und dürfen nicht mit in den Zug. Da hilft alles beschweren in den diversesten Sprachen und auch vorsprechen beim Boss nicht. Ich sage, das Messer ist sehr teuer und ich verzichte lieber auf das Zugticket. Danach „erlaubt“ man mir den Bahnhof zu verlassen und die Post gegenüber zu besuchen um das Messer nach Hause zu senden. Ich hatte zuvor eine Sicherheitskontrolle mit sehr wenig Andrang gewählt, also dachte ich mir, warum nicht erneut versuchen und wolla. Später in Dongguan erfahre ich von Freunden das es vor einigen Jahren mit einem Laowei zu Zwischenfällen gekommen ist (die Rede war von großem Messer und Arm verloren) und ich daher so streng kontrolliert wurde was ich irgendwie auch verstehen kann.

Die Stadt in der ich als nächstes bin ist Dongguan. Der Grund warum ich hier bin sehr speziell, ich habe in einem Buch davon gelesen und das Buch ist in China nicht wirklich erhältlich aber Insidern bekannt. Daher wollte ich mir das ganze Vorort genauer ansehen. Nachdem in Lanzhou das Feedback bei Couchsurfing so gut war habe ich hier das selbe versucht und war überwältigt. Umgehend konnte ich mehrere Schlafplätze finden und Kontakte knüpfen. Bis jetzt hatte ich noch nie die Situation, dass in Couchsurfing alle Anfragen beantwortet wurden, dies ist nun in Dongguan zum ersten Mal geschehen was mich sehr gefreut hat. Ein Grund dafür ist, dass die Stadt selbst nicht touristisch ist, allerdings einige Expats hier leben und in den Fabriken arbeiten. Die Chinesen sind also Ausländer gewohnt aber nicht in einem sehr touristischen Sinn. Das merke ich sofort wie ich einige traditionelle Viertel der Stadt besuche, die Leute plaudern mit mir, sind nett, lassen mich von Dingen probieren aber starren mich nicht die ganze Zeit komisch an. Ich genieße es sehr hier umher zu sein. In einigen Strassen werden noch viele Dinge per Hand gemacht, so sehe ich wie die Chinesischen Drachen und Trommeln für das Frühlingsfest entstehen. Auch viele Shops sind sehr alt, wie die verkaufte Wahre und der Besitzer selbst. Man fühlt sich 20-30 Jahre in der Zeit zurückversetzt wenn man durch diese Gassen geht aber die Gegend stirbt auch langsam aus. In einigen Jahren werden auch hier, wie an so vielen anderen Orten, Hochhäuser stehen. Um eine Fabrik von innen zu sehen muss man zuerst um eine Einladung bitten. Zufälligerweise muss ein Freund von mir eine Firma besuchen und nimmt mich kurzerhand mit. Ich bin offiziell ein Client aus Europa, meine Reisekleidung passt nicht ganz zu der erzählten Geschichte aber es klappt. Die Dinge die ich sehe stimmen mich nicht extrem kritisch aber doch nachdenklich. Arbeiten und schlafen am selben Ort ist hier sehr sehr üblich, der Monatslohn liegt bei etwa 400 Euro. In den letzten Jahren sind die Löhne angeblich massiv gestiegen, daher sind viele der Fertigungen sind in andere Gegenden abgewandert. Wirklich zufrieden hatte ich das Gefühl war niemand der in einer Fabrik beschäftigt war, weder Leute mit denen ich auf der Strasse gequatscht hatte noch was ich Vorort gesehen habe. Am Abend nach dem Fabriksbesuch treffe ich mich mit Freunden um ihre Mannschaft beim Kleinfeld Fußballturnier anzufeuern. Wie es sich ergibt erreicht die Mannschaft den ersten Platz und das muss ausgiebig gefeiert werden. Wir sind gemeinsam mit den Spielern in einem Restaurant, es wird gegessen und getrunken. Nach einiger Zeit fangen einige Personen an zu singen, es klingt für mich als würden sie etwas einfordern und dann plötzlich ist jeder ganz massiv mit dem Telefon beschäftigt und auf einmal geht es rund. Ich verstehe zuerst nicht woher das Geschrei und all die Emotion kommt aber nach 1-2 Minuten ist mir klar wie der Hase läuft. In Wechat (eine Mischung aus chinesischem FB, WA und Bankaccount) werden in der Gruppe „Rote Pakete“ verschickt. Je schneller jemand auf die Nachricht drückt umso mehr Geld bekommt er, und die Mitarbeiter (bei dem Fußballteam handelt es sich um Angestellte eines Krankenhauses) haben ihren Boss aufgefordert doch ein rotes Paket zu senden und damit Geld an alle in der Gruppe zu spenden (welche schnell genug drücken). Das Ganze nimmt Fahrt auf und in Sprechchören werden die anderen aufgefordert auch etwas zu spenden. Einige Leute rennen zum Bankomat und holen Bargeld, der Boss stopft es sich ins Hemd und schickt die nächste Nachricht. Nach einiger Zeit ist das Hemd schon ganz voll und wahrscheinlich der Bankaccount vom Boss leer und andere übernehmen die Aufgabe. Es geht etwa eine Stunde so weiter, zwischendurch wird gequatscht und gesungen. Ich schätze gesamt wurden an diesem Abend wund 2000 Euro „verschenkt“, ein sehr schönes Erlebnis wenn ich zurückblicke. Tags darauf bin ich mit einigen Leuten von Couchsurfing plus Freunden mit dem Fahrrad unterwegs. Es wird während der Fahrt viel geplaudert und ich fühle mich als würde ich zu Hause am Wochenende etwas mit meinen Spetzeln unternehmen, sehr sehr nett. In den nächsten Tagen geht es in diesem Ton weiter, wobei wie immer wenn man tiefer in eine Umgebung eintaucht, höre ich auch die eine oder andere nicht so schöne Geschichte. Etwa eine Woche später geht es dann mit dem Schnellzug (500km in drei Stunden um rund 20 Euro) in die nächste Stadt, Xiamen, welche ich im nächsten Eintrag erwähnen möchte.

In den nächsten Tagen möchte ich ich via Boot einen Abstecher nach Taiwan machen, danach geht es weiter die Ostküste hoch bis nach Shanghai. Von dort fliege ich dann im Dezember nach Spanien und später dann weiter nach Bogota in Kolumbien. Aktuell bin ich bereits intensiv mit dem Spanischen beschäftigt.

Liebe Grüsse aus 厦门 (Xiamen),
Max

Canyoning in Friaul im Mai 2016

Zwei lange Jahre hat es gedauert, aber meine Vision von 2014 wurde dann doch noch wahr. Canyoning in Friaul!

Letzten Sommer sprachen wir einen passenden Termin ab, und Keiner ließ lange auf sich warten. Flüge wurden gebucht, Ernst fand schnell die passende Unterkunft und dann hieß es wieder einmal Monate und Wochen zählen.

Diesmal waren wir dann 8 unerschrockene Canyonauten, die sich auf den Weg nach Friaul machten. Wenn „Mann“ und „Frau“ den ganzen Winter nicht unterwegs war und Entzugserscheinungen hat, kommt es schon mal vor, dass auf dem Weg nach Italien in Kärnten angehalten wird.

Eine kleine Vortour, zum warmlaufen sollte es sein! Naja, die Vorderberger Klamm war mit ihrem Wasserstand eher eine Herausforderung, als eine Vortour, aber Max, Basti und ich wollten es ja nicht anders. Spülen! Schleudern! Trocknen! Schön war es!

In Friaul angekommen ging es dann auch gleich mit der Planung der Touren los. Bei dem reichhaltigen Angebot an Schluchten, war es schwer zu entscheiden.

Welche Abenteuerspielplätze sollten wir nur wählen. Favarinis, Pissanda mit viel totem Tier, Lavarie die Seilfresserschlucht und Simon gingen gut von der Hand. Dann stand ein „Pausentag“ im Klettergarten an, bei dem es mehr ums Chillen ging, als ums Klettern.

Da eine kurze Schlucht nach einem Pausentag nicht reichte, mussten es dann gleich zwei an einem Tag sein. Agaviva und Gasparini ließen sich aber auch gut kombinieren.

An Tag 8 dann ein besonderes Schmankerl! Hätte ich doch bloß nicht ausgesucht! Max, Ernst und ich im Brezzi. Der Zustieg verlangte Ernst und mir alles ab. Steil,steil, steil….Heiß, heiß, heiß….. Zwischendurch wünschte ich mich zu dem Rest der Gruppe, die einen entspannten Pausentag machte. Die Not war aber schnell vorüber, als wir im kühlen Bach standen und die hart erarbeiteten Höhenmeter auf dem Weg runter genießen durften.

Am letzten Tag ging es dann in den Brussine. Immer wieder schön die Schlucht vor allem der Schlußabseiler und die Fellaquerung, die diesmal unkompliziert war.

Alles in Allem hatten wir eine sehr entspannte und lustige Zeit in Friaul. Die Tage vergingen wie im Flug. Mit vielen schönen Bildern im Kopf und einem breiten Grinsen im Gesicht freue ich mich auf die nächsten gemeinsamen Abenteuer in……………………

Steffi

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Anbei ein kurzer Überblick über die begangenen Touren mit Foto (von Max).

Vorderbergklamm:

Der Bach ist für erfahrene Canyonauten auch im Frühling empfehlenswert, wir hatten (wie auf den Bildern ersichtlich) etwas mehr Wasser aber keinen Probleme. Würde den Bach jederzeit wieder gehen, das nächste Mal allerdings orografisch rechts aufsteigen (und nicht links) und eventuell nicht als erste Tour in der Saison bei diesem Wasserstand 😉

Torrente Favarinis:

Immer wieder nett. Beim Zustieg gäbe es eine Varianten bei dem ersten verfallenen Haus schon den Abhang hinunter zu queren und dadurch etwa 30min Bachgelatsche zu sparen. Becken teilweise mehr Schotter als beim letzten Mal, nicht alle Sprünge möglich.

Torrente Pissanda:

Nachdem schwere Gewitter angesagt waren der richtige Bach für so eine Situation. Sprung zum Start, mehrere Rutschen, viele Abseiler und viel Getier. Unter anderem liegt aktuell ein Steinbock mit etwa 40cm Hornlänge in der Schlucht, imposant.

Rio Lavarie:

Der mittlere Zufluss des Rio Laverie hat im oberen Teil einen 20m und zwei 50m Abseiler. Beide 50m Abseiler sind sehr brüchig und haben frische scharfe Kanten, passt auf eure Seile auf! Im unteren Teil alles wunderbar wie gehabt.

Rio Simon:

Vom Simon wurden wir noch nie enttäuscht, auch diesmal Canyoning vom Feinsten. Becken sind teilweise etwas zugekiest.

Rio Agaviva:

Als Vortour zum Rio Carlo Gasparini ok, abwechselnd eng/offen/eng/offen. Rückweg benötigt ca. 20min Bachgelatsche.

Rio Carlo Gasparini:

Ideal kombinierbar mit Rio Agaviva da man direkt vom Ausstieg des einen in 10min zum Einstieg des anderen kommt. Wer ein zweites Auto am Parkplatz zwischen den beiden stehen hat kann sogar noch gemütlich Mittagsbrotzeit machen. Tour ähnlich wie Rio Agaviva, jedoch etwas sauberer, besser eingebohrt und länger. Am Ende seilt man in die Arzinoklamm und lässt sich dort etwa 200m treiben, bei unserer Begehung war das Wasser richtig schön und warm, ein wunderbares Erlebnis.

Rio Brezzi:

Zustiegsweg ist oben mit Taschentüchern markiert und führt bis auf 800m zur Hütte. Der Weg muss bereits vorher auf etwa 730m nach rechts durch das Gemüse in die Schlucht verlassen werden. Davor und danach befinden sich Abbrüche. Tour ist eine reine Abseilschlucht und eher für Schlechtwetter/Hochwasser geeignet. Hakensituation teilweise spärlich. Tour hat nach dem Wanderweg viele Abkletterpassagen und nur mehr 4 Abseiler, eventuell direkt den Wanderweg nehmen. Tourdauer von 2h wie in Cwiki angegeben nicht realistisch, eher 3-3,5h.

Rio Brussine:

Immer wieder schön. Eventuell beim Zustieg bereits etwas früher in den Bach queren um Bachgelatsche zu sparen. Die Fella Querung war diesmal ohne Seil möglich.

Canyoning in Neuseeland

Ich bin leider in Neuseeland canyoningtechnisch nicht so intensiv herum gekommen wie das geplant war, eventuell sollte ich mal mit einer kleinen Gruppe einen Canyoningtrip nach Neusseland andenken. Die Canyons die ich begangen habe sind alle in der Gegend rund um Wanaka und Queenstown. Im Vergleich zu den Canyons welche ich bis jetzt begangen habe war in Neuseeland das Wasser doch deutlich frischer, der Zustieg oft mit viel Busch verbunden und der Canyon selbst oftmals falsch oder kaum eingebohrt. Das mit der Kombination das du im Nirgendwo bist, ohne GPS und PLB quasi aufgeschmissen macht das dann doch zu einem Abenteuer.

Canyoning ist in Neuseeland noch sehr jung, mit NZOIA ein Canyoningzertifikat vorhanden und auch ein erstes Canyoningfestival gab es bereits. Viele der Personen die ich in den Canyons getroffen habe verwenden Caving und oder Kajak Equipment. So gab es zum Beispiel bei einem Trip das Problem mit dem Hängenbleiben am Ast mit der Schwimmweste im Weißwasser ohne Kappgerät. Ist zum Glück glimpflich ausgegangen aber Kappgerät ist Pflicht und Schwimmweste hat im Canyon nichts verloren (bis auf Spezialfälle auf die ich gerne in einer persönlichen Diskussion eingehe). Eine Übersicht welche Canyons des öfteren begangen werden findet man hier http://www.kiwicanyons.org/legend/ und es gibt weiters auch bereits einen ersten Canyoningführer, siehe hier http://www.kiwicanyons.org/guide-book/. Viele potentielle Canyons sind noch unbegangen, teilweise befinden sich die Canyons auf Privatgrund und eine Genehmigung muss vorher eingeholt werden. Nicht zu vergessen, einige der Canyons sind DIDYMO infiziert( http://www.kiwicanyons.org/didymo/), das bedeutet nach jedem Trip muss das Material gesäubert, für eine bestimmte Zeit in einer Lösung eingelegt werden (hängt von der Lösung ab) und danach getrocknet werden.

Hier nun ein kurzer Kommentar zu Canyons die ich begangen habe. Mehr Informationen dazu sind auf Kiwicanyons.org bzw. im Canyoningbuch zu finden.

Cross Creek

Ein netter, offener und einfacher Canyon, Hauptcharakter gehen und springen. Wir haben dort gemeinsam mit dem lokalen Search and Rescue Team eine SAREX Übung gemacht. Ich war zu Beginn „Verletzter“ und hatte ein gebrochenes rechtes Bein. Später haben wir dann mit der Trage gearbeitet. Für mich das erste Mal, dass ich so etwas in einem Szenario durch den Canyon in den diversesten Rollen miterlebe. Der Canyon selbst hat ein sehr gutes Verhältnis Zustieg zu Abstieg und wird auch kommerziell begangen. Es ging einige kürzere Abseiler (ich glaube 20-30m war das Maximum) und einige tolle Sprünge. Gerade im unteren Bereich geht es Schlag auf Schlag. Alles in allem eine nette Halbtagesgeschichte wenn man schon mal am Haas Pass ist (Start typischerweise von Wanaka). Aktuell habe ich dazu leider keine Bilder, ich hoffe die bekomme ich dann später noch.

Leaping Burn

Im Rahmen des Festivals haben wir den Leaping Burn Max gemacht, eine ganz nette Tour auf Privatgelände in der Nähe von Wanaka. Verhältnis von Zustieg zu Trip ist ok, wenn auch der Trip viel zu schnell schon zu Ende war. Es wechseln sich Abseiler (ich glaube bis zu 40m) mit Sprüngen ab, Hauptcharakter sind Abseiler. Zum Abschluss gibt es einen netten 12-13m Sprung in ein großes Becken. Auch hier fehlen mir aktuell die Bilder welche ggf. nachgereicht werden.

Imp Grotto

Etwas weiter weg vom Haas Pass in Richtung Westküste ist Imp Grotto. Ein sehr kurzer Trip mit Hauptcharakter Abseilen. Start mit einem netten Sprung, vielleicht 8-10m. Danach folgen einige Abseiler, Höhepunkt ist kurz vor Schluss ein 40m Abseiler im Wasser. Gegeben der Langen Anfahrt ist diese Tour nur in Kombination mit den anderen trips in der Umgebung lohnend. Hier einige Bilder.

Robinson Creek

Einer der wohl am meisten begangenen Canyons in der Gegend, eine nette Halbtagestour. Ist vom Zustieg zu Zeit im Canyon lohnend und bei mehr Wasser sicher spaßig. Es wechseln sich kleine Sprünge und Abseiler ab. Es gibt einen offenen Teil bevor es eingeschnitten wird, ein eindrucksvoller Wasserfall mit vielleicht 30m stellt den Höhepunkt dar. Liegt gleich neben Cross Creek, so eine nette Kombination der beiden. Hier einige Bilder.

Wilson Creek

Die angebliche Top Tour in der Umgebung. Der Zustieg dauert bereits über eine Stunde und ist mit Orientierungsproblemen und einem steileren Abstieg zum Canyon verbunden. Der Trip selbst ist eindrucksvoll aber dann doch nichts wirklich besonderes (ich weis, ich weis, Tessin, Friaul und co. legen die Latte hoch). Bei unserer Begehung war der Wasserstand niedrig und wir hatten keinerlei auch nur ansatzweise Wasserprobleme. Ich hätte gerne den Julie Pool bei mehr Wasser besucht. Hauptcharakter Abklettern und gehen gefolgt von Abseilen und Springen in einer sehr eindrucksvollen Kulisse, hier einige Eindrücke.

Zig Zag Creek

Den Zig Zag am selben Tag wie den Wilson zu machen war eine nicht so gute Idee. Hautgrund dafür war der Zustieg. Zwei Stunden Buschbasching vom feinsten und ich war müde und kaum geschlafen (Dank Base Wanaka), hatte weder eine lange Hose noch ein Tshirt an, die Stimmung war wie wir dann etwas gedrückt und wie wir endlich im Canyon waren, besser. Die Tour ist eine tolle Abseilpiste im Wasser, auch bei mehr Wasser machbar und toll. Abseiler bis zu 60m teilweise flacher teilweise fast vertikal gemixt mit Gehgelände und kleineren Sprüngen. Die Absicherung ist an manchen Stellen nicht ideal. Wenn der Zustieg nicht wäre oder jemand sich die Mühe macht und das Gebüsch stutzt dann doch eine nette Tour. Verhältnis von Zustieg zu Trip nicht lohnend. Highlight ein 60m Wasserfall, hier einige Bilder.

Stewarts Creek

Mit Abstand der anspruchsvollste und beste Trip den ich bis jetzt in Neuseeland gemacht habe. Zustieg war nicht ganz so kompliziert und auch nicht so dicht wie angenommen. Nach knapp 3h erreichten wir den Bach. Zuerst konnten wir überhaupt keine Sicherungen finden und mussten Bäume, Gebüsch, Steine und uns selbst als Ankerpunkte verwenden, später dann konnten wir manchmal einen Haken finden, oft an der falschen Stelle platziert und damit beim nächsten Hochwasser potentiell weg. Zu unserem Glück war bei unserer Begehnung niedriger Wasserstand, ansonsten wäre oftmals das Erreichen potentieller Sicherungen oder abenteuerlichen Abkletterpassagen nicht ohne zusätzliche Sicherung möglich gewesen. Hauptcharakter der Tour war Abseilen, gefolgt von teilweise sehr technischen Sprüngen. Beides in grosser Menge vorhanden, mit wenig Gehgelände dazwischen. Laut Beschreibung war der größte Wasserfall 30m, wir waren aber froh unsere 2x40m + 1x60m zu haben. Sollte jemand eine potentielle Begehung planen würde ich empfehlen Bohrmaschine und mindestens 20 Haken plus Seilreste mitzubringen. Der Canyon ist im Buch nur grob beschrieben, ich habe eine weitere Beschreibung der Begehung mit mehr Informationen hier gepostet: http://www.kiwicanyons.org/stewarts-creek-v4a3iv/ Leider hat meine neue Kamera beim Wilson Trip etwas Wasser abbekommen, so habe ich von diesem Trip keine Bilder.

Weltreise Neuseeland, Erneut in Queenstown

Nach den intensiven und sehr abwechslungsreichen Reisemonaten ist es jetzt gerade richtig wieder einen geregelten Tagesablauf zu haben. Dies ist möglich Dank der erhalten Arbeitsgenehmigung in Neuseeland als Canyoning Guide. Typischerweise sieht mein Tagesablauf jetzt wie folgt aus: Aufstehen, Frühstück, Canyoning, Abendessen, Schlafen mit leichten Variationen. Die Buchungslage ist aktuell ziemlich dicht, so habe ich im letzten Monat 3 Tage nicht gearbeitet, aber nun alles der Reihe nach.

Zu Beginn wie ich wieder in Queenstown war habe ich mit den anderen Leuten aus dem Hostel einige nette Treks in der Umgebung unternommen. Das Paket mit meinen Canyoningsachen ist dann leider nicht wie geplant angekommen und ich musste hier einige Dinge neu kaufen um in die Canyons gehen zu können. War am Anfang ein recht bunt gemischter Mix der da an meinem Gästegurt herumgebaumelt ist, mittlerweile nach 5 Wochen ist das Paket aber aufgetaucht und alles ist gut.

Weihnachten war diesmal definitiv anders. Die Firmenweihnachtsfeier haben wir am Stand verbracht mit Grillen, Raftrace und Sitzen auf Santas Schoss und Geschenke bekommen. Dann im Hostel haben wir am 25. ein grosses Essen veranstaltet. War sehr nett, wenn auch einige der jüngeren Gäste dann doch sehr betrunken waren.

Rund um Queenstown gibt es einige nette Rockclimbing Plätze, so habe ich dort den einen oder anderen Kontakt geknüpft und manchmal am Abend nach Canyoning gehen wir klettern. Mögliche Mountaineering Trips auf die Berge in der Umgebung sind in Planung, mal schaun ob sich da etwas ergibt.

Zu Silvester haben wir dann im Hostel kräftig gefeiert und sind dann gegen Mitternacht zum Strand am See gegangen. Feuerwerk war ganz nett, um Mitternacht haben sich dann viele in den See geschmissen, war lustig. Ich musste leider am nächsten Tag um 7Uhr aufstehen wegen einer weiteren Canyoningtour, so bin ich dann bald ins Bett gegangen.

Canyoning ist hier anders als ich es bis jetzt erlebt habe. Das fängt bei den Gästen an welche oftmals nicht fit sind oder auch nicht schwimmen können. Die Trips die ich aktuell mache sind nur zwei verschiedene Canyons welche sehr einfach gehalten sind. Die Kombination der beiden Dinge macht es dann doch interessant für mich, auch wenn ich das nicht dauerhaft machen möchte. Die Trips werden nach einem fixen Schema gemacht, es ist an bestimmten Stellen nur erlaubt System a oder b zu verwenden, die Flexibilität, die ich normalerweise als Guide habe, vermisse ich. Nachdem der Level der Guides aber sehr unterschiedlich ist macht es durchaus Sinn sich auf einen fixen Standard zu beschränken um Missverständnissen und Problemen vorzubeugen. Es ist mit NZOIA einen neuseeländischen Canyoningstandard vorhanden und eine Ausbildung für die Guides darin ist aktuell geplant. Ob sich das ganze dann durchsetzt und nachhaltig das Guiding verändert wird sich zeigen. Und ja, auf den Fotos sind Schwimmwesten zu sehen, das nur ein weitere Punkt der hier noch nicht optimal läuft. Alles in allem ist es aber dann doch Canyoning, eine Aktivität die ich gerne mache und auch meine Reisekasse freut sich über die Aufbesserung.

Ende Jänner findet in Wanaka ein Canyoning Festival statt. Ich bin schon gespannt auf die Dinge und Leute die ich dort treffe und erfahren werde.

Ende Februar werde ich dann weiter nach Indonesien aufbrechen. Mein Plan ist dort einen Eindruck von den vielen kleinen Inseln zu bekommen und zu prüfen ob es möglich ist ein kleineres Boot zu mieten/kaufen und damit von Insel zu Insel zu schippern. Andere Reisende haben von 200-300USD für ein Boot berichtet, das hört sich auf jeden Fall mal interessant an.

Liebe Grüße aus Queenstown,
Max