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Canyoning Korsika 2018

Wie alle zwei Jahre haben wir es auch 2018 Anfang Mai zu einem Canyoning-Trip geschafft. Diesmal sollte es etwas länger werden und so sind wir nach Korsika gefahren. In bewährter Manier und mit dem Wunsch es besser wie beim letzten Mal zu machen stürzten wir uns ins Abenteuer. Unsere Unterkunft hatten wir in der Nähe von Sari-Solenzara da sich dort im Bavella Tal bzw. Pass doch einige Möglichkeiten zum Canyoning anboten. Hier folgend nun einige Erinnerungen an die Canyons.

Polischellu

Angefangen haben wir mit einem der mir schon bekannt gewesen sein sollte, wie ich dann aber im Bach stand hatte es etwas gedauert bekannte Elemente wieder zu finden. Die Tour war schön, von Zustiegsdauer zu Canyonspaß kaum zu überbieten und etwas „schönes“ zum warm werden.

Macini

Auch dieser Bach war schon bekannt, diesmal mit etwas mehr Wasser als zuletzt hat er sich gerade am Schluss als dann doch „interessant“ herausgestellt. Beim Zustieg könnte es ggf. bei der Aussichtsstelle vor der Rechtskurve eine Möglichkeit geben in die Schlucht zu gelangen (möglicherweise Seilverwendung notwendig). Dann würde man sich das Bachgelatsche zu Beginn sparen was der tollen Schlucht etwas die Attraktivität nimmt. Am Ende gab es die Möglichkeit orthographisch rechts oben über den Baum abzuseilen und so dem Wasser etwas auszuweichen. Nichts desto trotz war schon etwas Wasserdruck vorhanden.

Purcaraccia

Diesmal ein neuer Bach, der leider erst nach einem etwas längeren Fußmarsch erreicht werden kann, man kommt dann aber voll auf die Kosten. Das Wetter war leicht regnerisch und ich hatte gehofft, dass dieser Bach (wie schon zuvor auf den Fotos ersichtlich) genügend Fluchtmöglichkeiten bieten würde wenn es dann doch mal zu viel Wasser sein sollte. Guten Wasserstand hatten wir, schon beim Bach queren in den ersten Gumpen kam ein Seil zum Einsatz. Der Zustieg hat sich nach den ersten Gumpen orthographisch links hochgezogen. Man konnte von dort alle Stellen gut einsehen. Die letzten oberen Stellen hatten wir dann weggelassen, da das was wir vor uns sahen schon völlig ausreichte. Erste stelle im Bach hat uns schon die Füße weggezogen aber danach kam so richtig Fahrt auf. Einige Spungmöglichkeiten, fette Rutschen und fette Abseiler, so könnte man die Schlucht beschreiben. Im Mittelteil gibt es eine Engstelle welche wir diesmal umgangen sind. Die hohen Abseiler sind alle außerhalb des Wassers machbar (was bei diesem Wasserstand meiner Meinung nach auch erforderlich ist). Kleiner Wermutstropfen, die 30min Rückweg.

Richusa

Auch diesen Back kannten wir schon, von der Erfahrung her war das aber etwas Gelatsche. Dem Hinweis welchen in mir das letzte mal notiert hatte folgend haben wir diesmal versucht den Aufstieg orthografisch rechts zu suchen und wurden nach kurzem Suchen auch fündig. Man geht den Bach entlang bis zu den Engstellen quasi, dann
orthografisch rechts hoch, sehr steil einem kleinen Pfad folgend und erreicht schon bald einen kleinen ziemlich ebenen Weg dem man folgt bis man wieder zur Schlucht hinunter kann, dort ist dann quasi der Einstieg zum interessanten Teil der Tour. Auch hier hatten wir gut Wasser aber alles im grünen Bereich. Sprünge, Abseiler und kleine Rutschen wechseln sich ab, Gehstrecken such man vergebens.

Ciuffatu

Den Zustieg haben wir trotz Infos/Karte/GPS nicht so gefunden wir es sein sollte und unser Auto wollten wir nicht auf der ausgespülten Schotterstraße verwenden. Eventuell ist die Straße zum hochfahren eine Option mit Autoumstellen was den Bach interessanter machen könnte. So sind wir der Straße folgend hoch gelaufen, den Bach zu finden war kein Problem. Allerdings standen wir im Bach in einer Art grün-braunen Sauce, die Steine waren dementsprechend glitschig. 100m später kam auch schon das Highlight, ein 50er Wasserfall an etwas spärlicher Bohrung. Danach wars dann quasi fast nur noch Gelatsche, nicht empfehlenswert außer für „Sammler“.

Vacca

Der Zustieg war einfach zu finden und zum Schluss etwas steil bergab und leicht rutschig. Im Bach war dann doch gut Wasser. Nachdem wir zweimal „kreiseln“ mussten haben wir die weitere Tour gespottet und uns für einen Ausstieg entschieden. Entscheidung war richtig, Wasserstand im Laufe des Tages auch noch steigend.

Gaglioli

Als Alternativtour für diejenigen die in der Vacca noch nicht müden wurden sind wir in einem Fluß gegangen, an dem wir die Tage zuvor immer wieder Leute gesehen hatten, welcher uns aber nicht bekannt war. Um den Fluss zu erreichen fährt man von Solenzara in Richtung Bavella Pass und dann wo auf der rechten Seite der Ciuffatu rauskommt geht etwa 500m davor links der Gaglioli rein (siehe auch 1:25000 Karte). Zustieg zuerst dem Bachbett folgend bis man zu einer Gabelung kommt, dann dem linken Ast kurz folgen und dann einem schmalen Pfad den Hügel hinauf. Oben angekommen (nach etwa 15-20min) warten einige nette Canyoningstellen auf uns, ein gemütlicher Anfängercanyon.

Muratellu

Dieser Bach hat sich in Angesicht der Wetterlage (Frühling + Regen = Viel Wasser) als richtige Auswahl herausgestellt. Im Sommer wahrscheinlich eine fast trockene Abseilpiste haben wir hier (meist) herrliches Canyoning genossen. Man fährt über den Bavella Pass und dann auf der anderen Seite bei einer Aussichtsplattform ist der Einstieg. Beim ersten Abseiler (Abseilstand nicht gefunden, Baum benützt) hätte sich ein 60m Seil ausgezahlt. Ich bin nach 50m in einem Baum/Gestrüpp/Stacheln gehängt um den zweiten Stand zu machen, 5m darunter war ein schönes Plato. Danach geht es Schlag auf Schlag eine tolle Abseilpiste, meist zwei Bohrhaken mit einem Schlingerl verbunden, manche davon haben wir getauscht. Später dann wird es etwas moosiger bis man dann auch schon den Riesensteinmann findet und der Ausstieg naht. Vom Steinmann quert man dann den kleineren Steinmännern folgend in einen zweiten Bach. Dort wussten wir dann nicht mehr weiter und wir sind dem Bach gefolgt und später dann mühselig durch die Stacheln einen steilen Hang hinaufgeklettert bevor wir durch den Wald nach einer gefühlten Ewigkeit den Feldweg erreichten. Richtigerweise hätten wir im 2. Bach sofort den Feldweg laut Karte anpeilen sollen, der dort wahrscheinlich bereits nach 5min Busch erreichbar gewesen wäre.

Purcaraccia (zum 2. Mal)

Nachdem wir bei dem ersten Mal weniger Leute waren und wir was verloren hatten und der Wasserstand wesentlich niedriger war und die Tour ruhig öfter gegangen werden kann haben wir uns nochmals aufgemacht den Purcaraccia zu besuchen. Im Vergleich zum ersten Mal hatten wir nur etwa halb soviel Wasser und wir haben diesmal von ganz oben gestartet. Beim Zustieg im letzten Teil war es ganz schön glitschig nass, hier aufpassen, einige von uns sind ausgerutscht, zum Glück ist keiner hinuntergefallen. Bei den großen Abseilern bin ich diesmal durch Wasser gegangen, einmal mit Rucksack was ich so nicht mehr machen werde. Auch den Mittelteil konnten wir diesmal bewältigen, auch wenn ich einen der Stände in diesem Bereich doch etwas außerhalb der Wasserführung gewählt habe. Die verlorene Rolle konnten wir leider trotz intensiver Bemühungen nicht mehr finden, es war einfach zuviel Weißwasser.

Piscia in Alba

Die gewählte Abschlußtour hatte wie schon beim Zustieg erkennbar einen erhöhten Wasserstand. Leider hatten wir auch nicht sehr genaue Informationen wie die Tour aussehen wird, die meisten Details kamen von Fotos, wo wir aber nicht genau wussten wie viel Wasser diese Stellen wirklich vertragen würden. Wir ließen uns aber nicht unterkriegen und nachdem ein Rückzug zu Beginn immer möglich erschien stiegen wir in den Canyon ein. Beim ersten Abseiler hatten wir bereits eine Seilbahn in Verwendung, es folgte Abseilen vom Gebüsch außerhalb des Hauptwassers. In dieser Tonart ging es weiter aber wir waren guter Dinge bis wir eine Kante erreichten. Dort vom Stand hinunterblickend sahen wir, dass sich das gesamte Wasser der Tour in dieser einen Rinne konzentriert. Damit hatten wir die Alternative von einem Baum orthografisch links über eine scharfe Kante abzuseilen (und zu hoffen, dass die zwei weiteren erwarteten Rinnen besser aussehen) oder versuchen die Tour zu verlassen. Wir haben uns dann für letzteres entschieden und sind (bis auf die ersten beiden Abseiler) alle Stellen wieder zurück hinauf geklettert. Danach konnten wir den Bach orthografisch links über moosige lockere Felsbrocken verlassen. In diesem Fall hatten wir Glück im Unglück, ein Auto hatte uns recht schnell aufgeladen uns so mussten wir die 2h nicht zu Fuß zum bereits überstellten Fahrzeug laufen.

Aufgrund meiner neuen Lebenssituation ist aktuell unklar, ob es in naher Zukunft wieder so umfangreiche Canyoningtrips für mich geben kann. So habe ich den Termin für 2020 vorerst einmal abgesagt, aber wir werden sehen was sich ergibt. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen die dabei waren, ich vermisse euch, ich hoffe wir sehen uns irgendwann mal wieder 😊.