Launchpad als Kinderspielzeug

Wer hätte gedacht, dass 30 Minuten Scripting für den Kleinen (zweieinhalbjährigen) so einen Spaß machen. Verwendet wurden:

  • Ein bestehendes Launchpad Mini (https://novationmusic.com/de/launch/launchpad-mini)
  • Die dazu passende Python Library (https://github.com/FMMT666/launchpad.py)
  • Python für VSCode (https://marketplace.visualstudio.com/items?itemName=ms-python.python)

Die eigentliche Logik für „Drücken bis rot .. aufnehmen .. abspielen“ war dann als Erstversion schnell gestrickt, viele weitere Versionen mit Farben, blinkenden Buttons u.s.w. werden folgend denke ich 🙂

#!/usr/bin/env python
# based on "Quick button test" from https://github.com/FMMT666/launchpad.py/blob/master/examples/buttons_raw.py

import sys
import time
import winsound
from time import sleep
import sounddevice as sd

try:
    import launchpad_py as launchpad
except ImportError:
    try:
        import launchpad
    except ImportError:
        sys.exit("error loading launchpad.py")

def main():

    lp = launchpad.Launchpad()
    if lp.Open():
        print("Launchpad Mini ready ...")

    lp.Reset()  # turn all LEDs off

    print("\nQUIT: Push one single button ten times in a row.\n")

    lastButtonNr = -1
    lastButtonPressed = -1
    buttonNr = -1
    buttonPressed = -1
    tStart = time.time()
    buttonPressed = 0
    recordingStarted = 0
    data = {}
    while True:
        # read buttons
        buts = lp.ButtonStateRaw()

        # if still same button pressed for > 3sek
        if buttonPressed == 1 and (time.time() - tStart) > 2 and recordingStarted == 0:
            print('start recording')
            lp.LedCtrlRaw(buttonNr, 1, 0)
            data[buttonNr] = sd.rec(
                int(5 * 44100), samplerate=44100, channels=2)
            sd.wait()
            recordingStarted = 1

        # debug make loop slower
        sleep(0.1)

        # if button pressed do further processing
        if buts != []:
            buttonNr = buts[0]
            buttonPressed = buts[1]
            print('Debug: ButtonNr: {} is pressed: {}'.format(
                buttonNr, buttonPressed))

            # button pressed short
            if buttonPressed == 1 and (time.time() - tStart) > 0 and (time.time() - tStart) < 2:
                if buttonNr in data:
                    print('play recording')
                    sd.play(data[buttonNr], 44100)
                    sd.wait()
                else:
                    print('no recording found')

            # stop recording if recording started and same button is released
            if buttonNr == lastButtonNr and buttonPressed == 0 and recordingStarted == 1:
                print('stop recording')
                lp.LedCtrlRaw(buttonNr, 0, 1)
                recordingStarted = 0

            # if a new button is pressed restart timer
            if lastButtonNr != buttonNr or lastButtonPressed != buttonPressed:
                print('reset timer')
                tStart = time.time()

            # set needed variables
            lastButtonNr = buttonNr
            lastButtonPressed = buttonPressed

    print("bye ...")
    lp.Close()  # close the Launchpad

if __name__ == '__main__':
    main()

Reise nach Marokko

Seit der Rückkehr nach der Weltreise haben wir nur noch Kurztrips in Europa unternommen oder sind nach China gefahren, um Verwandte zu besuchen. Umso schöner war es dann Anfang März wieder einmal die Rucksäcke für eine Reise, diesmal nach Marokko zu packen. Die Voraussetzungen dafür waren günstig, der Flug von Wien mit Lauda direkt um einen unschlagbaren Preis. Das Gepäck (bis auf die Babysachen) vernachlässigbar leicht, wenig Regen angesagt und Reisebudget so wie es aussah im günstigen Rahmen. Einzig allein die Corona Situation in Italien gab uns zu denken doch wir hatten uns dann für eine Abreise entschieden.

Zuerst ging es mit dem Zug nach Wien und weiter mit dem Flieger nach Agadir. Am Flughafen werden wir mit dem ersten Corona Check konfrontiert, ich fülle alle Formulare wahrheitsgemäß aus, unter anderem war z.B. ich im Oktober noch in China. Der zuständige Beamte traut sich da nicht ganz drüber und wir werden an die Ärzte Vorort verwiesen. Die lesen nur Oktober auf dem ersten Formular und lachen den Beamten aus, soweit alles gut, wir dürfen einreisen. Im meinem Kopf stell ich mir die Frage was passiert wäre wenn man auch die anderen Formulare überprüft hätte, aber egal. Unser Host Mohammed holt uns vom Flughafen ab, wir kommunizieren in Brocken von Englisch, Spanisch und Französisch und stellen fest, dass der Verkehr hier sehr „tranquillo“ ist. Unsere Unterkunft liegt im 3. Stock eines Wohnblocks, ein Airbnb. Es gibt alles was man benötigt, sogar einen Lift für den Kinderwagen. Draußen ist es staubig. Ums Eck ca. 5 Minuten liegt Souk El Had, der große Markt der Stadt. Hier finden wir Essen, Obst, Gemüse und auch vieles andere zu sehr günstigen Preisen. Am ersten Abend, schon müde von der Reise, essen wir Harira, eine lokale vegetarische Suppe mit Nudeln und Kichererbsen um etwa 0,5€ pro Person. In den folgenden Tagen bleiben wir in der Stadt. Wir machen erste Ausflüge mit dem Bus, besuchen einen kleinen Zoo und natürlich den Strand. Julien ist besonders von den Tieren im Zoo und dem Strand sehr begeistert. Ganz generell ist Reisen mit Baby natürlich anders. Am Anfang war es schwer mit anzusehen wie sich der Kleine in der Mittagshitze in dieser staubigen Umgebung plagt aber spätestens, wenn man dann sieht wie er den Verkäufern im Markt die Tomaten stibitzt oder am Strand herumtollt, dann weis man schon, das passt. Wir haben uns natürlich arrangiert und versucht Dinge zu machen die babytauglich sind aber so ganz genau kann man das im Vorhinein oft nicht sagen. Generell ist zu sagen, dass die Leute (vielleicht gerade wegen des Babys) sehr offen und hilfsbereit waren. So ist es passiert, dass beim Windelwechseln in einer Gasse im Buggy sich plötzlich das Fenster über uns auftut und wir ins Haus eingeladen werden. Der „Boxenstop“ hat dann etwas länger gedauert als erwartet und wir bekamen Tee, Essen und sogar Geschenke. Sollten wir wieder mal nach Agadir kommen wissen wir schon wo wir wohnen werden.

Mit dem Bus ging es weiter nach Essaouria, ebenso einer Küstenstadt wir Agadir. Dort angekommen wurden wir von einer Schweizerin empfangen und fühlten uns in unserer neuen kleinen Bleibe im dritten Stock gleich wie zu Hause. In der alten Innenstadt sind wir nach der Ankunft gleich herumgestreunt aber haben im Reiseeifer die warmen Jacken zu Hause vergessen, was dann am Nachmittag im windigen Essaouria ganz schön kühl wurde. Am Abend bin ich dann noch rausgegangen etwas einzukaufen, zuerst Wasser für den kleinen im Shop ums Eck und dann nochmals Frühstück für morgen. Als ich zu unserem Haus zur blauen Tür zurückkomme ist auf einmal das zuvor gekaufte Wasser weg und auch das Fahrrad, das daneben stand, komisch denke ich mir, da hat wohl jemand mein Wasser brauchen können aber bei 0,8€ für 5 Liter soll es mir recht sein. Am nächsten Tag sind wir dann ausgiebig in der Altstadt umhergeschlendert, haben den Hafen angeschaut, die Aussicht von den Burgmauern genossen und so weiter. Leider war Julien wegen dem Wind etwas verkühlt was uns dann dazu bewogen hat am folgenden Tag nach Marrakesch weiterzureisen. Wie wir am Abend dann zurückkommen von der anderen Seite der Straße, schon etwas müde öffne ich die Tür und sehe hurra, meine Wasserflasche und das Fahrrad daneben sind wieder da. Wir gehen also mit Wasser und Buggy in den dritten Stock, aber irgendetwas fühlt sich komisch an. Als wir oben angekommen sind, wissen wir was passiert ist, wir sind im falschen Haus, scheinbar haben hier zwei Häuser den gleichen Haustürschlüssel unten und eine Tür die fast gleich aussieht. Deshalb hatte ich das Wasser am Abend nicht gefunden, hab wohl im Halbdunkeln die falsche blaue Tür erwischt. Nachdem wir dann wieder unsere Unterkunft gefunden hatten, ging es ans packen für die Abreise am nächsten Tag.

Wieder mit dem Bus ging es weiter nach Marrakesch. Diesmal nicht mit CTM, sondern Supr@tours weil die Abfahrtszeit günstiger war, Preis und Erlebnis sind in etwa gleich. In Marrakesch angekommen werden wir von vielen Taxis empfangen, für 100 Dirham (umgerechnet etwa 10€) würde man uns in die Stadt bringen, ich habe etwas von 30-50 auf Wikivoyage gelesen, unser Host sagt 15-20. Wir verlassen die Menge und ein Taxi bleibt auf der Straße stehen, wir einigen uns auf 30 die anderen Taxler rennen uns schreiend hinterher aber wir sind schon weg, 10 Minuten später sind wir schon da, am zentralen Platz Jemaa el Fna, da haben wir wohl zu viel bezahlt. Später machen wir dieselbe Fahrt für 7. Wir treffen unseren Host und gehen einige kleine Gassen weiter zu unserer Unterkunft. Die Situation stellt sich als nicht ganz sauber und auch nicht babytauglich dar, aber mangels preiswerten Alternativen bleiben wir einige Tage. Wir „verlaufen“ uns vielfach in den Märkten und Gassen, was allerdings hier nicht unterschätzt werden sollte, sind die Motorräder die auch in den engen Gassen einem um die Ohren fahren. Wie bereits in Agadir haben wir auch den Bus verwendet, blöd war dann nur, dass wir den Bus in eine Richtung genommen haben und wir erst beim Zurückfahren informiert wurden, dass wir den Kinderwagen nicht mitnehmen dürfen, da war sogar ein fettes Schild vorne im Bus, das haben wir so nicht erwartet. Julien war von den Pferden sehr angetan, so haben wir eines Abends eine kleine Stadtrundfahrt gemacht. Blöd nur, dass ausgerechnet auf dieser Fahrt der Kleine „gut geschissen“ hatte und alles voll war, also er selbst und die Umgebung. Na ja macht nichts, wir sind die Runde dann in etwas verkürzter Form zu Ende gefahren und haben zu Hause wieder alles gereinigt. Mit dem Zug ging es dann weiter in die Hauptstadt von Marokko, nach Rabat.

Die Zugfahrt war erstaunlich europäisch, bis zu 170km/h, relativ sauber und sogar pünktlich abgefahren sind wir. Hier haben wir erste Menschen mit Masken gesehen und scheinbar auch in den Medien wurde von Infektionsfällen in Marokko berichtet. In Rabat angekommen sind wir uns vom Gefühl her eher in einer spanischen Stadt vorgekommen, alles war sehr sauber, die Leute offen und hilfsbereit. Mit der nagelneuen Straßenbahn sind wir in die Altstadt zu unserer Unterkunft gefahren. Leider hatte unser Host versucht „Live Location Sharing“ für die Navigation in den kleinen Gassen zu verwenden, wir haben dann aufgegeben und die Straßennamen der Kreuzung durchgegeben und wurden dann abgeholt. Wir haben in einem Haus den obersten Stock ganz für uns, da konnten wir uns mal wieder entspannen, Wäsche waschen und ein bisschen die Seele baumeln lassen. 5 Minuten in die eine Richtung gab es eine kleine Gasse mit vielen Händlern, Gemüse, Obst, Brot, Milch und alles, was man brauchte, hat man dort bekommen. 5 Minuten in die andere Richtung konnte man schon die Festung am Hafen besichtigen. Die Leute haben uns dort sehr gut behandelt, man ist sich nicht als Tourist vorgekommen und auch Handeln war nicht notwendig. Wir hatten leider schon vorher das weitere Zugticket nach Fes gebucht (Aktionszugticket um 5€), sonst wären wir gleich noch einige Tage geblieben, aber wir hatten uns vorgenommen bei der Rückreise wieder für 2-3 Tage in Rabat Station zu machen.

Die Reise nach Fes mit dem Zug verlief ohne Zwischenfälle. Während der Fahrt fiel uns auf, dass das Land immer grüner wurde, es gab Wiesen, viel Getreide, Obst und sogar Kühe, ein starker Gegensatz was wir rund um Marrakesch oder Essaouria gesehen hatten. In Fes konnten wir schon fühlen, dass es etwas touristisch sei, aber bei weitem nicht so anstrengend wie in Marrakesch. Nach einigem hin und her haben wir unsere Unterkunft gefunden, einem kleinen blauen Eingang folgend, danach muss man den Buggy zusammenklappen, weil es so schmal wird und wenn man dann die Tür öffnet, befindet man sich in einem großen Haus. Dort haben wir mit der Familie unter einem Dach gelebt, konnten uns aber wegen fehlender Arabisch oder Französisch Kenntnisse nur rudimentär aber umso herzlicher verständigen. In der Altstadt waren wir unterwegs und auch und auch in der Umgebung haben wir uns das eine oder andere angesehen. Danach wurde spontan die Ausreise in einige europäische Länder von Marokko aus untersagt und auch auf der Straße konnten wir fühlen, dass wir nicht mehr so wirklich willkommen waren. Es gab ja auch zuvor schon den einen oder anderen „Corona“ Ruf aber seit es zum erstes Todesfall in Marokko kam, konnte man teilweise die Feindseligkeit uns gegenüber spüren. Wir haben dann überlegt was wir machen und unseren Rückflug um einige Tage nach vorne verlegt. Tags darauf sah es auch so aus, als würde die Ausreise nur noch nach Saudi-Arabien möglich sein und wir haben angefangen Pläne zu schmieden, die Botschaft zu kontaktieren und so weiter. Die Hauptideen waren mit einem Flug, mit möglichst wenig Zwischenstops, in die Nähe der Heimat zu kommen oder in Marokko für einige Monate sesshaft zu werden.

Tags darauf mache ich am Morgen zufällig die Webseite der Botschaft auf und dort steht, dass die letzten Österreicher heute Abend ausgeflogen werden und danach der Flugverkehr für längere Zeit eingestellt wird. Wir packen also schnell unsere Sachen, um den nächsten Zug zu erwischen. Wie immer passend hat Julien gerade sich und seine Umgebung völlig „kontaminiert“ und wir machen den gefühlt schnellsten Windelwechsel alle Zeiten. Danach geht es mit dem Taxi zum Bahnhof und dort fährt der Zug in 15Minuten. Ich laufe noch schnell zu einigen Läden um Essen und Getränke für die 6-7h Zugfahrt zurück nach Marrakesch zu bekommen. Es geht sich alles aus, der Zug fährt los und wir und Jause sind mit dabei. Dann gilt es herauszufinden wie das mit dem Flug wirklich ist, also schauen wir die Abflugliste des Flughafens durch und hurra, um 20:50 fliegt ein Flieger nach Wien aus, der muss es sein, das geht sich aus. Wir geben die Info weiter und müssen uns auch noch beim Außenministerium auf eine Liste setzen lassen. Am Flughafen angekommen finden wir eine lange Schlange wo viele Leute auf ihre Tickets warten. Die Flughafenangestellten sind etwas überfordert, aber stellen Tickets aus, soweit so gut. Einige Stunden später kommen einige Botschaftsangestellten dazu und bringen Neuigkeiten mit, es gibt nicht genügend Platz, nur Österreicher werden ausgeflogen, Kinder und alte Leute werden vorrangig behandelt. Wir überlegen kurz was wir machen und ich sag wir fliegen entweder alle oder niemand. Die Leute werden immer ungeduldiger und fangen an zu schieben, ich fühle mich wie auf einem Rockkonzert, von Corona-Maßnahmen fehlt weit und breit jede Spur. Ich schicke dann meine Frau mit dem kleinen zur Seite und spreche einige verantwortliche Personen direkt an, ich bekomme „Baby Präferenz“ und wir dürfen angeblich alle fliegen. 25 Minuten später hat die Damen am Schalter es dann auch geschafft uns einzuchecken und wir haben die Tickets, hurra. Bis der Flug dann tatsächlich geht, ist es weit über Mitternacht, wir sind müde aber glücklich. Aktuell befinden wir uns zuhause in quasi freiwilliger Heimquarantäne, wir vermissen Marokko und werden hoffentlich nächstes Jahr wieder kommen können.

Canyoning Korsika 2018

Wie alle zwei Jahre haben wir es auch 2018 Anfang Mai zu einem Canyoning-Trip geschafft. Diesmal sollte es etwas länger werden und so sind wir nach Korsika gefahren. In bewährter Manier und mit dem Wunsch es besser wie beim letzten Mal zu machen stürzten wir uns ins Abenteuer. Unsere Unterkunft hatten wir in der Nähe von Sari-Solenzara da sich dort im Bavella Tal bzw. Pass doch einige Möglichkeiten zum Canyoning anboten. Hier folgend nun einige Erinnerungen an die Canyons.

Polischellu

Angefangen haben wir mit einem der mir schon bekannt gewesen sein sollte, wie ich dann aber im Bach stand hatte es etwas gedauert bekannte Elemente wieder zu finden. Die Tour war schön, von Zustiegsdauer zu Canyonspaß kaum zu überbieten und etwas „schönes“ zum warm werden.

Macini

Auch dieser Bach war schon bekannt, diesmal mit etwas mehr Wasser als zuletzt hat er sich gerade am Schluss als dann doch „interessant“ herausgestellt. Beim Zustieg könnte es ggf. bei der Aussichtsstelle vor der Rechtskurve eine Möglichkeit geben in die Schlucht zu gelangen (möglicherweise Seilverwendung notwendig). Dann würde man sich das Bachgelatsche zu Beginn sparen was der tollen Schlucht etwas die Attraktivität nimmt. Am Ende gab es die Möglichkeit orthographisch rechts oben über den Baum abzuseilen und so dem Wasser etwas auszuweichen. Nichts desto trotz war schon etwas Wasserdruck vorhanden.

Purcaraccia

Diesmal ein neuer Bach, der leider erst nach einem etwas längeren Fußmarsch erreicht werden kann, man kommt dann aber voll auf die Kosten. Das Wetter war leicht regnerisch und ich hatte gehofft, dass dieser Bach (wie schon zuvor auf den Fotos ersichtlich) genügend Fluchtmöglichkeiten bieten würde wenn es dann doch mal zu viel Wasser sein sollte. Guten Wasserstand hatten wir, schon beim Bach queren in den ersten Gumpen kam ein Seil zum Einsatz. Der Zustieg hat sich nach den ersten Gumpen orthographisch links hochgezogen. Man konnte von dort alle Stellen gut einsehen. Die letzten oberen Stellen hatten wir dann weggelassen, da das was wir vor uns sahen schon völlig ausreichte. Erste stelle im Bach hat uns schon die Füße weggezogen aber danach kam so richtig Fahrt auf. Einige Spungmöglichkeiten, fette Rutschen und fette Abseiler, so könnte man die Schlucht beschreiben. Im Mittelteil gibt es eine Engstelle welche wir diesmal umgangen sind. Die hohen Abseiler sind alle außerhalb des Wassers machbar (was bei diesem Wasserstand meiner Meinung nach auch erforderlich ist). Kleiner Wermutstropfen, die 30min Rückweg.

Richusa

Auch diesen Back kannten wir schon, von der Erfahrung her war das aber etwas Gelatsche. Dem Hinweis welchen in mir das letzte mal notiert hatte folgend haben wir diesmal versucht den Aufstieg orthografisch rechts zu suchen und wurden nach kurzem Suchen auch fündig. Man geht den Bach entlang bis zu den Engstellen quasi, dann
orthografisch rechts hoch, sehr steil einem kleinen Pfad folgend und erreicht schon bald einen kleinen ziemlich ebenen Weg dem man folgt bis man wieder zur Schlucht hinunter kann, dort ist dann quasi der Einstieg zum interessanten Teil der Tour. Auch hier hatten wir gut Wasser aber alles im grünen Bereich. Sprünge, Abseiler und kleine Rutschen wechseln sich ab, Gehstrecken such man vergebens.

Ciuffatu

Den Zustieg haben wir trotz Infos/Karte/GPS nicht so gefunden wir es sein sollte und unser Auto wollten wir nicht auf der ausgespülten Schotterstraße verwenden. Eventuell ist die Straße zum hochfahren eine Option mit Autoumstellen was den Bach interessanter machen könnte. So sind wir der Straße folgend hoch gelaufen, den Bach zu finden war kein Problem. Allerdings standen wir im Bach in einer Art grün-braunen Sauce, die Steine waren dementsprechend glitschig. 100m später kam auch schon das Highlight, ein 50er Wasserfall an etwas spärlicher Bohrung. Danach wars dann quasi fast nur noch Gelatsche, nicht empfehlenswert außer für „Sammler“.

Vacca

Der Zustieg war einfach zu finden und zum Schluss etwas steil bergab und leicht rutschig. Im Bach war dann doch gut Wasser. Nachdem wir zweimal „kreiseln“ mussten haben wir die weitere Tour gespottet und uns für einen Ausstieg entschieden. Entscheidung war richtig, Wasserstand im Laufe des Tages auch noch steigend.

Gaglioli

Als Alternativtour für diejenigen die in der Vacca noch nicht müden wurden sind wir in einem Fluß gegangen, an dem wir die Tage zuvor immer wieder Leute gesehen hatten, welcher uns aber nicht bekannt war. Um den Fluss zu erreichen fährt man von Solenzara in Richtung Bavella Pass und dann wo auf der rechten Seite der Ciuffatu rauskommt geht etwa 500m davor links der Gaglioli rein (siehe auch 1:25000 Karte). Zustieg zuerst dem Bachbett folgend bis man zu einer Gabelung kommt, dann dem linken Ast kurz folgen und dann einem schmalen Pfad den Hügel hinauf. Oben angekommen (nach etwa 15-20min) warten einige nette Canyoningstellen auf uns, ein gemütlicher Anfängercanyon.

Muratellu

Dieser Bach hat sich in Angesicht der Wetterlage (Frühling + Regen = Viel Wasser) als richtige Auswahl herausgestellt. Im Sommer wahrscheinlich eine fast trockene Abseilpiste haben wir hier (meist) herrliches Canyoning genossen. Man fährt über den Bavella Pass und dann auf der anderen Seite bei einer Aussichtsplattform ist der Einstieg. Beim ersten Abseiler (Abseilstand nicht gefunden, Baum benützt) hätte sich ein 60m Seil ausgezahlt. Ich bin nach 50m in einem Baum/Gestrüpp/Stacheln gehängt um den zweiten Stand zu machen, 5m darunter war ein schönes Plato. Danach geht es Schlag auf Schlag eine tolle Abseilpiste, meist zwei Bohrhaken mit einem Schlingerl verbunden, manche davon haben wir getauscht. Später dann wird es etwas moosiger bis man dann auch schon den Riesensteinmann findet und der Ausstieg naht. Vom Steinmann quert man dann den kleineren Steinmännern folgend in einen zweiten Bach. Dort wussten wir dann nicht mehr weiter und wir sind dem Bach gefolgt und später dann mühselig durch die Stacheln einen steilen Hang hinaufgeklettert bevor wir durch den Wald nach einer gefühlten Ewigkeit den Feldweg erreichten. Richtigerweise hätten wir im 2. Bach sofort den Feldweg laut Karte anpeilen sollen, der dort wahrscheinlich bereits nach 5min Busch erreichbar gewesen wäre.

Purcaraccia (zum 2. Mal)

Nachdem wir bei dem ersten Mal weniger Leute waren und wir was verloren hatten und der Wasserstand wesentlich niedriger war und die Tour ruhig öfter gegangen werden kann haben wir uns nochmals aufgemacht den Purcaraccia zu besuchen. Im Vergleich zum ersten Mal hatten wir nur etwa halb soviel Wasser und wir haben diesmal von ganz oben gestartet. Beim Zustieg im letzten Teil war es ganz schön glitschig nass, hier aufpassen, einige von uns sind ausgerutscht, zum Glück ist keiner hinuntergefallen. Bei den großen Abseilern bin ich diesmal durch Wasser gegangen, einmal mit Rucksack was ich so nicht mehr machen werde. Auch den Mittelteil konnten wir diesmal bewältigen, auch wenn ich einen der Stände in diesem Bereich doch etwas außerhalb der Wasserführung gewählt habe. Die verlorene Rolle konnten wir leider trotz intensiver Bemühungen nicht mehr finden, es war einfach zuviel Weißwasser.

Piscia in Alba

Die gewählte Abschlußtour hatte wie schon beim Zustieg erkennbar einen erhöhten Wasserstand. Leider hatten wir auch nicht sehr genaue Informationen wie die Tour aussehen wird, die meisten Details kamen von Fotos, wo wir aber nicht genau wussten wie viel Wasser diese Stellen wirklich vertragen würden. Wir ließen uns aber nicht unterkriegen und nachdem ein Rückzug zu Beginn immer möglich erschien stiegen wir in den Canyon ein. Beim ersten Abseiler hatten wir bereits eine Seilbahn in Verwendung, es folgte Abseilen vom Gebüsch außerhalb des Hauptwassers. In dieser Tonart ging es weiter aber wir waren guter Dinge bis wir eine Kante erreichten. Dort vom Stand hinunterblickend sahen wir, dass sich das gesamte Wasser der Tour in dieser einen Rinne konzentriert. Damit hatten wir die Alternative von einem Baum orthografisch links über eine scharfe Kante abzuseilen (und zu hoffen, dass die zwei weiteren erwarteten Rinnen besser aussehen) oder versuchen die Tour zu verlassen. Wir haben uns dann für letzteres entschieden und sind (bis auf die ersten beiden Abseiler) alle Stellen wieder zurück hinauf geklettert. Danach konnten wir den Bach orthografisch links über moosige lockere Felsbrocken verlassen. In diesem Fall hatten wir Glück im Unglück, ein Auto hatte uns recht schnell aufgeladen uns so mussten wir die 2h nicht zu Fuß zum bereits überstellten Fahrzeug laufen.

Aufgrund meiner neuen Lebenssituation ist aktuell unklar, ob es in naher Zukunft wieder so umfangreiche Canyoningtrips für mich geben kann. So habe ich den Termin für 2020 vorerst einmal abgesagt, aber wir werden sehen was sich ergibt. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen die dabei waren, ich vermisse euch, ich hoffe wir sehen uns irgendwann mal wieder 😊.

Heimreise und Weltreiserückblick

Liebe Reisebloglesende,

mit etwas trauriger Miene muss ich bekannt geben, dass dies mein letzter und abschließender Weltreiseblogpost ist. Ich bedanke mich für eure Ermutigungen, Fragen und Feedback. Das war auf der Reise ganz wichtig für mich, dass ich zu Hause noch nicht ganz vergessen wurde. Wie ich diese Zeilen schreibe bin ich bereits in Salzburg wo ich voraussichtlich wieder für lange Zeit bleiben werde. Betreffend neuer Telefonnummer werde ich euch die nächsten Tage kontaktieren, ansonsten bin ich ja immer über erreichbar. Auch möchte ich mich entschuldigen, dass dieser Blogpost verspätet erscheint, aber die letzten Wochen waren sehr intensiv für mich und mit privaten Verpflichtungen ausgefüllt.

Von der Heimreise über Peru sind noch einige Orte offen, so möchte ich in diesem Beitrag einige Wochen zurückspringen nach Tacna. Wir kommen also gerade mit dem Bus von der chilenischen Küstenstadt Iquique nach Arica und nehmen von dort einen lokalen Bus über die Grenze zurück nach Peru. Die Grenzstadt Tacna hat es uns nicht wirklich angetan, unsere Unterkunft ist nur mittelmäßig und wir sind zwar umher die Stadt zu erkunden, es ist aber kalt und regnerisch. Wir beschließen dann Tags darauf, nachdem wir unsere restlichen Chilenos in peruanische Sol gewechselt haben (1000 Chilenos = 5 Sol, wir verlieren ca. 3%) den Bus in die nächste größere Stadt, Arequipa auf etwa 2300m, zu nehmen. Dort angekommen fällt uns gleich auf, dass hier wieder Tourismus im Vordergrund steht, denn Arequipa ist berühmt für Alpaka-Wollprodukte und wird auch die weiße Stadt genannt, da viele alte Bauten mit weißen Steinen aus einem nahe gelegenen Steinbruch gebaut sind. Zum Glück leben wir gemeinsam mit einer Familie etwas außerhalb des Zentrums und es passt, wir kochen gemeinsam, lernen die lokalen Gegebenheiten kennen und so weiter. Die Tage verbringen wir meist in der Stadt, die alten Gebäude, die lokalen Märkte wie auch ein bisschen Geschenke shoppen ist angesagt. Die Zeit vergeht rasch und schon bald verlassen wir Arequipa mit einem Flieger nach Lima. Hier hatten wir kurz überlegt den Bus zu nehmen, aber nachdem der Flieger fast genau soviel gekostet hat und der Bus mehr als 16 Stunden braucht, hatten wir uns dann für den Flug mit Vivaperu entschieden. Der Zwischenstopp in Lima ist notwendig, da quasi alle günstigen internationalen Flüge in der „näheren“ Umgebung von dort aus starten. Wir entspannen uns zwei Tage, gehen etwas shoppen und holen auch das einige Monate zuvor abgelegte Sprachzertifikat ab. Danach geht es getrennt weiter, da ich ja zu Beginn einen Roundtrip Madrid – Bogota gebucht hatte, fliege ich weiter nach Bogota. Es ist schön wieder zurück zu kommen, es werden Geschenke eingekauft und Bekannte besucht, bevor es kurz danach mit dem Flug zurückgeht nach Madrid und dann weiter über München nach Salzburg.

Betrachte ich Südamerika rückwirkend, vermisse ich viele Leute und Orte von dort, aber auch der eine oder andere etwas brenzlige Moment war dabei. Bis auf einen Regenschirm ist uns nichts abhandengekommen und nichts großartig passiert. Das heißt aber nicht, dass wir nicht wachsam waren, bewusst etwas „heruntergekommen“ aussehen, auch die Entscheidung lokale Transportmittel untertags zu verwenden hat sicher das ihre dazu beigetragen. Von einem Nordsüd Gefälle an Freundlichkeit wie viele andere Reisende das berichten, kann ich nicht sprechen, wir wurden an vielen Orten freundlich empfangen, vor allem wenn wir es geschafft hatten etwas aus den touristischen Zentren zu entfliehen. An vielen Orten und zu vielen Festen haben wir das folgende Lied gesungen, was für uns sehr stark mit unserer Zeit in Südamerika verbunden ist.

Wenn ich auf meine drei Reisejahre zurückblicke, habe ich sehr viel erlebt und gesehen. Vieles davon kommt mir erst wieder so richtig in den Sinn, wenn ich alte Blogposts lese oder mir Fotos anschaue. Wenn ich dann etwas erzähle, ist das oft nur von einem Ort, eine kurze Geschichte oder Gegebenheit. Viele von euch haben mich gebeten doch einen Diavortrag zu halten, da bin ich noch am überlegen, wollt ihr das wirklich … ich bitte um ermunternde Zuschriften ;-), dann werde ich, vielleicht pro Land einen 1-2h Vortrag halten. Wer einen Überblick über die vielen Blogposts haben möchte bekommt diesen hier. Für alle Reiselustigen, welche länger unterwegs sein möchten habe ich einige Informationen hier zusammengestellt. Nun folgt die Darstellung der ganz grobe Reiseroute mittels einer tripline.net-Karte, die einzelnen besuchten Orte aufzuführen hätte bei weitem den Rahmen gesprengt. Details wenn benötigt bitte den Blogposts entnehmen oder mit mir das Gespräch suchen.

Anschließend möchte ich in wenigen Worte auf bereisten Ländern eingehen, welche große Unterschiede aufweisen. In Indien beispielsweise sollte man sich neben den guten und schlechten Gerüchen daran gewöhnen, dass oft kreative Wege gefunden werden, um etwas zu erreichen. Dieses „Schummeln“ dann als Volkssport zu bezeichnen geht hier zwar fast schon etwas zuweit, aber man trifft diese Situationen oft und in verschiedenen Bevölkerungsschichten an. Im Gegensatz dazu ist gerade die ärmere Bevölkerung sehr hilfsbereit und gastfreundlich, wenn auch das Essen oftmals einen unerwünschten „Nebeneffekt“ beinhaltet. Von der Sprache her sind einige Phrasen in der lokalen Sprache Pflicht, ob das Bengali, Tamil, Hindi oder sonnst was ist, nur English zu sprechen ist etwas zu wenig und die wenigen Phrasen die man dann in der lokalen Sprache spricht öffnen viele Türen, Mitfahrgelegenheiten und so weiter. Generell gibt es in Indien viel körperliche Nähe im Alltag, so werden Busse oder Züge gemeinschaftlich und sehr dicht genutzt. Das Bild der Frau ist in den Kopf der indischen Männer oftmals ein sehr verzerrtes, hier sollte man etwas vorsichtig sein, downdressing ist angesagt und die eine oder andere Gepflogenheit der lokalen Damen zu übernehmen hilft. Reisebudget in Indien würde ich als günstig bis sehr günstig einstufen. In China ist ein bisschen Chinesisch Pflicht und für jemanden, der bereits Deutsch kann mit der Aussprache nicht so wirklich kompliziert, versucht es! Die Infrastruktur ist top, das was man aus Europa so kennt, wirkt langsam und armselig. Auch die Gastfreundschaft ist unglaublich, so etwas findet man anderorts nicht so schnell. Natürlich sollte man sich auch auf einen permanenten Grundgeräuschpegel und die oft vorhandenen Luftverschmutzung einstellen. Preisniveau beim Reisen liegt etwas unter Europa bzw. kommt darauf an um was es sich handelt. Wen unberührte Natur erleben möchte ist in Neuseeland richtig. Sofern man sich abseits der Touristenhauptrouten bewegt sind auch die Einheimischen sehr nett. Das Wetter ist oftmals etwas rauer als bei uns, das wird durch die Nähe des Südpols erklärt. Canyoning ist möglich und interessant, aber in meinen Erfahrungen oft wasserreicher, abgelegener und meist kälter als bei uns. Reisekosten liegen etwa im selben Bereich wie in Europa. Die von mir besuchte Ostküste in Australien würde ich eher meiden, außer man will mit arbeits- und partywütigen Kindern umgeben sein, welche zum ersten Mal von zu Hause weg sind und dann natürlich die Sau rauslassen müssen. In Indonesien werden die Leute immer netter je weiter man sich von den Massen entfernt. Wenn man an einem Tag an einem kilometerlangen weißen Sandstrand nurmehr drei Leute sieht, dann weis man, man hat das Paradies gefunden. Nach dort oder auch von dort wegzukommen hat dann oft aber auch die eine oder andere Transportproblematik mit sich gebracht. Kostenpunkt, zwar nicht so günstig wie Indien aber immer noch günstig. In Kolumbien wurden wir vielerorts sehr warm und offenherzig empfangen. Wenn man dann erfährt, was da nach wie vor passiert, bewundert man das noch um so mehr. Natürlich sollte man etwas aufpassen und sich etwas nach den Ratschlägen der Einheimischen richten, wie zum Beispiel Nachts im Haus zu bleiben oder bestimmte Gegenden zu meiden. Das Reisen kostet in Südamerika generell weit unter europäischem Niveau, wenn man von internationalen Flügen absieht. In Peru sind mir vor allem die Städte in den Bergen ans Herz gewachsen. Die gute Mischung von Einheimischen, Zugewanderten und Touristen dort macht das zu einem bunten und lebhaften Treiben. Es gibt viele Optionen selbständig in den Bergen unterwegs zu sein, jedoch auch einige völlig überlaufene Touristenzentren, welche man besser meidet.

Wenn man das Reisebudget der letzten drei Jahre betrachtet, kommt man pro Tag auf einen Durchschnittswert in der Größenordnung von 40€. Eine Nachkalkulation im Detail habe ich unterlassen aber unterm Reisen in diversen Ländern eine grobe Kalkulation gemacht und mir Tageslimits gesetzt. So habe ich ohne Flüge zu berücksichtigen z.B. in Indien zwischen 10-15€ pro Tag gebraucht und in Spanien bereits rund 35-45€. Betrachtet man die Flüge genauer, welche einen großen Teil des Budgets ausmachen, habe ich für gut 50 Flüge zwischen 20 und 1200€ pro Flug bezahlt. Beim Fliegen kam es auch oftmals zu unerwarteten Problemen, von einem mehrfachen Landeanflug in einer kleiner Propellermaschine, 24h ungewollter Aufenthalt beim Warten auf den Anschlussflug, verlorenes Gepäckstück, welches Tags darauf wieder aufgetaucht ist oder auch einem Flugabbruch nach Triebwerksproblemen ist dann aber doch alles gut ausgegangen. Mein Gepäck hat sich im Laufe des Reisens etwas verändert, die finale Gepäckliste findet ihr hier. Wer mich kennt weis, dass ich oft und gern etwas tue und so natürlich auch auf Reisen. Ich habe mich mit Sprachen beschäftigt, neben wenigen Phrasen in den verschiedensten Sprachen habe ich vor allem Spanisch, Hindi und Chinesisch gelernt und auch Deutsch und Englisch unterrichtet. Das Arbeiten mit Holz war vielerorts gefragt, ob beim Fällen und Pflanzen von Bäumen oder beim Bauen von Unterkünften oder Möbeln, ich habe hier viel Neues gelernt. Auch als Elektriker war ich tätig, wobei mir die vorhandenen Sicherheitsstandards nicht wirklich zugesagt haben. In den Bergen war ich, sowohl selbst unterwegs aber auch als Guide für andere und auch in mehreren Bergsteigerkursen habe ich neues und auch veraltetes Wissen erfahren. Und natürlich als Canyoningguide, wobei ich so intensiv nicht mehr schluchteln möchte.

Meinen Blog www.schlucht.at wird es auch in Zukunft geben, aber vermutlich wird sich das gepostete Material eher den alltäglichen Themen widmen als dem Reisen. Der Newsletter wird ab sofort eingestellt, sprich es werden keine neuen Newsletter mehr verschickt. Die nächsten Tage und Wochen werde ich nutzen, um zu Hause anzukommen, mich einzuleben und wieder persönlich mit euch in Kontakt zu sein. Ab April werde ich wieder intensiver ins Arbeitsleben einsteigen, wer betreffend Job oder Wohnung etwas weiß lässt es mich doch bitte wissen. In diesem Sinn, Danke, dass ihr mich so zahlreich auf meiner Reise begleitet habt, auch wenn ich am anderen Ende der Welt war.

Euch allen Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch,
Max und BaoYu

Weltreise Argentinien und Chile

Wir kommen in Humahuaca, unserem ersten Ort in Argentinien wenige Stunden nach der Grenze so gegen 9Uhr am Abend an. Vorab hatten wir noch keine Unterkunft organisiert, da ja nicht klar war wie weit wir es an diesem Tag schaffen würden. Wir wandern müde auf staubiger Straße umher und es ist ziemlich kalt. An der ersten Stelle wo ein Hotel sein sollte finden wir nichts, danach einem Pfeil folgend finden wir eine andere Unterkunft. Wir fragen nach dem Preis und sind nicht so begeistert, man möchte 700 Argentinische Pesos (ARS) pro Nacht haben, das sind umgerechnet mehr als 40USD. Allerdings bekommen wir die Information, dass in der Straße hinter der Busstation günstigere Optionen verfügbar sein sollten, also machen wir uns auf den Weg dorthin. Der Reihe nach klappern wir die Unterkünfte ab, aber die sind entweder voll, teuer oder richtig mies. Zwei Querstraßen weiter finden wir dann eine brauchbare Option und wir sagen den 130ARS pro Person inklusive Frühstück zu. Beim Bezahlen stellt sich dann heraus, dass kleine USD nicht genommen werden und die 50er und 100er nur zu maximal dem offiziellen Wechselkurs. Wir ärgern uns, hätten wir doch in Bolivien mehr Geld abgehoben und gewechselt. Wir bezahlen die drei geplanten Nächte und sind dann quasi pleite, nur 13ARS sind noch über aber das schauen wir uns dann am Tag danach genauer an. Grundsätzlich ist es in Argentinien ja seit 2016 so, dass die Währung wieder frei gehandelt wird, sprich das Umtauschen von UST zu ARS Vorort nicht mehr so lukrativ ist, wie es einmal war. Jedoch wurde uns berichtet, dass man dann doch immer noch wesentlich fährt wenn man USD Vorort umtauscht, als zum Bankomat zu gehen. Das hat vor allem den Grund, dass beim Bankomat vom dahinterliegenden Bankomatnetzwerk meist eine horende Gebühr verlangt wird und man beim „illegalen“ Umtausch immer noch 4-5% mehr bekommt, als die offizielle Rate. Unsere Unterkunft stellt sich als Glücksgriff heraus. Es steigen viele Biker dort ab, es ist interessant den Geschichten zu lauschen und auch das eine oder andere Motorrad zu begutachten. Auch in der Küche ist alles da was man braucht und es ist mehr oder weniger warm. Die Lokals trinken alle „Infusion“, also zerkleinerte Cocablätter welche mit warmem Wasser aufgegossen werden und dann mit einem Strohalm mit Filter getrunken werden, mir ist das Gemisch aber zu rass. Wir erfahren in diesem Zusammenhang, dass der Coca Konsum nur im Norden von Argentinien legal und in den anderen Gegenden und z.B. in Chile nicht erlaubt ist. Am nächsten Tag beim Frühstück serviert man uns getostetes Brot mit Marmelade und Dulce de Leche. Beim Nachfragen, ob wir noch etwas mehr Brot haben dürfen, sind wir zuerst nicht sehr erfolgreich und werden angeraunzt, später klappt das aber dann doch. Danach machen wir uns auf, eine illegale Wechselstube zu finden, aber sind nicht erfolgreich. Die Bank ist heute geschlossen, da Feiertag ist, so bleibt es bei den verbleibenden 13ARS, auch eine Zwiebel und zwei Tomaten haben wir noch, damit sollten wir für einen Tag über die Runde kommen bevor Tags darauf die Bank wieder aufmacht. Es gibt die Überlegung noch einmal über die Grenze nach Bolivien zu fahren um dort Geld und Lebensmittel zu besorgen, im Endeffekt kommt es aber, wenn man die Buskosten berücksichtigt aufs Gleiche raus und ich müsste auch alleine dorthin fahren da Bao Yu ein weiteres Visum für die Einreise nach Bolivien bräuchte. Für die 13ARS kaufen wir dann Spagetti und damit steht der Plan wie wir den Tag über die Runden zu kommen. Es fühlt sich schon anders an, so ohne Geld, wobei das ja nicht wirklich stimmt, wir könnten ja jederzeit einen 100er USD in unserem Hostel tauschen, würden dann aber 5% verlieren. Am Nachmittag sind wir dann weiter in der Stadt umher und beschließen spontan das nette aber teure Hotel, welches uns in der Nacht zuvor weitergeholfen hat zu fragen, ob wir dort Geld wechseln können. Man hilft uns und wir wechseln 40USD zu einem akzeptablen Kurs und sind damit erst einmal versorgt. Am lokalen Markt kaufen wir Obst und Gemüse und siehe da, es ist gar nicht so teuer wie angenommen, wobei wir auch hören, das sei nur im Norden von Argentinien so. Wir erkunden also die Umgebung und kosten das eine oder andere lokale Schmankerl. Das Essen ist doch wesentlich besser und etwas gewohnter als in den anderen Ländern, welche wir zuvor besucht hatten. Auf einen Ausflug mit dem Touristenbus zu den farbigen Bergen haben wir bewusst verzichtet. Dafür haben wir Tags darauf den lokalen Bus zur Ortschaft Uquia genommen eine kleine Wanderung in einer tollen und mit farbigen Bergen nur so übersähten Landschaft gemacht. Nach drei Nächten nehmen wir dann den Bus in das nächste Dorf.

Schon bei der Ankunft in Tilcara fällt uns auf, dass der Ort bei den einheimischen Touristen sehr beliebt, und daher etwas teurer ist. Ansonsten ist es aber ähnlich wie zuvor, staubig, windig, unter Tags heiß und in der Nacht ziemlich kalt. Wir finden ein kleines Hostel hinter dem lokalen Markt und wollen einige Tage hierbleiben. Wie wir dann aber die Umgebung erkunden finden wir, es nicht so wirklich speziell hier und beschließen weiterzuziehen, wohin steht noch nicht genau fest. Wir senden einige Couchsurfing Anfragen und überlegen, ob wir in ein anderes Dorf oder direkt nach Salta weiterziehen sollen. Zwei Stunden später bekommen wir dann eine Zusage, also geht es Tags darauf, nach einem leckeren Frühstück mit Früchten und frisch gepresstem Saft, weiter nach Jujuy.

Die Busfahrt nach Jujuy dauert etwa 2 Stunden wobei wir den Namen Jujuy schon vorab auf Bussen gesehen haben, uns aber nicht klar war, um welchen Ort es sich dabei genau handelte, da auf unserer Karte zwar der Staat Jujuy eingezeichnet war, allerdings nicht der Ort Jujuy. Eine kurze Recherche hat das Rätsel dann aber gelöst, bei dem Ort Jujuy handelt es sich um die Hauptstadt des Staates Jujuy, auch genannt San Salvador de Jujuy. Es war geplant, dass unser Host Luis uns zu einer bestimmten Zeit vom Busbahnhof abholt, unser Bus ist aber stattdessen zum ehemaligen Busbahnhof gefahren. Wir haben dann, zuerst bei einer Telefonzelle und danach mit einem geborgten Handy versucht ihn zu erreichen und die Änderung zu schildern. Wenige Minuten später ist alles gut und wir sitzen gemeinsam im Auto und es geht ab in Richtung eines Vororts von Jujuy, genannt San Pablo de Reyes. Am Weg dorthin holen wir bei einer netten Dame das Mittagessen ab, eine Tradition die sich in den nächsten Tagen wiederholen wird, sofern wir nicht gerade selbst kochen. Beim Haus angekommen werden wir von zwei Hunden, Max und Ralf begrüßt. Am Anfang ist es ganz lustig, wenn jemand Max sagt, ist oft nicht ganz klar, bin das jetzt ich, oder der Hund. Später bitte ich dann mich Maximilian zu rufen, dann wird das einfacher. Neben der Waschmaschine steht ein Schlagzeug, oh wie ich mich freue mal wieder spielen zu können. Auch Bao Yu mag das Schlagzeugspielen und so bringe ich ihr einige Rhythmen bei. In den nächsten Tagen erkunden wir die Innenstadt von Jujuy etwas und finden mit 18,5ARS/USD zum ersten Mal in Argentinien einen guten Wechselkurs. Der offizielle Kurs ist gerade bei 17,2ARS/USD sprich, wenn wir einen 100er oder 50er wechseln bekommen wir 6% mehr als in der Bank. Die Tage vergehen im Flug und wir fühlen uns nach einigen Tagen richtig wohl, paradiesisch ist es hier, könnte man sagen. Das Haus liegt etwas abseits, ist ruhig und hat einen großen Garten mit vielen Bäumen rundherum. Wir beschließen lange hierzubleiben, um nach dem etwas rascheren Reiserhythmus der letzten Wochen etwas zu entspannen. Der jüngere der beiden Hunde, Ralf, ist am Anfang gerade für Bao Yu nur schwer zu bändigen. Nach einiger Zeit gelingt aber auch dies ganz gut. Wir essen viel frisches Obst und Gemüse hier. Fast schon als Tradition gibt es nach dem Essen frische Früchte für alle, das inkludiert auch die Hunde die gerade so nach Orangen betteln. Interessant, dass denen das so schmeckt, habe ich bis jetzt noch nicht gesehen. Oftmals kochen wir dann auch spontan, mal Palatschinken zum Frühstück oder etwas Chinesisches zum Abendessen. Danach am Kaminfeuer erzählen wir dann die eine oder andere Reisegeschichte. Bei mir sind über die Zeit jetzt doch schon einige Geschichten zusammen gekommen, so habe ich mir erlaubt eine Übersichtseite im Blog einzurichten. Eines Samstags Abends sitzen wir wieder bei einem Glas Wein und reden und reden, dann kommt die Idee auf, wir könnten doch in die Stadt fahren, eines der traditionellen Lokale zu besuchen, um der lokalen Musik zu lauschen. Gesagt getan und so sind wir so gegen 11 in die Stadt aufgebrochen. Zuerst ist eher wenig los, aber dann wie der Barbesitzer mit zwei anderen loslegt kommt langsam Stimmung auf. Gespielt wird auf zwei Gitarren mit Gesang dazu und einer lokalen Trommel, welche jeweils am Fell und auch am Rand gespielt wird. Musikalisch ansprechend und so genießen wir den Abend. Später fangen die Leute langsam an zu Tanzen, ein lustiger Tanz neben Samba ist der lokal typische Chacarera. Wer sehen möchte, wie das aussieht kann das z.B. hier auf Youtube tun. Später fängt dann eine weitere Band aus Cordoba an zu spielen, es dauert etwas, bis die Leute warm werden aber schon bald kommt Stimmung auf und es wird wieder viel mit geklatscht und getanzt. Wir steigen von Wein auf Fernet con Coca um, was scheinbar im Norden von Argentinien sehr beliebt ist, wenn man so auf die anderen Tische schaut. Später wird die Band dann mit einigen Mitgliedern der zuvor spielenden Band verstärkt und es geht richtig rund. Wir bekommen weitere Drinks auf Haus, Bao Yu wird zum Chacarera aufgefordert und es gefällt uns sehr. Wir sind alle traurig, als es dann so gegen 5Uhr am Morgen zu Ende geht und wir nach Hause müssen. Die nächsten Tage vergehen nur so im Flug und schön langsam müssen wir an eine Weiterreise denken. Zuerst ringen wir uns durch loszuziehen, dann beschließen wir aber noch ein paar Tage zu bleiben, aber es kann nicht ewig gehen, da ja bald der Heimflug in Lima auf uns wartet. Wir arbeiten gemeinsam im Garten, essen und plaudern viel aber dann geht es weiter nach Salta, um den Bus über die Berge nach Chile zu nehmen. Beim Abschied sprechen wir eine Einladung an Luis aus, er möchte uns doch bald besuchen. Traurig unser kurzzeitiges zu Hause verlassen zu müssen besteigen wir den Bus nach Salta.

Wie wir im Busterminal in Salta ankommen prüfen wir zuerst die Optionen, wie wir weiter über den Paso de Jama (4800m) nach Chile weiterreisen können. Es gibt um etwa 45USD einen Bus, der um 7Uhr am Morgen fährt, jedoch nicht jeden Tag. Wir wollten in Salta ja eigentlich nur zwei, drei Nächte bleiben. Nachdem aber der Bus nur Tags darauf aber nicht am Tag danach fährt und es eher kalt und ungemütlich ist, beschließen wir den Bus am Tag darauf zu nehmen. Wie wir dann in der Stadt umherstreifen fällt uns auf, dass es den Lokals hier nicht so wirklich gut geht. Es gibt viele Anzeichen von Armut, sogar für den Kauf von Schuhen oder einfacher Kleidung werden Kreditoptionen angeboten. Wir kalkulieren wie viel Geld wir noch brauchen und finden in Nähe des Stadtzentrums einige Leute, welche Geld auf der Straße wechseln. Um ein bisschen mehr als den offiziellen Kurs tauschen wir einige 5er USD ein, um Essen und Busticket kaufen zu können. Danach geht es zurück zu unserem Hostel in der Nähe der Busstation und wir kochen Abendessen und für die Fahrt und gehen Früh ins Bett. Früh am Morgen geht es los und wir sind ein bisschen aufgeregt. Im Bus bekommen wir Frühstück serviert, super, das hätten wir so nicht erwartet. Es ist rumpelig und mir fällt bei einer Unebenheit der Kaffee in die Hose …oje, es ist kurz heiß, dann die nächsten zwei Stunden etwas nass aber dank meiner Reisekleidung ist es schnell wieder trocken. Die Landschaft ist außergewöhnlich beeindruckend, wir kommen an Bergen, Salzwüsten, Seen, Vulkanen und Schneefeldern vorbei und erreichen relativ rasch die Grenze. Bei der Einreise nach Chile möchte man unsere Mandarinen und Bananen haben (und wahrscheinlich auch verspeisen), wir verweigern, essen was uns schmeckt und verschenken den Rest an die anderen Mitreisenden. Nach der Grenze geht es noch weiter hinauf, auf über 4800m, viele der Leute haben leichte Beschwerden wegen der Höhe, für uns passt aber alles da wir ja gerade von Bolivien kommen und die Höhe gewohnt sind. Die Landschaft ist auch hier besonders, einziger Unterschied, es geht langsam aber sicher wieder hinunter ins Tal.

Am späteren Nachmittag kommen wir wie geplant in unserem Zielort, San Pedro de Atacama an. Die Suche nach einer Unterkunft stellt sich als Problem heraus, da scheinbar alle günstigen Optionen belegt sind. Wir hätten einen Tag zuvor etwas reservieren sollen, dann hätte es nur die Hälfte gekostet, aber im Nachhinein ist man immer schlauer. Wir nehmen die günstigste verfügbare Option, eine schlichte Unterkunft und bezahlen etwa 25USD. Wie wir dann später herumschlendern und Obst und Gemüse kaufen wollen sehen wir, der Ort ist ein Touristennest. Alles ist ziemlich teuer und Lokals kommt man kaum zu Gesicht. Es scheint so, als würde der Ort als Hub dienen, um die Attraktionen rings umher zu erreichen und Abends waren auch einige Trinkgelage zugange. Wir machen eine grobe Kalkulation wie viel Geld wir in Chile brauchen und ich versuche USD zu wechseln aber der Kurs ist wesentlich schlechter als offiziell, so hebe ich vom Bankomat die Maximalsumme von 200.000 Chilenischen Pesos (CLP) ab, was jedoch mit 5% Spesen etwas mehr kostet als normal. Tags darauf beschließen wir mindestens bis in die nächste Stadt Calama weiterzuziehen.

Die Busfahrt nach Calama geht ungeplanterweise in einem VIP Bus vonstatten, da dieser Bus zum selben Preis wie die anderen lokalen Busse fährt. Die zweistündige Busfahrt kostet 3000CLP pro Person, was knapp 5USD entspricht. In Calama machen wir uns zuerst auf eine Unterkunft zu finden. Auch einige Couchsurfing Anfragen sind noch offen und wir prüfen die Optionen. Die Stadt sieht interessant aus, man sieht viele Sandler und Hippies in den Straßen und auch wenig bekleidete Damen sind zu sehen. Als wir dann aber keine Rückmeldung zu den Couchsurfing Anfragen bekommen und auch die Unterkünfte nicht wirklich brauchbar sind beschließen wir spontan ein Airbnbschnäppchen um 24USD/Nacht in Iquique zu reservieren und mit dem Bus gegen 16Uhr dorthin weiterzufahren. Die Busfahrt hatte es in sich, denn nach etwa 20 Minuten Fahrt hat der Bus dann auf einmal angehalten, mitten im Nirgendwo. Komisch denken wir uns, was ist da los. Wenige Minuten später ist klar, der Motor ist überhitzt und eine Weiterfahrt aktuell nicht möglich. Wir denken uns, das ist sicher kein Problem, die Stadt ist ja nur 20 Minuten weg, aber im Endeffekt dauert es zweieinhalb Stunden, bis der Ersatzbus auftaucht. Die Stimmung der Personen war schon etwas gereizt, einige haben sehr konstruktiv versucht das Problem zu beheben, zumindest die Ursache, ein undichter Schlauch konnte nach etwa 2 Stunden gefunden werden. Andere Leute haben sich lautstark aufgespielt und ich dachte schon, jetzt kommt es gleich zu einer Schlägerei. Wir sind etwas beunruhigt, da unser neuer Host nicht Bescheid weis, dass wir wesentlich später, also mitten in der Nacht ankommen. Wir versuchen einige Telefonate mit verschiedenen Telefonen und schließlich klappt die Verbindung und wir geben Info.

In Iquique kommen wir in der Busstation so gegen 11 am Abend an und nehmen uns um 2.500CLP ein Taxi zu unserer Unterkunft. Unser Host empfängt uns herzlich und wir fallen müde ins Bett. Tags darauf bekommen wir dann gleich zwei Couchsurfing Zusagen für unseren letzten Ort, Calama aber na ja, so ist das manchmal. Wir erkunden in den nächsten Tage den Strand und das Stadtzentrum sowie die diversen Märkte. Es gefällt uns hier und die Leute sind nett. Sogar zu einem Supermarkt Einkauf können wir uns durchringen, quasi Augen zu und durch, die Preise sind etwa auf europäischem Niveau oder etwas darüber. Auch einen großen lokalen Markt besuchen wir. Die Qualität der Früchte ist hier wesentlich besser, als an den letzten Orten, an denen wir waren, auch interessant ist, dass die Leute mit den Autos in den Markt hineinfahren um dann die Waren direkt ihn ihren Kofferraum einzukaufen. Einige Tage später brechen wir dann auf in Richtung Peru, zuerst nehmen wir am Morgen einen Bus bis nach Arica, dann geht es mit einem lokalen Bus weiter über die Grenze nach Tacna. Bei der Grenzüberquerung nehmen wir diesmal unsere Früchte und den Salat nicht zur Kontrolle mit, sondern lassen es, wie bei den anderen Lokals auf der anderen Grenze gesehen, im Bus. Die Kontrolle ist aber sehr genau und unsere Mandarinen werden mitgenommen, den Salat dürfen wir jedoch behalten, hurra. Die Fahrt nach Tacna ist nicht weiter aufregend und so kommen wir dort am frühen Nachmittag an. Weitere Details zu Tacna dann im nächsten Post.

Mittlerweile geht es in den Endspurt, denn die Reise geht schön langsam dem Ende entgegen. Geplant ist nach Tacna weiters Arequipa, Lima und Bogota zu besuchen und von dort aus dann einen Flug über Madrid nach München und den Zug nach Salzburg zu nehmen.

Liebe Grüße,
Max