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Weltreise Peru, Choquequirao Trek

Wie bereits angekündigt möchte ich in diesem Blogpost von unserem Trek nach Choquequirao, einer in Ausgrabung befindlichen Inkastadt und dem weiteren Weg über die Berge bis nach Santa Teresa berichten.

Hier die Eckdaten des Treks:
– 7 Tage / 6 Nächte unterwegs
– Gesamtausgaben etwa 180€ für 2 Personen (eine Buchung bei einer Agentur kostet locker 1000USD pro Person)
– Gewicht des Rucksacks zu Beginn in etwa 13/14kg
– Gasverbrauch: 500g
– Etwa 50km zu Fuß unterwegs, davon ca. 4,5km runter und 4,5km rauf
– Höchster Punkt (an den wir marschiert sind), Victoria Pass mit etwa 4200m zwischen Maizal und Yanama
– Höchstes Camp in Yanama auf 3650m
– Mehr Details in einem GPS File hier

Es folgt eine grobe Auflistung der Kosten in Sol für uns zwei:
– 150 für unser Trekking Gear (Zelt, Schlafsäcke, Matten und Kochsachen). Wir haben es bei „Himalaya Outdoor“ in Cusco angrenzend an Plaza de Armas in der Gasse Procuradores Nr. 398 ausgeborgt und waren ganz zufrieden, das Zelt klein aber sehr leicht, der -10 Grad Schlafsack ausreichend, der Rest funktional. Wir würden unser Gear dort wieder ausborgen.
– 40 für 2 Gaskartuschen, einmal 450g und einmal 250g
– 180 für Essen (knapp 4kg pro Person)
– 170 für Transport (zuerst der Bus Cusco nach Abancay für 40, dann ein lokaler Minibus von der Hauptstraße bis zum Roadhead 20, der Minibus von Yanama nach Playa 50, die beiden shared Taxis von Hidroelectrica nach Santa Maria 30 und der Bus von dort zurück nach Cusco weitere 30)
– 90 Eintritt nach Choquequirao (einmal Student für 30, einmal normal 60)
– 40 für Essen, Trinken und Camping am Weg
– Das macht total 670 (in etwa 180€) und ergibt erstaunliche 15€ pro Tag pro Person

In den Tagen vor dem Trek ging es relativ kurzentschlossen an die Vorbereitungen. Zuerst haben wir verschiedene Shops betreffend dem Ausborgen von Trekking Ausrüstung abgeklappert. Wir wurden relativ rasch bei dem oben genanntem Shop fündig. Danach ging es in die diversen Supermärkte und lokale Märkte um dort leichte aber nahrhafte Kost zu finden. Wir waren hier von Cusco eher enttäuscht, also besser die Nahrung von zu Hause mitbringen. Wir mussten uns also grob auf folgenden Speiseplan beschränken. Morgens: Haferflocken mit Milchpulver und diversen Trockenfrüchten und Geschmacksrichtungen. Zum Mittagessen: Käse, verschiedene Arten getrocknete Würste, etwas Brot, Müsliriegel und Trockenfrüchte. Zu Abend wurde dann, je nachdem wie es die Umstände erlaubten, aufgekocht. Es gab verschiedene Arten von Nudeln als Suppe verfeinert mit zuvor angerösteten Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer, dazu Fertigsuppenpulver und getrocknete Würste. Soweit verfügbar haben wir die „Suppe“ natürlich mit Eiern oder Gemüse angereichert. Wie wir dann mit finalen Packen beginnen stellen wir fest, oh, die -15 Grad Schlafsäcke sind dann doch etwas groß. Wir können unsere Rucksäcke zwar noch sinnvoll packen, aber das Gewicht ist nicht so sehr das Wahre. So beschließen wir das Essen um einen Tag zu reduzieren, die Schlafsäcke von -15 auf -10 Grad zu tauschen und unseren Kochtopf auf die kleinste verfügbare Variante zu tauschen. Unsere restliches Equipment lassen wir bei unserem Host in Cusco zurück.

Am ersten Tag nehmen wir am Morgen den Bus von Cusco nach Abancay. Die erwarteten Proteste und Straßensperren der Lehrer bleiben aus und es geht zügig dahin. Wie wir an der Abzweigung nach Cachora aussteigen wollen dann die erste Überraschung. Der Busfahrer ist von der Kabine aus nicht erreichbar, die vorhandene Glocke funktioniert nicht uns unser Klopfen wird eine Weile ignoriert. Schlussendlich bleibt der Bus aber dann doch stehen und wir steigen aus. Die wartenden Taxis wollen uns zwar mitnehmen, aber wir den überteuerten Preis nicht zahlen. So wandern wir die Strasse entlang bis wir Schatten finden und essen erstmal die vorhandenen Bananen und Mandarinen auf um unser Gepäck zu erleichtern. Wie ich erneut versuche, mit den Taxis zu verhandeln, kommt ein lokaler Transporter vorbei. Bao Yu hält den Transporter an und er nimmt uns für kleines Geld mit. Es geht über eine Schotterstraße zuerst nach Cachora und danach weiter bis zum Viewpoint, also dort wo der Trek startet. Am Anfang noch guter Dinge macht sich unser Gepäck mit dem gesamten Essen dann doch bemerkbar. Ich wünschte, ich hätte etwas weniger Essen eingepackt aber für drei, vier Tage wissen wir nicht so wirklich was uns erwartet und besser wir haben etwas dabei als nicht. Es geht in brütender Sonne hinunter zum Fluss, die Leute die uns entgegenkommen und den staubigen Hügel hinauf müssen tun mir leid. Gute Tourenplanung mit Sonne und Schatten ist hier von Vorteil. Bao Yu ist auch ganz schön am Schwitzen, ich gehe manchmal vor und nehme ihr dann das Gepäck ab, bin aber selbst ziemlich am Limit. Wie wir dann 1500 Höhenmeter weiter unten am Fluss ankommen prüfen wir unsere Optionen. Wir können entweder direkt neben dem Fluss am Playa Rosalina campen, es gibt dort Wasser, etwas Essen und Getränke zu kaufen, jedoch schwirren ziemlich viele Moskitos herum. So beschließen wir einen Campingplatz weiter zu ziehen, der Haken dabei, es gibt dort kein Wasser. Wir machen also kurz Pause, essen etwas, füllen unsere Flaschen voll (in etwa dreieinhalb Liter) und machen uns auf den Weg. Es geht gefühlt steil nach oben und auch wenn die Karte nur 150 Höhenmeter und weniger als 1 km anzeigt, kommt es mir wie eine Ewigkeit vor bis wir dort ankommen. Gesamt waren wir an diesem Tag etwa 11 km unterwegs. Der „Campingplatz“ besteht aus einer geraden, staubigen Fläche und einer kleinen Hütte nebenbei, wir sind die Einzigen dort. Nach einigen Minuten Verschnaufpause bitte ich Bao Yu, wir sollen das Zelt jetzt aufbauen, denn vielleicht ist es bald dunkel und wie mit dem Schalter ausgeknipst ist es, wie das Zelt steht und wir mit dem Kochen begonnen haben, quasi finster. Es ist überall staubig und Kochen im Finstern nicht so toll, aber wie wir beide dann die geplante Nudelsuppe essen sind wir guter Dinge und gehen bald darauf schlafen. Ich falle in tiefen, traumlosen Schlaf und wache erst am nächsten Morgen vom Zwitschern der Vögel gegen 6 Uhr auf.

Wir beginnen unseren zweiten Tag zeitig, da wir möglichst viel Höhe machen wollen, bevor die Sonne in den Hang scheint. Nach einem schnell gemachten Haferflockenbrei geht es steil den Hügel hinauf. Wir haben, obwohl wir auf Abwasch und „uns waschen“ verzichtet haben, noch knapp einen Liter Wasser übrig. Bao Yu geht voraus und ich gehe in einer Art Meditation langsam hinterher. Es funktioniert und wir kommen etwas später nach Santa Rosa Alto. Dort gibt es Wasser und wir füllen unsere Flaschen voll. Auch Essen gäbe es dort, aber wir haben aktuell genug eigenes Essen mitgebracht und wollen zuerst einmal schauen wie sich das entwickelt. Danach kommt langsam die Sonne hervor, jedoch gibt es immer noch genügend Schatten am Weg. Später kommen wir in das einzige Dorf in der Umgebung, nach Marampata. Es gibt dort einige Shops, Campingplätze und auch Essen zu kaufen. Wir machen Mittagspause auf einer Bank, ah tut das gut das Gepäck abzustellen. In der Ferne können wir schon die Umrisse von Choquequirao erkennen, wir sind ein bisschen aufgeregt. Nach der Mittagspause geht es zuerst gerade dahin, mit den 1300 Höhenmetern welche wir zuvor gemacht haben ist das auch notwendig. Nach einer Weile erreichen wir das Wärterhaus und kaufen unsere Tickets, Bao Yu sieht jung aus und geht als Student durch, mir möchte man das nicht mehr so recht glauben und so wird es nur ein Studententicket. Angeblich dauert es danach noch eine Stunde bis zum Campingplatz, doch es scheint sehr nahe. Wir wandern los und es geht wieder ein bisschen runter und rauf und wir können es kaum erwarten den Campingplatz zu erreichen. Am frühen Nachmittag treffen wir dann nach nur 9 Tageskilometern dort ein und sind guter Dinge. Wir bauen das Zelt auf und ich beginne neben mir und dem Geschirr auch meine Hose und T-Shirt zu waschen. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht weis ist, dass die Sonne am Campingplatz bereits gegen 4 verschwindet und daher mein Gewand nicht mehr trocken wird. Ich habe sparsamer weise nur eine Hose und einen Pulli mitgenommen, so borgt mir Bao Yu eine ihrer Hosen welche mir bis auf den Hosenbund sogar passt, Glück gehabt. Wir kochen Abendessen uns kriechen in unsere Schlafsäcke. In dieser Nacht ist es etwas kalt, mein Schlafsack hat ein Problem mit dem Reißverschluss, welches ich erst Tags darauf in den Griff bekomme, aber mit Pulli und Mütze schlafe ich dann doch ein.

Tags darauf, an unserem dritten Tag, war geplant, das nur 20 Gehminuten entfernte Choquequirao zu besuchen, doch zuerst muss meine Hose trocken werden. Die Kälte in der Nacht könnte auch mit dem gewählten Zeltplatz zusammenhängen und so siedeln wir vorsorglich unser Zelt um. Danach geht es mit trockener Hose und leichtem Lunchpack auf nach Choquequirao doch schon beim Weg dorthin nehmen wir nicht den „normalen“ Weg, sondern folgen einem anderen Weg und landen danach in einer Art Jungeltrail. Kurze Zeit später ist es aber dann soweit und wir bestaunen die ersten Ruinen. Das Gelände ist noch in einer sehr ursprünglichen Form und es gibt nur sehr wenige organisierte Wege. Oftmals folgen wir den typischen Terassen, dann einem kleinen Trampelpfad in den Jungel und staunen dann später wie wir aus dem Jungel auf das nächste Gebäude stoßen. Auch kaum Leute sind da, gesamt vielleicht etwa 20-30 auf dem Gelände verstreut. Etwas später folgen wir einem Wasserkanal nach oben, jedoch als wir dort ankommen stellt sich heraus, ups, das war der falsche Weg. Wir müssen also wieder zurück hinauf gehen und sind darüber entsprechend „begeistert“. Danach geht es in andere Teile der Ausgrabungen und die Zeit fliegt nur so dahin. Nach den „Lama-Terrassen“ geht es auf eine runde Plattform am Hügel, welche das gesamte Gebiet überblicken lässt und wir sitzen dort, jausnen, staunen und schön langsam wird es dunkel. Wir sind die einzigen weit und breit und genießen die Stimmung.

Am 4. Tag geht es nach dem „Rasttag“ in Choquequirao weiter, zuerst runter in ein anderes Tal hinter Choquequirao und danach rauf in die kleine Ortschaft Maizal. Laut GPS geht es heute mit 11 km und davon 1400 Höhenmeter runter und danach dasselbe wieder rauf, richtig zur Sache. Wir haben jedoch einiges an Essen verbraucht und nach grober Kalkulation 400g Haferflocken verschenkt. Zu Beginn geht es leicht hinauf, dann dem Hügel entlang und langsam nach unten. Aus der Ferne sehen wir weitere Inka Terrassen. Der Weg wird steiler, staubig und die Sonne brennt erbarmungslos auf uns ein. Wir wissen, dass wir spätestens beim Fluss im Tal Wasser bekommen, wenigstens etwas. Es geht langsam weiter und bevor es steil zum Fluss hinuntergeht gibt es einige Campingmöglichkeiten. Dann wie auf dem Nichts taucht ums Eck wieder die zuvor gesehen Inka Ruine Pinchaunuyoc auf und wir sind beeindruckt, mit so etwas hatten wir nicht gerechnet. Auch Wasser gibt es dort in guter Qualität. Wir machen Rast und erkunden die Ruinen bevor wir weiterziehen. Der weitere Weg zum Fluss ist sehr mühsam, es wird steil und rutschig, mehrfach kann ich mich gerade noch mit meinem Wanderstock fangen und auch Bao Yu kämpft mit der Umgebung. Dann endlich erreichen wir den Fluss und wollen im Schatten Pause machen doch die kleinen Sandfliegen lassen uns nicht wirklich zur Ruhe kommen und so machen wir uns bald auf die Weiterreise. Nachdem wir nicht wirklich wissen, ob wir vor Maizal wieder Wasser bekommen nehmen wir einiges an Wasser vom Fluss mit. Der Weg hinauf ist genauso steil und rutschig wie der Weg hinunter und ich relativ fertig. An einem Punkt will ich nicht mehr so recht weitergehen und lege mich, nach dem Verzehr von einigen Riegeln und Trockenfrüchten für etwa 15 Minuten ins Gebüsch. Der Powernap funktioniert und danach ist wieder Energie da, langsam und gleichmäßig geht es Maizal entgegen. Das Wasser reicht gerade so aus und wie wir dort ankommen sind wir … fertig. Die Wasserquelle in Maizal ist sehr erdig und wir erstehen einige Getränke (sehr teuer) und einige Eier (sehr günstig). Auch einen anderen Reisenden aus Brasilien treffen wir, welcher von der anderen Seite her von Yanama aus unterwegs ist und wir tauschen Informationen aus. Es wird langsam finster und kalt und wir kochen unsere Pasta und genießen den Ausblick. Als wir am Abend in unsere Schlafsäcke kriechen bin ich mir nicht wirklich sicher, ob wir Tags darauf nicht einfach Pause machen sollen, wir beschließen aber dann am Morgen zu entscheiden wie es uns geht und was wir machen.

Tags darauf beschließen wir den Besuch der Ruinen in der Umgebung zu spritzen und relativ zeitig den Victoria Pass mit etwa 4200m zu erreichen. Aktuell ist noch nicht ganz klar wie es mir mit der Last in der Höhe gehen wird, normalerweise wenn ich auf über 4000m unterwegs bin, merke ich das etwas, aber mal schauen. Die Tageslast ist mit „nur“ 8,5 km und 1000m rauf, 600m runter überschaubar. Zuerst geht es relativ eben dahin und ich bin motiviert. Bao Yu kommt ganz schön ins Schwitzen und ich gehe danach bewusst langsam voran. Wir finden erste Minen und auch eine Wasserquelle zum Nachfüllen bevor es langsam und stetig weiter in Richtung Pass geht. Der Weg ist mit sehr vielen Steinstiegen ausgebaut, es sieht so aus, als wären wir auf einem alten Inkaweg unterwegs. Langsam aber stetig geht es dem Pass entgegen, wir plaudern und sind guter Dinge. Wir kommen früher als erwartet bereits am Pass an und lassen uns das Mittagessen schmecken. Als wir nach der Pause um die ersten Felsen herumgehen auf einmal eine gletscher- und schneebedeckte Gebirgskette vor uns, ein schöner Anblick. Danach geht es zuerst eben dahin und dann langsam hinunter nach Yanama. Am frühen Nachmittag erreichen wir den Roadhead in Yanama und bauen unser Zelt im nahegelegenen Campingplatz auf. Wie ich den Shop des Campingplatzes betrete, kann ich es kaum glauben, es gibt jede Menge Gemüse hier und ich kaufe einiges um unser Abendessen aufzupeppen. Am Abend kommt dann ein Truck vorbei welcher als fahrender Shop agiert, die Produkte dort sind erstaunlich günstig, weit günstiger als ich bis jetzt in Märkten oder Shops in den Stätten gesehen habe.

Am Morgen des 6. Tages unseres Treks sind wir unentschlossen, ob wir mit unserem Gepäck und den zwei starken Tagen zuvor den Pass mit 4600m schaffen oder nicht. Wir beschließen dann, für 58 km den lokalen Minibus zu nehmen und danach am Nachmittag weiter zu trekken. Die Fahrt im Bus findet dann aber ein jähes Ende als auf einmal, in wunderschöner Umgebung, eine der hinteren Bremsen blockiert. In der nächsten Stunde wird die Bremse zerlegt und das Problem gesucht. Wir machen uns geistig schon auf einen weiteren Trek gefasst. Problem gefunden, es rinnt Bremsflüssigkeit aus. Als Gegenmaßnahme wird die Bremse manuell entsprechend „weich“ gestellt, dadurch bremst sie zwar nicht mehr, blockiert aber auch nicht und wir sollten es bis zur nächsten größeren Stadt schaffen. Zu wissen das etwas mit den Bremsen nicht mehr ganz passt und dann rasant Bergstraßen zu befahren ist ein Vergnügen, welches ich so schnell nicht mehr wiederholen möchte. Wir verlassen den Bus etwas nach Sahuayaco und starten neben dem Campingplatz Ccapac Nan einen weiteren Trek den Hügel hinauf. An kleinen Restaurants wird Cafe angeboten und auch die aus Kolumbien bekannten Kaffeestauden sind überall zu sehen. Es geht, einen erst vor zwei Jahren erschlossenem Weg entlang, bis zu einem Aussichtspunkt am Gipfel, von dem man eine Seite von Machu Picchu begutachten kann. Zuerst ist uns nicht ganz klar, wo wir nächtigen und der erste Campingplatz hat zwar Wasser, ist aber im Wald und uns der Hund dort nicht so geheuer. Etwas weiter gibt es dann die Möglichkeit hinter einer der Inka Ruinen illegal zu campen, wir entscheiden uns dann aber doch für einen offiziellen aber dann doch sehr bevölkerten Campingplatz neben dem Restaurant „Llaqtapata Lodge“ etwas weiter unten. Gesamt war der Trek an diesem Tag nur sehr kurz, etwa 7 km lang, 800m rauf und 250m runter. Wie wir im Camp ankommen sind wir müde aber guter Dinge, wir stellen unser Zelt hinter einer Jugendgruppe aus England auf und können wider Erwarten mit Ohropax gut schlafen.

Am nächsten Morgen brechen die diversen Jugendgruppen frühzeitig in Richtung Machu Picchu auf und wir haben den Campingplatz für uns alleine. Wir genießen ein ausgiebiges Frühstück mit allem was noch übrig ist im Anblick der berühmten Inka Ruine, ein besonderer Moment. Danach geht es einen kurzen Fußmarsch (4 km, 800m runter) weiter in Richtung Hidroelectrica, einem Wasserkraftwerk und dem Roadhead von Machu Picchu. Am Weg dorthin teilen wir um 5 Sol ein Taxi mit anderen Reisenden nach Santa Teresa, von dort geht es eine weitere Schotterstraße nach Santa Maria, diesmal um 10 Sol. Vom Gefühl her hätten wir zuerst nach Hidroelectrica gehen sollen und dort mit einem der Touristenautos eine Fahrt nach Cusco verhandeln sollen, aber im Nachhinein ist man immer schlauer. Von Santa Maria geht es dann weiter im lokalen Bus um nur 15 Sol. Die Busfahrt war insofern interessant, da in der Umgebung viel Obst wie Bananen und Mandarinen angebaut wird und viele Damen sich in den Bus gezwängt haben, um ihre Ware zu verkaufen. Das waren wir bis jetzt zwar auch schon gewohnt aber einen so dichten und bunten Auflauf haben wir bis jetzt noch nicht erlebt. Dann plötzlich bleibt der Bus stehen und zwei „Coca-Beamten“ starten eine Durchsuchung, allerdings nur, indem sie auf Verdacht verschiedene Taschen und Rucksäcke öffnen und auf Coca-Blätter durchsuchen. Die Jungs in den Sitzen vor uns sind sichtlich nervös, ein Mütterchen schräg gegenüber von uns auch, aber die Stimmung ist entspannt. Dann wie die Beamten zwei Säcke Coca-Blätter gefunden haben ist scheinbar das Quota erfüllt und der Bus darf weiterfahren. Von überall her werden die versteckten Säcke wieder in das normale Gepäck zurückgepackt, interessant. Die weitere Fahrt klettert auf über 4000m und die Aussicht ist grandios, doch die Fahrt lange. Wie wir abends dann in Cusco ankommen geben wir zuerst unser Trekking Gear zurück, dann geht es weiter zu unserer Unterkunft und wir fallen nach einer ausgiebigen warmen Dusche müde ins Bett.

Im Nachhinein betrachtet hätten wir unser Gepäck um etwa 2kg reduzieren können, indem wir weniger Essen mitnehmen. Einerseits etwas mehr Geld investieren und am Weg mehr zukaufen und andererseits von der Essenskalkulation her sind z.B. 60g statt 100g Haferflocken pro Person ausreichend gewesen. Selbes gilt für die Nudeln am Abend, hier waren 125g statt den kalkulierten 150g pro Person ausreichend und auch für die Trockenfrüchte zwischendurch, hier waren 80g statt den kalkulierten 125g ausreichend. Dann das Leihmaterial in Cusco zu organisieren war eine gute Idee, wir haben gutes, leichtes Material für wenig Geld bekommen. Trekking in der Umgebung rund um Cusco ist einfach möglich und die Infrastruktur es selbstständig zu tun grundsätzlich vorhanden. Wir haben mit anderen Leuten gesprochen, welche andere Treks in der Umgebung gemacht hatten aber es wurde uns mehrfach von vielen Leuten und vielen Pferden am Weg berichtet. Das war bei unserer Rute nicht so, am meisten Leute haben wir am Weg nach Choquequirao getroffen (vielleicht 20-30), nach Choquequirao ganz vereinzelt Lokals und manchmal einen anderen Wanderer aber von Massen noch keine Spur. Das kommt, dann in einigen Jahren, wenn die geplante Seilbahn errichtet wird. Die Umgebung ist umwerfend und abwechslungsreich, jedoch der Trek, gerade am Tag nach Choquequirao recht anspruchsvoll, jedoch immer die Option einer zusätzlichen Campsite oder eines weiteren Rasttags offen.

Aktuell sind wir bereits in Bolivien und auch die Fahrt dorthin hatte so ihre Problemchen, aber mehr dazu im nächsten Post.

Alle Liebe,
Max

Weltreise Peru, Mancora, Piura, Trujillo und Huaraz

Mittlerweile haben wir bereits Mitte Juli und ich bin immer noch nicht dazu gekommen etwas Neues zu schreiben. Grund dafür ist vor allem, dass wir derzeit sehr intensiv reisen was uns gefällt. Ich hoffe ihr versteht, dass ich da eher weniger Zeit mit Bilder aussortieren und Blog schreiben verbringe und es mich mehr in die Weite von aktuell Peru hinauszieht. Ich wurde bereits von mehreren Leuten gefragt, wer die nette junge Dame ist, die des Öfteren auf den Fotos zu sehen ist. Wer zwischen den Zeilen liest, weiß sicher schon mehr aber soviel sei verraten, sie heißt Bao Yu und kommt aus China. Die Bilder, die ihr unten seht sind diesmal etwas mehr geworden, da der Zeitraum und auch die Intensität der Reise zugenommen hat. Bitte vergesst daher nicht auf Seite 2 umzublättern, um auch den zweiten Teil der Bilder zu sehen.

Wir sind also von Ecuador mit dem Bus weiter nach Mancora, einem kleinen Ort in Peru am Strand, gereist. Es ist dort zwar etwas touristisch aber auch nicht teuer und so hatten wir vor uns für ein, zwei Wochen niederzulassen. Beim Geldabheben gab es dann erste Probleme, die diversen ATMs wollten einfach kein Geld ausspucken und wir mussten zuerst US-Dollar in Soles wechseln. Fürs Gefühl ein Euro sind je nach Wechselkurs zwischen in etwa 3,5 bis 3,7 Soles. Dann am Tag danach habe ich es wieder versucht und hatte Glück, sowohl bei der Banco National als auch bei der Scotiabank konnte ich Geld abheben, jedoch nur 400 Soles pro Transaktion. Später hatte ich dann herausgefunden, dass ich bei der Scotiabank pro Tag maximal dreimal hintereinander abheben kann, somit war der Geldbedarf erstmal gedeckt. Die Gegend rund um Mancora ist sehr trocken, brach und sandig, fast wie in einer Wüste und ganz anders im Gegensatz zu den Gegenden in denen wir bisher unterwegs waren. Im Dorf gibt es zum Glück einen günstige lokalen Markt, dort haben wir dann Fisch, Reis, Gemüse und so weiter eingekauft und gekocht, lecker. Die Früchte sind in Peru aber gleich deutlich teurer als in Ecuador. Für etwa eine Woche wohnen wir alleine in einem Guesthouse etwas abseits und es ist toll dort. Wir entspannen, gehen schwimmen, kommen heim und kochen und dazwischen wird etwas Neues gelernt oder wiederholt. Doch unser Zimmer im ersten Stock hat ober- und unterhalb der Tür einen kleinen Spalt. Dort sind dann in der Nacht die Heuschrecken, welche nach den Überflutungen in den Monaten davor sehr häufig waren, herein gekrochen. In der ersten Nacht habe ich nichtsahnend gut und fest geschlafen aber Bao Yu neben mir hatte die Panik mit den auf ihr herum hüpfenden Viechern. Tags darauf habe ich dann am Abend die Türspalten mit Kleidung, Handtüchern und Zeitungen verbarrikadiert, alle Heuschrecken im Zimmer zertreten und so konnten wir beide ruhig schlafen. Nach einigen Tagen war uns die Prozedur aber dann zu mühsam und so beschlossen wir weiterzuziehen.

Mittels lokalem Bus ging es dann einige Stunden in die nächste Stadt, Piura. Dort wartete schon eine weitere Überraschung auf uns. Wir hatten geplant mittels Couchsurfing in einer lokalen WG zu übernachten. Wie wir jedoch dort ankommen und die Wohnung suchen werden wir auf der Straße von einem älteren eher wütenden Herren empfangen. Soweit ich ihn auf Spanisch verstanden habe war er der Wohnungsbesitzer und er wollte uns dort nicht haben da wir dann natürlich mehr Strom, Gas, Wasser und so weiter verbrauchen. Ein kurzes Telefonat mit unserem Host hat dann geklärt, dass im Mietvertrag das nicht geregelt ist und damit dort übernachten darf, wer will. Nachdem uns der alte Herr dann aber doch etwas eingeschüchtert hatte und wir für unseren Host keine Probleme bereiten wollten hatten wir beschlossen in eine andere Unterkunft umzuziehen. Gefunden haben wir dann, nach einer etwas staubigen Fahrt mit einem Moto (so heißen die dreirädrigen Motorräder ähnlich einem TukTuk), mittels Wikivoyage ein eher älteres Hotel im Kolonialstil, etwas rustikal aber für gutes Geld. Später beim herumschlendern in der Stadt gefällt es uns nicht wirklich, so beschließen wir Tags darauf einige Stunden in die nächste Stadt Trujillo weiterzufahren.

Unsere Unterkunft ist diesmal mit zwei Geschwistern plus Haushälterin im Südosten der Stadt in der Nähe der Universitäten. Diese Gegend in Trujillo gefällt uns gut, es gibt einen lokalen Markt ums Eck und in der Nähe der Universitäten viele Möglichkeiten günstig zu essen. Nachdem wir uns gerade sesshaft gemacht hatten, kam dann die Info, wir müssen morgen wieder raus da am Wochenende spontan die Eltern zu Besuch kommen. Wir hatten gerade eingekauft und waren nicht sonderlich begeistert, nach einigem hin und her konnten wir aber dann doch auch über das Wochenende dort bleiben und sind im Endeffekt dann fast zwei Wochen geblieben. In Peru findet man an der Straße des Öfteren Stände oder Karren mit den lustigsten bunten Flaschen mit allerlei komischen Flüssigkeiten. Diese werden dann zusammengemischt und für etwa 2-3 Sol heiß serviert. Auf Nachfrage haben wir erfahren, das ist quasi Naturmedizin zum Trinken, also man geht hin und sagt, was einem fehlt und dann wird je nach Anforderung das entsprechende Getränk zusammengemischt. Bis jetzt hat bei mir das bei einem rauen Hals oder einer kleinen Erkältung immer gut geholfen, wobei ich nur die Stände gewählt habe, welche von den Lokals gut frequentiert wurden. Wir sind in Trujillo wie in den anderen Städten natürlich umher gewandert und haben die Altstadt, die interessanten Gassen und lokalen Märkte besucht. Ein Tagesausflug zu der berühmtesten Attraktion der Stadt nach Chan Chan durfte natürlich auch nicht fehlen. Die archäologische Stätte Chan Chan stellt eine ehemalige Hauptstadt der Chimu dar. Vom Zeitlichen her sind die Chimu weit vor den Inkas zu sehen, die Stätte ist also weit älter als die vielen berühmten Inka Ruinen die man in Peru findet. Wir haben Chan Chan natuerlich im lokalen Bus beziehungsweise zu Fuß besucht und waren von den Bauten und Formen, welche noch erkennbar waren, fasziniert. Leider machen die Naturgewalten den Überresten schwer zu schaffen und die gesetzten Maßnahmen sind zum Schutz nicht wirklich ausreichend. Wer mehr Hintergrundinfos zu Chan Chan haben möchte findet diese hier. Tags darauf wie wir in der Stadt umher spazieren kommen wir zufällig an einer Mauer mit einem riesigen durchgehenden Mosaik vorbei. Wie wir dann am Eingang stehen sehen wir oh, das Mosaik geht um eine gesamte Universität herum. Eine Recherche zu Hause sagt uns, das ist das aktuell längste Mosaik der Welt, eindrucksvoll. In der Nähe von Trujillo gibt es in Huancacho einen Strand, mit dem Bus kann man in etwa einer Stunde dorthin, so machen wir einen Tagesausflug zum Strand. Dort sehen wir dieselben traditionellen Boote zum Fischen welche wir schon zuvor in Chan Chan auf den Wänden gesehen haben. Zum Baden war der Strand eher nix und so haben wir beschlossen weiter in Trujillo zu bleiben und nicht an den Strand umzuziehen. Einige Tage später planen wir dann weiter in die Berge nach Huaraz zu fahren doch wie es aussieht, gibt es kein Busunternehmen, welches untertags dorthin fährt. Wir wollen das nicht so recht glauben, da es untertags bis jetzt ganz gut und auch günstig gelaufen ist. Des Weiteren ist es untertags nicht so gefährlich (die meisten Dinge, von denen man so hört sind in der Nacht passiert) und man bekommt vielmehr vom lokalen Leben, den Lokals und natürlich der Umgebung mit.

Wir starten unsere Reise nach Huaraz indem wir uns gegen 9 Uhr von Trujillo nach Chimbote, die nächste größere Stadt an der Küste, aufmachen. Die Fahrt ist rasch und mit 8 Soles sehr günstig. Dort angekommen hatten wir vor zu übernachten aber in der Busstation erfahren wir, dass ein weiterer kleinere Bus in 5 Minuten weiter nach Huaraz fährt, prima, das klappt also denken wir uns und so nehmen wir den Bus. Im Bus eingestiegen nehmen zuerst einmal vier Polizisten von allen die IDs. Ein Mann konnte sich nicht ausweisen, er musste den Bus verlassen (ist aber dann wahrscheinlich nur eine Straße weiter gegangen und hat dort auf den Bus gewartet). Das ist bis jetzt das erste Mal, dass ich so eine streng Kontrolle im Bus in Peru mitbekomme. Die Fahrt hat es in sich, die Straße wurde einige Monate zuvor von einem Fluss großteils weggespült und es geht gerade im ersten Teil auf Schotterpisten dahin. Später wird die Straße dann besser aber es wird sehr gebirgig und wir kommen auf etwa 4000m. Danach geht es hinunter ins Tal, es wird wieder wärmer und wir kommen am späteren Nachmittag auf etwa 3100m in Huaraz mit dünnem Sitzfleisch an.

Es ist kalt hier und es regnet leicht. Ich habe Sandalen und ein T-Shirt an, krame aber dann schnell meine Jacke aus dem Rucksack. Nachdem wir nicht wirklich vorhatten in einem Tag nach Huaraz zu fahren hatten wir noch keine definitive Unterkunft ausgesucht. Wir laufen also im Regen zur nächstgelegenen Unterkunft, einem Hostel, los. Dort bekommen wir ein Zimmer, allerdings ist es kalt und laut, nicht die beste Voraussetzung um die letzten Vorbereitungen vor dem Exam zu treffen. Am Abend machen wir uns also auf für den nächsten Tag eine neue Unterkunft zu suchen. Zuerst laufen wir ungeplanterweise in die falsche Richtung los, etwas später nach einer Stärkung an einem Straßenstand fangen wir dann an diverse Unterkünfte anzusehen aber bis jetzt nichts Brauchbares dabei. Die nächste Unterkunft finden wir gleich gar nicht, dafür aber ein lokales Tanztraining auf der Straße. Danach machen wir uns in einen anderen Stadtteil auf, dort finden wir die geplante Unterkunft zuerst nicht aber auf Nachfrage zeigt man uns die Tür und wir klingeln. Anna, die Besitzerin öffnet uns und zeigt uns einige Zimmer und die Küche. Wir sind zufrieden, aber der Preis stimmt noch nicht ganz. Es wird etwas verhandelt, Zeitraum eine eine Woche, kein Frühstück, die üblichen Verdächtigen und wir bekommen einen akzeptablen Preis. Wir sagen zu und kommen dann am Tag darauf in der Früh mit unserem Gepäck vorbei. Fühlt sich gut an wieder ein Zuhause zu haben und nach einigen Tagen haben wir uns so richtig gut eingelebt.

Huaraz ist eine schöne Bergstadt, die Einheimischen sind farbenfroh gekleidet, ringsum ist die Stadt von hohen Bergen umgeben und es gibt viele Essensmöglichkeiten und lokale Märkte mit ziemlich guten Preisen. Die Möglichkeiten zum Bergsteigen sind vielfältig, manche Wege sind sehr intensiv begangen, andere nicht so oft. Neben unserem Haus befindet sich eine Schule und so werden wir Wochentags gegen 7 von Kindergesang geweckt. Nachdem es nur noch wenige Tage bis zum Deutsch Zertifikat in Lima sind, liegt unser Hauptfokus Deutsch zu lehren bzw. zu lernen und wenn es zuviel wird oder noch Zeit ist dann in die Berge zu wandern. Die Küche in unserem Haus haben wir meist für uns alleine und da der günstigste Markt nur einen kurzen Fußmarsch weg ist und das meiste Gemüse günstig ist und aus der Region kommt kochen wir oft und gerne selbst.

Unsere erste Wanderung geht in einen stadtnahen Hügel und dient der Akklimatisation. Wir nehmen einen Kleinbus (genannt Colectivo) in das nächstgelegene kleine Dorf und starten von dort aus dem auf Maps.Me (App mit einer Offlinevariante von OpenStreetMaps) gefundenen Pfad folgend. Wir werden von Einheimischen begrüßt und alle sind sehr nett zu uns, auf einem Acker wird gerade zu Mittag gegessen und man lädt uns zu Kartoffel und Mais ein (ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so gute Kartoffeln gegessen). Es fällt auf, dass wir uns mit Spanisch zwar mehr oder weniger grob verständigen können aber wir eigentlich Quechua sprechen sollten. Die Häuser am Berg sind recht einfach gebaut. Aus Erde, Gras und Wasser werden Ziegel gemacht und in der Sonne getrocknet. Das Dach wird dann mit viel Gras gedeckt. Auf unserer Wanderung sehen wir viele farbenfrohe Kleidungen und lustige Hüte, leider wird unsere freundliche Bitte, ob ein Foto erlaubt sei meistens abgelehnt.

Einige Tage später geht es dann auf unsere erste richtige Bergtour, zu einem See, genannt Laguna Churup auf gut 4500m. Wir nehmen wiederum ein Collectivo in das nächstgelegene Dorf, von dort geht es etwa 1-2 Stunden zum eigentlichen Start des Treks. Auf der Webseite https://wikiloc.com hatten wir uns zuvor schon betreffend des Weges informiert und mittels GPS Datei die Weglänge sowie das Höhenprofil begutachtet. Der Weg war an sich sehr einfach gehalten und für Touristen saniert, jedoch hatten wir schönes Wetter und die Landschaft und der Ausblick waren herrlich. Etwas über 4000m merke ich dann doch die Höhe und beginne bewusst mit Doppelatmen um mehr Sauerstoff in meine Lungen zu pumpen. Das funktioniert auch ganz gut, jedoch wie wir dann zu den ersten Kletterstellen kommen klettere ich zuerst etwas zu rasch und mir wird leicht schwindelig. Einige Minuten später geht es aber dann wieder und wir sind schon fast oben. Der Anblick des Sees mit dem Gletscher dahinter ist traumhaft. Nun gibt es eine herzhafte Jause und ein „kurzes“ Mittagsschläfchen von etwa einer Stunde. Blöderweise hatte ich auf einer Hand den Handrücken nicht völlig abgedeckt und so fange ich mir einen kleinen Streifen Sonnenbrand ein. Wie es dann kälter wird machen wir uns langsam auf den Rückweg zum Tal. Die Touristen sind schon alle weg und wir genießen den Weg. Gegen 17 Uhr sind wir wieder in der Nähe des Dorfes und nehmen von dort ein Collectivo in die Stadt. Ein großartiger Tag.

Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich in der Stadt umher schlendern, doch plötzlich sind so viele Leute auf der Straße. Wir fragen was los ist und erfahren, heute findet eine Parade der Universitäten statt, sogar das 40 Jahr Jubiläum und in etwas einer halben Stunde geht es los. Wir mischen uns in die Menge und genießen es. Diesmal gibt es viele Möglichkeiten die bunten Trachten zu bewundern und auch ein paar Fotos zu machen. Jetzt wissen wir für was die Studenten auf der Straße zuvor die Tänze geübt hatten. Weiters gibt es nicht viel hinzuzufügen, stellt euch die ausgelassene Studentenmenge vor, die rivalisierenden Unis jede möchte sich besser darstellen und es geht drunter und drüber. Bilder sagen natürlich mehr als Worte, siehe unten. Tags darauf war dann ein Nationalfeiertag und es sollte angeblich wieder eine Parade geben, allerdings war diese eher militärisch und sehr langweilig.

Tags darauf wollten wir eigentlich das lokale Klettergebiet erkunden. Wie wir dann in die Berge abzweigen wollen, fallen uns die Menschenmassen auf, welche auf der Straße unterwegs sind. Wir fragen uns was hier los ist, folgen und kommen zum Stadion. Scheinbar findet heute ein Fußballspiel statt, für 15 Soles bekommen wir ein gutes Ticket und beschließen kurzerhand das Spiel anzuschauen. Wir erfahren, dass Huaraz vor kurzem in die höchste Liga in Peru aufgestiegen ist und entsprechend interessant war auch das Spiel. Für die Lokals gleicht dies eher einem Sonntagsausflug als richtiger Fußballatmosphäre. Die Leute essen, tratschen und manchmal wird etwas gerufen, aber es geht bei weitem nicht so zu wie ich das von zu Hause oder anderen Ländern her kenne. Auf den Schiedsrichter wir oftmals mit bösen Worten geschimpft und auch auf farbige Spieler werden sehr rassistische Äußerungen laut. Nachdem die ersten Tore fallen nimmt das Spiel Fahrt auf und es gefällt. Am Ende werden die Schiedsrichter sofort von der Polizei umringt um sie vor wütenden Spielern und Fans zu schützen, komisch irgendwie.

Mehrere Tage später hatten wir dann einen weiteren Trek in näherer Umgebung vor, wieder zu einem See in den Bergen, genannt Laguna Aguac. Diesmal ging es etwas höher hinauf und auch der Weg war wesentlich steiler. Wir hatten uns zum Frühstück den Bauch mit Palatschinken vollgeschlagen und die saßen zu Beginn des Treks dann doch etwas schwer im Magen. Ein netter alter Mann hatte uns dann angesprochen, wir müssen unbedingt ein Foto mit ihm machen, ich dachte schon hmmm … und dann siehe da, 3 Minuten später wollte er dann Geld dafür haben. Wir unterstützen das aber grundsätzlich nicht und so haben wir statt Geld einen Teil unserer Jause angeboten was aber abgelehnt wurde. Auf etwa 4200m war dann kurzzeitig Schluss für mich, ich hatte einfach keine Kraft und Energie mehr. Grund dafür war, dass wir zuvor zu schnell unterwegs waren, glaube ich. So hat Bao Yu zusätzlich zu ihrem auch meinen Rucksack genommen und ich hab mich kurz hingelegt und mit Banane, Müsliriegel und heißem Wasser gestärkt, danach ging es mir besser. Etwa 45 Minuten später haben wir es dann zum See geschafft, der Plan eine Stunde zu einem weiteren See zu wandern wurde dann kurzfristig verworfen. Es war uns diesmal auch nicht nach Mittagsschlaf zumute da es kalt und windig war, also nur kurz jausnen und etwas rasten und dann ging es wieder zurück ins Tal.

Bei der Vorbereitung auf das Deutschexamen haben wir als Basis vor allem Anki verwendet. Wer Anki nicht kennt, Anki ist eine Spaced Repetition Software, quasi ein Vokabelprogramm, dass dir die Vokabeln in verschiedenen Zeitabständen so lange vorhält, bis du sie behalten hast. Die Software ist für Android und PC Opensource und es gibt auch bereits viele Plugins und Vokabelsets dafür, mehr dazu hier. Nach einigem herumprobieren habe ich dann begonnen diverse Vokabelsets zu erstellen und mittels TextToSpeach-Plugin mit Sounds und natürlich Übersetzungen anzureichern. Das Lernen ging dadurch gut und flüssig von der Hand und natürlich wurde nebenbei auch viel Konversation gemacht, Briefe geschrieben, Grammatikpunkte erklärt und einige Beispielexamen probiert. Zu Anki habe ich noch viele Tipps und Tricks zu erklären und auch die erstellten Vokabelsets werde ich großteils veröffentlichen, mehr dazu aber später in einem separaten Blogpost.

Zwei Tage später hatten wir dann beschlossen, wir haben jetzt genug gelernt und sind wieder reif für die Berge. Diesmal hatten wir keine genauen Informationen, Karten und GPS Infos, lediglich mit mündlicher Info von Lokals ging es los. Das Ziel waren die beiden Seen hinter Laguna Aguak, allerdings von der orografisch rechten Seite des Bergrückens her. Zuerst folgen wir einer neuen Wasserleitung zu einem kleinen See, genannt Laguna Radian. Von dort geht es Inka Wasserkanälen folgend weiter hinauf. Wie der Weg dann einen größeren, mit Queñuabäumen bewaldeten Bach quert hätten wir nach rechts dem Bach hinauf und danach logisch dem Grad folgen sollen. Das war uns allerdings wie, wir dorthin kamen nicht klar und so sind wir dem Weg folgend weiter in der Landschaft herumspaziert, der Ausblick war großartig, allerdings haben wir dadurch auch ein, zwei Stunden Zeit verplempert. Später als wir dann die andere Seite des Berges gesehen haben sind zurück auf den einzigen logischen Grad gequert. Dann ging es den Grad hoch und danach in felsiges Gelände. Etwa eine Stunde später haben wir dann gegen 15 Uhr auf gut 4500m eine tolle Plattform erreicht. Der Ausblick war grandios, am liebsten hätten wir jetzt ein Zelt dabei gehabt um dort zu übernachten und dann am nächsten Tag weiterzuziehen, aber nicht so bei diesem Trip. So haben wir uns die Jause schmecken lassen, uns kurz hingelegt und dann ging es wieder nach unten, den zuvor gelegten Steinmännern folgend. Schade, dass wir es diesmal nicht bis zum See geschafft haben, aber dazu hätten wir selbst ohne Verlaufen zwei Stunden früher aufstehen müssen.

Tags darauf verlassen wir mit Wehmut Huaraz. Wir fühlten uns dort wirklich zu Hause und hätten es dort ruhig noch ein Monat oder länger ausgehalten, aber das Examen in Lima lässt nicht auf sich warten. Wer weiß, vielleicht kommen wir in Zukunft wieder einmal nach Huaraz zurück, das nächste Mal sicher mit Trekking Ausrüstung.

Bergige Grüße aus Peru,
Max

Weltreise Neuseeland, Auckland und Queenstown

Mittlerweile bin ich wie geplant in Neuseeland angekommen. Die Einreise ging problemlos vonstatten. Ich musste weder einen Rückflug vorweisen noch meine finanzielle Situation darstellen, lediglich ob ich eine Rückflug habe wurde ich von der Airline gefragt. Zuerst war ich in Auckland einige Tage. Es war nach China dann doch irgendwie ganz anders hier zu „reisen“, eigentlich viel zu einfach und zu westlich fuer mich. Ich habe gleich viele nette Mitreisende getroffen und so haben wir gemeinsam Auckland und Umgebung erkundet (zu Tage und zu Nacht wie sich versteht). Es gefällt mir, dass hier die Hostels gut ausgestattet sind, mit Großküchen und so, aber es ist doch immer noch ein sehr teures Reiseland (Kosten pro Tag bei mindestens 30Euro). Mit den Einheimischen bin ich schnell ins Gespräch gekommen, man gewöhnt sich an den lokalen Slang (z.B. „Sweeet“ was soviel wie Ok bedeutet) und ich habe meine Kleidung etwas erweitert. „Neue“ Jacke im Secondhandshop um 3Euro erstanden und neue Merino Unterhosen da meine schon richtig verschlissen sind.

Via Flugzeug ging es dann weiter nach Queenstown. Im Anflug hat man viele mit Schnee bedeckte Gipfel gesehen, da war mir dann auf einmal richtig nach Schifahren aber die Saison war quasi zu Ende. Ich habe mich hier zwischen Bergen und See gleich heimisch gefühlt, hatte aber etwas Bedenken, da abseits vom Schuss, sehr viele Touristen und die Unterkünfte dank Spekulationen ziemlich teuer. Ursprünglich war ja geplant hier bis zum April zu bleiben und Canyoning zu machen, mit den gegebenen Voraussetzungen und den geplanten Touren hat mich das dann aber nicht angelacht. Mittlerweile ist die Katze aber im Sack und ich kann, wie ich das zu Beginn wollte, teils reisen, teils arbeiten und alles passt. Ich hoffe mit dem Workvisum geht alles glatt, das werde ich in den nächsten Wochen erfahren. Ich habe mich dann auf Wohnungssuche begeben aber werde voraussichtlich großteils in Hostels bleiben. Rund um Queenstown gibt es einige Gipfel, so habe ich mich gemeinsam mit Matthias aus meinem Hostel in einem Tagestrek den Ben Lomond (1748m) besucht. Das hatte gut geklappt und die Idee eines gemeinsamen Treks stand im Raum.

Einige Tage später war es dann soweit und wir hatten geplant den Routeburn Trek zu machen. Um die Überstellung des Autos zu vermeiden war die Variante Caples Trek hin und dann Routeburn Trek zurück geplant. Neben Matthias haben sich dann Alicia und Chris entschlossen mitzukommen. Von den zuständigen Behörden (DOC) hat es dann geheißen der Trek sei nicht ratsam, das aktuell noch Lawinengefahr besteht. Ich war dann aber der Meinung, dass im Bereich des Passes in Höhe von etwa 1300m nach mehreren Tagen ohne Regen bzw. Neuschnee kein großes Problem mehr bestehen sollte und wir uns das einfach anschauen. So wurde Leihausrüstung (Kocher, Töpfe, Schlafsäcke und Matten), Tickets für die DOC Hütten und Essen für 4 Tage organisiert und am Montag den 5.10. ging es los.

Tag1 – Queenstown nach Mid Caples Hut
Zuerst sind wir mit zwei Autos von Queenstown etwa 1,5h zum Routeburn Parkplatz gefahren, haben dort dann ein Auto abgestellt und sind etwa 30min weiter zum Greenstone Roadend gefahren. Dort haben wir das zweite Auto abgestellt und sind in etwa 3h in einer Fluss/Wald/Wiesen Landschaft zur Mid Caples Hut gewandert. Unterwegs hat es dann kurzzeitig so ausgesehen, dass die Hütte schon gut belegt sei. Wir haben dann aber einige andere überholt und uns schlussendlich einen guten Schlafplatz gesichert. In der Hütte haben wir dann gekocht und eingeheizt und alles war gut.

Tag2 – Mid Caples Hut nach Lake Mackenzie Hut
Am nächsten Tag war geplant mindestens die 6h über den McKellar Saddle (945m) bis zum Lake Howden zu gehen. Zum ersten Mal haben wir geschwitzt und gefrohren aber es ging zügig voran. Nach dem Mittagessen in der Lake Howden Hut sind wir dann, etwas erschöpft,  noch weitere drei Stunden zur Lake Mackenzie Hut (1045m) aufgebrochen. In der Wettervorhersage die wir zu Beginn des Treks hatten, hatte es noch geheißen, dass wir gutes Wetter bis Mittwoch haben und erst am Donnerstag Nachmittag eine weitere Front durchzieht. So war geplant für die möglicherweise kritische Passquerung in Tag3 uns am Lake Mackenzie in Poleposition zu bringen. Wie wir dann in der Hütte angekommen sind haben wir aber leider erfahren, dass sich das Wetter geändert hat und bereits am Mittwoch Vormittag Regen, und am Nachmittag schwerer Regen und Schnee ab 600m kommt. Das war so ungefähr das Schlechteste was vorhergesagt werden konnte. Wer möchte schon gerne am Berg sein wenn Orientierung grundsätzlich durch die Schneefelder nicht leicht ist, die Sicht vom Schneesturm nicht möglich und noch dazu die Lawinengefahr durch Neuschnee erheblich zunimmt. In der Gruppe wurde dann beschlossen die Querung nicht zu machen und stattdessen die geplante Alternativroute über den Greenstone Trek zu machen.

Tag3 – Lake Mackenzie nach Lake Howden Hut
Nach einer ruhigen Nacht (wir waren die einzigen in der Hütte) habe ich Haferflockenbrei zum Frühstück gekocht. Danach sind wir zurück in Richtung Lake Howden aufgebrochen, unser Ziel war die 5h entfernte McKellar Hut. Ich war gemeinsam mit Chris unterwegs, wir haben noch Fotos gemacht und das Ganze ruhig angegangen, Matthias war mit Alicia schon voraus. Auf einmal hatte Chris ein Stechen im Bein und konnte kaum noch gehen. Ich habe ihm dann meinen Stock gegeben, den Rucksack abgenommen und habe mich aufgemacht um die anderen einzuholen. Nach etwa 20min habe ich sie erreicht und wie es der Zufall so will, hat es leicht zum Regnen begonnen. Ich habe dann Matthias den Rucksack von Chris gegeben und gebeten er soll schon mal mit Alicia zur nächsten Hütte vorgehen, das Gepäck deponieren und zurück kommen falls wir weitere Hilfe brauchen oder Chris tragen müssen. Danach sind Chris und ich langsam aber stetig weiter marschiert, er mit Schmerz verzerrtem Gesicht und ich mit Blick auf die immer dunkel werdenden Regenwolken. Zum Glück sind wir bevor der schwere Regen kam in der ersten Hütte am Lake Howden angekommen. Ich habe versucht einzuheizen, was mit nassem Holz und Unwetter draussen gar nicht so einfach ist. Eine Stunde später ist es aber dann gelungen. Dann wurde Essen gekocht und wir haben es uns rund ums Feuer gemütlich gemacht.

Tag4 – Lake Howden nach Greenstone Hut
Am nächsten Tag standen wir vor der Entscheidung gestanden entweder sofort zur nächsten Strasse etwa 1-2h in Richtung Divide Shelter aufzubrechen und von dort ein Auto zu stoppen oder den Greenstone Trek zurück zum Auto zu nehmen. Chris hatte gemeint „das geht dann schon“ und so machten wir uns auf den Weg. Das Gepäck von Chris wurde unter den anderen dreien aufgeteilt und wir sind guter Dinge los marschiert. Je länger wir marschiert sind um so müder und schmerzvoller sind unsere Beine geworden. Dieser Teil des Treks war wunderschön aber hat uns alles abverlangt. Nach dem Mittagessen am Waldweg sind wir mehr in Gras und Sumpflandschaften gekommen. Das Queren der Gatschlöcher hat sich dann manchmal doch als „interessant“ herausgestellt, einmal durfte ich sogar meine Schuhe ausziehen. Am Abend sind wir dann vorm Finsterwerden in der Greenstone Hut angekommen. Zum Glück gab es jede Menge Feuerholz herum und so war im Nu ein gutes Feuer gemacht.

Tag5 – Greenstone Hut nach Queenstown
Am nächsten Morgen waren wir dann guter Stimmung. Vom Essen war fast alles aufgegessen, so war unser Gepäck leicht und wir sind los marschiert. Am Bach wurde kurz Rast gemacht und dann erreichten wir gegen Mittag wie geplant das Auto. In Glenorchy sind wir dann kurz bei einem Restaurant stehen geblieben und haben etwas gegessen. Es ist schon ein eigenartiges Gefühl nach 5Tagen von selbst gekochtem möglichst leichtem Essen wie Suppe, Haferflocken+Milchpulver oder Nudeln wieder vor einer vollen Speisekarte zu stehen. Ich habe mich dann für Lammburger entschieden. Am Abend sind wir dann auch in Queenstown nochmal unterwegs gewesen und Chris hat uns auf einen Burger eingeladen. Am Tag danach war er beim Physiotherapeuten, und es hat sich herausgestellt das es nur eine Muskelzerrung war, Ende gut, Alles gut sozusagen.

Mittlerweile sind schon wieder einige Tage seit dem Trek vergangen und ich werde morgen mit Matthias gemeinsam aufbrechen und die Südinsel weiter mittels Auto erkunden, ich bin schon gespannt wie das wird. In der Hochsaison über Weihnachten/Sylvester bis Februar bin ich dann wieder fix in Queenstown. Eventuell gibts dazwischen einen Abstecher nach Australien aber das ist noch nicht fix.

Alles Liebe an die Daheimgebliebenen,
Max

Weltreise China, Chengdu, Lijiang und Beijing

Ich bin heute Nachmittag noch in Bangkok, über Nacht geht es dann weiter nach Neuseeland. Heute Vormittag war ich in Bangkok zum zweiten Mal im Spital, nichts Schlimmes aber ich hab mir in der letzten Unterkunft in Beijing wohl einen Nerv eingeklemmt oder ähnliches und konnte wegen der Schmerzen nicht mehr schlafen. Mittlerweile ist es aber nach diversen Ultraschall-, Wärme- und Massagesessions wesentlich besser und am Wichtigsten, ich kann wieder durchschlafen. Nun aber zu der weiteren Reise in China. Vorweg ist zu sagen, ich werde wieder dorthin zurückkehren, knapp 2 Monate sind einfach zu wenig. Einen passenden Weg für ein Jahresvisum hat sich mittlerweile ergeben.

Von Kunming ging es dann weiter mit dem Zug nach Lijiang. Dort bin ich bei Tom einer netten kleinen Herberge untergekommen und habe viele Leute getroffen. In den Bildern seht ihr uns bei meinem ersten chinesischen „Hotpot“ und beim „Dumplings“ ähm, Teigtaschen machen. Neben den anderen Reisenden habe ich hier auch erste Freundschaften mit den Einheimischen geschlossen. Das hat so gut funktioniert, dass ich beschlossen habe, dass in China in jeder Stadt zu versuchen in die ich komme. Mit einer kleineren Runde von meiner Herberge sind wir dann zum „Tiger Leeping Gorge“ Trek in ein nahegelegenes Tal aufgebrochen. Es hat doch jeden Tag geregnet und so habe ich, wie es die Chinesen machen, auf Verdacht einen Schirm mit genommen. Ich muss sagen, nachdem es nicht windig war, hat das ganz gut funktioniert und ich und mein Gepäck blieben fast trocken im Gegensatz zu meinen Kollegen. Der Trek war für mich eher eine Wanderung im Gatsch, aber durch die Gesellschaft der anderen dann doch sehr nett.

Danach bin ich weiter über Kunming nach Vietnam zwecks Visarun gereist. Das chinesische Touristenvisum welches in Hongkong bekommen habe ist nur für zwei mal 30 Tage gültig, sprich nachdem die ersten 30 Tage um sind muss ich das Land verlassen und darf danach für 30 weitere Tage kommen. Von Kunming aus kann man mit dem Zug in 5h die Grenze erreichen, das war dann die komfortabelste Lösung. Was ganz lustig ist, anders wie in Indien, sind die Chinesen sehr höflich wenn es ums Foto machen geht. Im Falle des Visaruns bin ich dann noch länger in einem Cafe in der Grenzstadt versumpft und erst nach etwa 2h ist eines der Mädels anspaziert und hat um ein Foto gebeten. Wie ich dann zugesagt habe waren auf einmal alle da. Ich habe dann angefangen Gruppenfotos mit ihnen zu machen, habe dann aber das Weite gesucht. Weiters ist es auch immer wieder anzutreffen, dass Paare oder ganze Familien sich einheitlich kleiden, von T-Shirt bis zu den Schuhen.

Wie ich dann zum dritten Mal wieder in Kunming angekommen bin, hat es sich schon fast wie ein Zuhause angefühlt. Ich hab erste Phrasen auf Chinesisch sprechen können, hatte lokale Kontakte falls ich nicht mehr weiterkomme oder weiter weis und ich konnte die verfügbaren Verkehrsmittel effektiv und ohne Probleme nützen. Es ging dann weiter im Zug nach Chengdu. Die Stadt ist berühmt für ihre Pandas, ich habe aber diesmal leider keinen zu Gesicht bekommen, da ich in der Zeit dort zu beschäftigt war, mit Stadt und Leute kennenlernen. In Chengdu ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass die Luft nicht immer nur gut ist, und der Himmel manchmal sehr grau erscheint. Ich wurde erneut zum Hotpot eingeladen, diesmal auf eine etwas andere Art, man sucht sich alle Stäbchen aus die man essen möchte und los gehts. Was ich erst im Nachhinein herausgefunden habe war, dass die Stäbchen verschiedene Längen und damit verschiedene Preise haben. Apropo Stäbchen, die Nahrungsaufnahme damit macht keinerlei Probleme mehr, jedoch halte ich es manchmal nicht für die beste Methode, zum Beispiel ein halbes Huhn mit Stäbchen zu essen wie es teilweise gesehen habe ist mir dann doch zu blöd, da nehm ich dann doch die Finger, oder z.B. für die Pizza Messer und Gabel. Weiters habe ich in Chengdu erfahren, dass man in einem Hotel oder Restaurant in China immer nach einem „Fapiau“ fragen sollte. Erhält man diesen, kann man das Lotterie Feld freirubbeln und erhält oftmals Geld zurück. Das Ganze funktioniert so, dass wenn ein Restaurant Steuern bezahlt ja hier normalerweise nicht alles offiziell gemacht wird. Nachdem aber hier nur Fapiau für den Umsatz ausgegeben werden, wo auch Steuern bezahlt wurden und die Gäste wegen der Lotterie Fapiau verlangen gefällt mir dieses sich selbst regelnde System gut. Ein Besuch im KTV darf in China natürlich auch nicht fehlen, so sind wir in Chengdu am Nachmittag in einem Karaoke Laden gegangen. Ich war sehr positiv überrascht von der Musikauswahl (es gab Songs die ich auch kannte und mochte) und von dem Ambiente. Das hatte dann doch etwas von Singstar Session vs. Nightclub bei uns zuhause, allerdings auf höherem Niveau. Ein Besuch dort an einem Samstag Abend habe ich aktuell aber bewusst vermieden.

Von Chengdu ging es dann weiter mit dem Zug in die Hauptstadt Beijing aka Peking. Dieses Mal war die unterste Klasse im Zug nicht mehr verfügbar und ich habe eine Klasse höher gebucht. Das war ganz lustig, da die Tochter der Familie in meinem Abteil war etwas English sprechen konnte und so die Fahrt wie im Flug vergangen ist. In Beijing konnte ich dann bei Suki auf der Couch schlafen (Couchsurfing sei Dank). Das hat dann doch für gute Stimmung gesorgt. Wir haben gemeinsam die Stadt erkundet und verschiedenste Sehenswürdigkeiten (Tiamen Square, Verbotene Stadt ..) und Speisen genossen. Auch hier gab es Hotpot, allerdings eher in einer Art HotPot-McDonalds (XiabuXiabu) was sehr sehr lecker war. Nach einigen Tagen bin ich dann alleine in Beijing umher gereist, habe neue Leute kennengelernt, verschiedenste Ecken der Stadt erkundet und einige Dinge probiert. Unter anderem war ja das Display von meinem Tablet kaputt, so habe ich versucht es in Beijing reparieren zu lassen. Schlussendlich habe ich dann die „Electronic City“ gefunden, eine Shopping Mall voller Bastler die Hardware reparieren, Telefone, Laptops etc. Ich habe mich hier sofort zuhause gefühlt, vom Flair hatte das Etwas von der Hardwareecke am CC Congress. Leider hat das Tauschen des Displays in der günstigsten spezial spezial Variante fast soviel wie ein neues Gerät gekostet, also habe ich dagegen entschieden. Weiters habe ich einen Decathlon gefunden und mich mit dem nötigen Equipment für Neuseeland eingedeckt. Zu Beginn, wie ich in Beijing angekommen bin war strahlend blauer Himmel, zwei Tage später war das dann aber eine graue Suppe und ich habe zum Husten angefangen. Ein Blick auf meine Airquality App hat das dann bestätigt und ich habe den Tag im Haus verbracht.

Allgemein ist China dann doch sehr sehr anders als alles was ich bis jetzt erlebt habe. Ich hatte zu Beginn etwas Schiss weil ich die Sprache nicht kann und ich manchmal nicht willkommen bin. Mittlerweile muss ich gestehen, bin ich Chinafan. Natürlich gibt es da Einiges was mir sauer aufstößt. So ist das Internet meistens langsam, meine Vermutung ist, dass das Packetfiltering der GreatFirewall mit der Datenmenge einfach nicht zurecht kommt und so in den Lastzeiten Traffic außerhalb von China nur schwer durch kommt. Weiters sind viele Webseiten, u.a. das gesamte Google Framework gesperrt. Das hat aber auch seine Vorteile, Android ohne Google ist damit Realität für fast alle in China und diverse Alternativen durchaus vorhanden (z.B. Baidu Appstore). Viele der Reisenden verwenden VPNs, allerdings wurde berichtet, dass VPN User oftmals mittels DriveByDownload infiziert wurden und auch hier ist die Bandbreite definitiv gedrosselt ist. Was auch auffällt, dass die Chinesen sich extrem an die Regeln halten. So haben mich meine chinesischen Freunde kritisiert, wie ich die Strasse ohne Autos bei rot überquert habe. Das macht man nicht, und aus, keine Diskusion ob das sinnhaft ist oder nicht. Das ist dann doch ein anderer Ansatz wie bei uns. Auch aufgefallen ist mir das beim Bus. Man steigt normal ein, bezahlt mittels Karte auf Kartenleser, es biepst und du hast bezahlt. Aus einem mir unbekannten Grund hatte es bei meiner Karte für eine Woche nicht „gebiepst“, sprich ich hatte nicht bezahlt aber keiner der Busfahrer hätte auch irgendwann mal etwas gesagt oder mich komisch angeschaut. Nach meinen Lebensmittel Geschichten in Indien war das Essen in China ein reiner Genuss. Ich hatte zweimal etwas zu scharf gegessen aber sonst war alles bestens.

Ich bin schon auf Neuseeland gespannt. Gestartet wird eine Woche in Auckland, dann geht es weiter nach Queenstown. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Grüße aus Bangkok,
Max

Weltreise Indien, Trekking von Shimla nach Kalpa

Hallo liebe Reisebloglesende!

Ich hatte ja vor, vor meiner Chinareise nochmals in den Norden zu gehen. In Shimla bin ich dann nach einigen Tagen auf Jane aus England gestoßen. Sie hatte im Tagebuch ihres Urgroßonkels die Beschreibung einer Wanderung von Shimla nach Kalpa entdeckt und wollte diese ca. 100 Jahre später nochmals versuchen. Ich war von der Idee angetan (und auch davon einen Trek abseits der üblichen Routen zu machen) und so haben wir mit der Planung gestartet. Zuerst hatte ich gedacht den Trek mit Karte großteils alleine machen zu können. Nachdem aber kein gutes Kartenmaterial und einige Unsicherheitsfaktoren vorhanden waren haben wir mit unterschiedlichen Guides gesprochen und sind bei Satish fündig geworden. Gleichzeitig ist auch Michael aus Deutschland zu uns gestoßen und Satish hat als zweiten Guide seinen Freund Chayan mitgebracht. Das Gepäck haben wir im YMCA untergestellt und am 9.5. ging es dann los.

Tag1 – Shimla nach Rampur
Für den ersten Tag war geplant langsam mit dem Trekking zu starten und großteils mit dem Bus zu fahren. Sobald wir in ein Dorf gekommen sind und die alten Fotos aus dem Tagebuch rausgeholt haben wurden wir gleich von hilfreichen Leuten umringt. Normalerweise wird man ja wenn man in eine abgelegenere Gegend geht angestarrt was sich oft etwas komisch anfühlt, sobald aber die Bilder gesichtet wurden hat sich das geändert. Die Leute wollten die Fotos sehen und einen Beitrag zum Finden des alten Hauses oder der Landschaft leisten. Unsere Guides haben hier für die nötige Kommunikation gesorgt, wobei mir möglich war teilweise die Sätze zu verstehen, da meist Hindi gesprochen wurde. Auch das Lesen von Hindi wurde wieder trainiert da fast alle Schilder, Shopnamen etc. ausschließlich in Hindi geschrieben sind. Ich wurde als Kassier für die Reise ausgewählt, so habe ich im Vorhinein die Kosten bezahlt, dokumentiert und später wurde dann alles aufgeteilt. Wie wir dann schon in der Nähe von Rampur am NH22 (National Highway 22) waren ist zuerst kein Bus gekommen. Ein Autostop hat uns in kürzester Zeit mitgenommen und wir sind zum Sonnentempel gefahren. Dort wurden wir von vielen vielen Kindern begrüßt. Ich habe mit ihnen Federball gespielt, die Hauptattraktion war aber sicher Jane. Das Guesthouse neben dem Tempel war leider schon belegt, so war nicht ganz klar wo wir heute Abend nächtigen. Theoretisch hätten wir immer auf Zelt und Schlafsack zurückgreifen können doch das wollten wir uns für später aufheben. Es wurde schon langsam dunkel und wir sind zu Fuß am NH22 entlanggegangen. Diesmal hat Autostop nicht funktioniert und uns war nicht ganz klar wir wir jetzt weiter vorgehen. Ich hatte dann gesagt wenn ein Bus kommt dann fahren wir bis nach Rampur da es dort viele Möglichkeiten gibt und so haben wir es dann auch gemacht. In Rampur angekommen hat es sich als etwas schwierig herausgestellt ein günstiges gutes Hotel zu finden. Zu guter Letzt hat es dann auch noch zu Regnen angefangen, wir waren hungrig und müde und wir haben uns dann für ein mittelpreisiges Dreckloch entschieden. Meine Mitreisenden haben getrödelt und ich war unentspannt und hungrig. Eine halbe Stunden später war dann alles gut, also der Bauch voll und die Stimmung wieder besser.

Tag2 – Rampur nach Gaura
Am nächsten Tag sind wir zuerst in Rampur umher um die verschiedenen Plätze aus dem Tagebuch zu finden. Einige Stunden später sind wir dann mit dem TukTuk den Berg hochgefahren und haben einen Bekannten von Satish getroffen. Dieser hat uns von der kürzlich stattgefundenen Bärenattacke erzählt und uns die typische Mischung aus Messer/Sichel/Machete mitgegeben. Danach ging es der Straße entlang den Berg noch Richtung Gaura. Michael ist uns vorausgegangen und dann plötzlich war er nicht mehr da. Einige Abkürzungen später haben wir ihn aber wieder getroffen. Am Weg konnte man klar erkennen, dass hier wilde Tiere am Werk sind. So haben wir dann doch die eine oder andere gerissene Kuh entdeckt. Als Wegzehrung gab es dann (wie später noch so oft) Roti und Dal. In Gaura angekommen wurden wir freundlich empfangen. Ich habe die Gelegenheit genützt und habe in einem Bach meine Füße rein gehalten, ah tat das gut im kalten Wasser. Wir konnten dann im Government Resthouse für etwa 500 Roupie unterkommen und haben uns zu fünft ein Zimmer geteilt. Ich habe mit Michael eine Münze geworfen, so hat er und Jane das Bett bekommen und ich habe mit Matte und Schlafsack mit unseren Guides auf dem Boden übernachtet.

Tag3 – Gaura nach Sarahan
Tags darauf war geplant um 7Uhr30 den Bus zu nehmen, was sich aber als unmöglich herausstellte. Aufstehen, Klogehen, Waschen, Frühstücken braucht hald alles seine Zeit. Wie in Indien üblich hat es aber dann doch noch funktioniert. Wir sind zu Fuß aufgebrochen und haben uns mit Autostop versucht, erfolgreich nach einiger Zeit. Auf der Ladefläche wurde kräftig auf der Flöte musiziert, bravo Satish und Michael. Es stellte sich heraus, der Bus hatte eine Reifenpanne und wir haben ihn nach einiger Zeit wieder überholt. Später sind wir dann vom Auto wieder in den Bus gewechselt und nach einiger Zeit mitten in der Pampa ausgestiegen und der Straße per Pedes gefolgt. Unerwartet schnell sind wir in Sarahan angekommen, in unserer Rechnung sind irgendwo einige Kilometer untergegangen was aber nicht weiter schlimm war. Wir sind dann im Tempel im Dormitory für 70 Roupie pro Nase untergekommen und haben den Nachmittag entspannt.

Tag4 – Sarahan nach Tranda
An diesem Tag sind wir zum ersten mal richtig in die Berge gekommen. Zuerst haben wir für 20min den Bus genommen und dann ging es, meist in der selben Höhenlage dem Berg entlang, richtig richtig schön. Die Flußquerungen stellten sich teilweise als ganz schön sportlich heraus, wer wird schon gerne nass, ganz zu schweigen vom Gepäck. Zum Schluss des Tages ging es dann noch kräftig 200-300 Höhenmeter einen Hügel hinauf, da waren wir dann schon ganz schön schlapp. Im Resthouse des Forrestdepartments konnten wir nächtigen. Essen war keines verfügbar, so haben unsere Guides für uns gekocht. Es scheint als wäre in diesem Resthouse schon lange keiner mehr gewesen, so haben wir zwei Wasserhähne auf einmal in der Hand gehabt. Blöderweise gab es keinen Haupthahn, nur einen großen Wassertank, ups. Wir haben dann einen Stock gebastelt und den Wasserhahn provisorisch wieder verschlossen.

Tag5 – Tranda nach Nachar
Am nächsten Tag ging der Trek nach wie vor den Berg entlang doch mittlerweile gab es erste Probleme. Michael hatte eine Speiberei erwischt, Jane hatte Blasen an den Füßen, der Weg war durch einen Erdrutsch verschüttet und es fing an zu regnen. Bis jetzt war ja alles sehr einfach bei diesem Trek, ich dachte mir dann ok, jetzt sehen wir ob wir als Gruppe gut zusammenhalten und wie wir diese Situation meistern. Wir haben das Gepäck von Michael aufgeteilt, Satish hat den restlichen Rucksack geschleppt. Ich bin mit Jane am Ende relativ langsam gegangen. Die Guides haben ihre lokalen Freunde antelefoniert und einen anderen Weg, wenn auch etwas abenteuerlich gefunden. Wie es dann zu regnen angefangen hat hab ich eine Höhle am Weg entdeckt und wir haben uns für einige Zeit verkrochen, ich hab die Trockenfrüchte ausgepackt und die Stimmung war wieder gut. Es ging dann weiter runter ins Tal, eine richtig große Flußquerung (und es war Gottseidank bewölkt an diesem Tag, sprich weniger Schmelzwasser) und auf der anderen Seite wieder hoch nach Ponda wo wir geplant hatten zu nächtigen. Im Resthouse dort sind wir aber sehr ungemütlich empfangen worden und sind dann wieder gegangen und mit dem Bus weiter nach Nachar gefahren. Zwischenzeitlich haben wir uns dort telefonisch schon angemeldet und dort angekommen war die Erfahrung wie ausgewechselt. Empfangskomitee, richtig nette Leute und ein unglaublich gutes Abendessen im Schlafzimmer vom Shopbesitzer.

Tag6 – Rasttag in Nachar
Ich hatte am Tag zuvor schon vorgeschlagen einen Rasttag zu machen um unsere Batterien wieder aufzuladen. Jane und Michael hat mein Vorschlag gut gefallen und so sind wir einen weiteren Tag in Nachar geblieben. Jane hat neue Schuhe gekauft. Michael hat im Krankenhaus eine Gitarre ausgeborgt und einige Stücke zum besten gegeben, u.a. If I Was von Young Rebel Set.

Tag7 – Nachar nach Urni
Nun ging es weiter zurück ins Tal zum NH22. Zuerst den Berg entlang auf einem Trek, dann der Straße entlang vorbei an Kraftwerken und vielen Lastern und Baumaschinen. Im Tal generell wurde viel an der Strasse und an diversen neuen Wasserkraftwerken gebaut. Im Vergleich zu der Schönheit und Ruhe die Tage davor war es hier heiß, stickig und laut. Nach einiger Zeit habe ich dann im Schatten auf die anderen gewartet und einen Autostop vorgeschlagen. Der Jeep hat uns dann bis Tapri mitgenommen wo wir ausgiebig zu Mittag gegessen haben. Von dort ging es dann richtig steil den Berg hoch. Der NH22 war hier durch einen Erdrutsch gesperrt und so musste der ganze Verkehr sich auf den Berg hoch quälen. Glücklicherweise mussten wir die Strasse nur teilweise benützen. Einmal ist in einem Steilhang der Felsen unter mir weggerutscht und ich konnte mich gerade noch mit meinem Stock fangen. Leider ist er dabei gebrochen und so habe ich mir einen neuen suchen müssen. Gegen Abend sind wir dann in einem weiteren Resthouse in Urni angekommen. Lustigerweise hatte hier das Zimmer auf einmal doppelt so viel wie in den Resthouses zuvor gekostet, eine Diskussion hat den Preis leider nicht gesenkt und auch beim Essen wurden wir etwas gelinkt.

Tag8 – Urni nach Kalpa
Eigentlich war geplant an diesem Tag nur Roghi zu erreichen aber schlussendlich haben wir es mehr als 20km bis nach Kalpa, unserem Reiseziel geschafft. Zuerst hatten wir großteils auf das Trinkwasser vergessen. So hatte nur ich eineinhalb Litter Getränk dabei. Zu Beginn sind wir der Strasse entlang gefolgt. Es war richtig laut und staubig und es gab einen großen Stau weil ja der Verkehr von dem NH22 umgeleitet war und die Inder alle ziemlich egoistisch versucht haben den Berg hoch bzw. runter zu kommen. 20min später sind wir dann auf einen anderen Weg gekommen und waren alleine unterwegs. Verschiedenste Versuche Wasser zu finden waren nicht erfolgreich und das Gelände wurde immer trockener. Dann ganz plötzlich kam Michael mit einer vollen Flasche ums Eck. Die Wasserleitung hatte hier ein Leck und sauberes, gutes Wasser kam heraus. Wir haben alle unsere Flaschen und Bäuche gefüllt und die Stimmung war wieder gut. Es ging weiter an Schneefeldern vorbei, über Flüsse und hoch hinauf auf den höchsten Punkt unseres Trekks auf 2915m laut meiner Uhr. Danach ging es langsam aber stetig bergab bis nach Roghi. Dort angekommen sind wir zuerst von den Einheimischen zu einem religiösen Festival eingeladen worden. Wir wurden königlich bewirtet mit Tee, Schnaps, gebackenem Gemüse, Roti und Schafsfleisch und wir wurden mit Trockenfrüchten behängt. Einige Fotos später sind dann auf einmal andere Personen auf uns zugekommen und haben uns Essen und Getränke weggenommen, wir haben dann beschlossen zu gehen, sind uns aber nicht sicher was genau zu diesem Stimmungsumschwung geführt hat. Nachdem Kalpa nur mehr 40min entfernt war haben wir dann beschlossen es an diesem Tag noch bis dorthin zu versuchen. Am Weg hat der Fluss die Straße etwas weg gespült, so habe ich den Einheimischen geholfen mit Steinen die Überfahrt wieder zu reparieren. Müde, erschöpft aber glücklich sind wir dann in Kalpa angekommen und waren von der 5000er Kulisse beeindruckt. Dieses Mal haben wir uns dann den Luxus gegönnt ein Zweibett- und ein Dreibett Zimmer zu nehmen und ausgiebig zu schlafen.

Tag9 – Rasttag in Kalpa
Am nächsten Tag sind wir dann in Kalpa geblieben und haben dort die Umgebung erkunden bzw. einfach die Seele baumeln lassen, die beeindruckenden Berge bestaunt und Tempel, Shops und Restaurants in Chini besucht. Am Abend sind wir per Autostop in einem Laster in das nächste Dorf gefahren und haben einige Biere organisiert. Am Abend habe ich dann allen das Kartenspiel Knirps beigebracht und so wurde lustig bis in die Nacht hinein gespielt.

Tag10 – Kalpa nach Chitkul
Am Rückweg war geplant eine im Tagebuch erwähnte Engstelle am NH22 zu suchen und dann einen Abstecher über Sangla nach Chitkul zu machen. Nach einem zuerst netten Trek haben wir das Gepäck unserem Guide Chayan im Bus mitgegeben und sind dann ohne Gepäck den NH22 entlang spaziert. Viele Kilometer später habe ich dann beschlossen, ich mag nicht mehr und werde jetzt einen Autostop versuchen, unerfolgreich. Zum Glück gab es dann eine kleine Mahlzeit und die Engstelle war gefunden, aber irgendwie nicht mit dem Tagebuch konform. Wir haben dann einen Laster angehalten der uns dann bis zu unserem Gepäck mitgenommen hat. Dann haben wir den Bus nach Chitkul auf 3400m genommen, eine durchaus interessante und abenteuerliche Fahrt. Am Abend war geplant in Chitkul zu Campen, wir waren uns aber mit der Temperatur nicht ganz sicher. So wurde eine Münze geworfen und wir haben und für Zimmer, 350 Roupien pro Zimmer entschieden. Am Abend haben wir dann ein Feuer am Fluss gemacht.

Tag11 – Rasttag in Chitkul
Nachdem es doch richtig schön hier oben in den Bergen ist haben wir beschlossen noch einen weiteren Tag zu bleiben. Ich wollte schauen wie es mit meiner Kondi steht und bin auf den nächsten Berg gedüst, 250 Höhenmeter in unter 30min in der Höhenlage sind ok für mich. Am Abend war geplant ein richtig großes Feuer zu machen. Wir haben Getränke, Gemüse und Musik besorgt und sind auf zum Feuer. Ein richtig toller Abend zu Beginn, leider hat mich die allgemeine Freude verleitet und ich habe den lokalen Wein gekostet, Schnaps würde man bei uns sagen. Zu dem Zeitpunkt wo mir bewusst wurde wie intensiv das Getränk ist und ich mir den Finger in den Hals gesteckt habe war es dann schon zu spät und der Schaden angerichtet. Die anderen haben mich dann ins Bett gebracht, soweit so gut, wenn da nicht geplant wäre um 6Uhr30 am nächsten Morgen mit dem Bus nach Shimla zu fahren.

Tag12 – Chitkul nach Shimla
Der Bus ist an diesem Tag glücklicherweise nicht gefahren, so konnte ich noch länger schlafen und wir haben dann bis Sangla den Cheep genommen und erst von dort den Bus. Mir war immer noch ungut und in Gedanken an die über 200km Busfahrt ist es mir auch nicht besser gegangen. Intuitiv habe ich meine Reiseapotheke geprüft und habe Nux Vomica entdeckt. 5min nachdem ich die Kugerl zu mir genommen habe hat sich mein Bauch gemeldet, jetzt bin ich entspannt, und so war es dann auch. Die Busfahrt war lang und intensiv. Zurück in Shimla hatte ich gedacht ich hätte ein Zimmer reserviert, aber irgendwie habe ich da eine Telefonnummer verwechselt. Wir haben dann ein neues Zimmer gesucht und sind müde ins Bett gefallen.

Am nächsten Tag, dem 21.5. sind wir dann in Shimla noch gemeinsam Abendessen gegangen und haben unseren Guides unseren Dank in Worten und Marie übermittelt. Alles in allem eine sehr gelungene Geschichte. Im August plant Satish einen weiteren Trek, vielleicht ergibt es sich und ich kann hier auch mit dabei sein, wir werden sehen.

Grüße aus den Bergen,
Max