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Heimreise und Weltreiserückblick

Liebe Reisebloglesende,

mit etwas trauriger Miene muss ich bekannt geben, dass dies mein letzter und abschließender Weltreiseblogpost ist. Ich bedanke mich für eure Ermutigungen, Fragen und Feedback. Das war auf der Reise ganz wichtig für mich, dass ich zu Hause noch nicht ganz vergessen wurde. Wie ich diese Zeilen schreibe bin ich bereits in Salzburg wo ich voraussichtlich wieder für lange Zeit bleiben werde. Betreffend neuer Telefonnummer werde ich euch die nächsten Tage kontaktieren, ansonsten bin ich ja immer über erreichbar. Auch möchte ich mich entschuldigen, dass dieser Blogpost verspätet erscheint, aber die letzten Wochen waren sehr intensiv für mich und mit privaten Verpflichtungen ausgefüllt.

Von der Heimreise über Peru sind noch einige Orte offen, so möchte ich in diesem Beitrag einige Wochen zurückspringen nach Tacna. Wir kommen also gerade mit dem Bus von der chilenischen Küstenstadt Iquique nach Arica und nehmen von dort einen lokalen Bus über die Grenze zurück nach Peru. Die Grenzstadt Tacna hat es uns nicht wirklich angetan, unsere Unterkunft ist nur mittelmäßig und wir sind zwar umher die Stadt zu erkunden, es ist aber kalt und regnerisch. Wir beschließen dann Tags darauf, nachdem wir unsere restlichen Chilenos in peruanische Sol gewechselt haben (1000 Chilenos = 5 Sol, wir verlieren ca. 3%) den Bus in die nächste größere Stadt, Arequipa auf etwa 2300m, zu nehmen. Dort angekommen fällt uns gleich auf, dass hier wieder Tourismus im Vordergrund steht, denn Arequipa ist berühmt für Alpaka-Wollprodukte und wird auch die weiße Stadt genannt, da viele alte Bauten mit weißen Steinen aus einem nahe gelegenen Steinbruch gebaut sind. Zum Glück leben wir gemeinsam mit einer Familie etwas außerhalb des Zentrums und es passt, wir kochen gemeinsam, lernen die lokalen Gegebenheiten kennen und so weiter. Die Tage verbringen wir meist in der Stadt, die alten Gebäude, die lokalen Märkte wie auch ein bisschen Geschenke shoppen ist angesagt. Die Zeit vergeht rasch und schon bald verlassen wir Arequipa mit einem Flieger nach Lima. Hier hatten wir kurz überlegt den Bus zu nehmen, aber nachdem der Flieger fast genau soviel gekostet hat und der Bus mehr als 16 Stunden braucht, hatten wir uns dann für den Flug mit Vivaperu entschieden. Der Zwischenstopp in Lima ist notwendig, da quasi alle günstigen internationalen Flüge in der „näheren“ Umgebung von dort aus starten. Wir entspannen uns zwei Tage, gehen etwas shoppen und holen auch das einige Monate zuvor abgelegte Sprachzertifikat ab. Danach geht es getrennt weiter, da ich ja zu Beginn einen Roundtrip Madrid – Bogota gebucht hatte, fliege ich weiter nach Bogota. Es ist schön wieder zurück zu kommen, es werden Geschenke eingekauft und Bekannte besucht, bevor es kurz danach mit dem Flug zurückgeht nach Madrid und dann weiter über München nach Salzburg.

Betrachte ich Südamerika rückwirkend, vermisse ich viele Leute und Orte von dort, aber auch der eine oder andere etwas brenzlige Moment war dabei. Bis auf einen Regenschirm ist uns nichts abhandengekommen und nichts großartig passiert. Das heißt aber nicht, dass wir nicht wachsam waren, bewusst etwas „heruntergekommen“ aussehen, auch die Entscheidung lokale Transportmittel untertags zu verwenden hat sicher das ihre dazu beigetragen. Von einem Nordsüd Gefälle an Freundlichkeit wie viele andere Reisende das berichten, kann ich nicht sprechen, wir wurden an vielen Orten freundlich empfangen, vor allem wenn wir es geschafft hatten etwas aus den touristischen Zentren zu entfliehen. An vielen Orten und zu vielen Festen haben wir das folgende Lied gesungen, was für uns sehr stark mit unserer Zeit in Südamerika verbunden ist.

Wenn ich auf meine drei Reisejahre zurückblicke, habe ich sehr viel erlebt und gesehen. Vieles davon kommt mir erst wieder so richtig in den Sinn, wenn ich alte Blogposts lese oder mir Fotos anschaue. Wenn ich dann etwas erzähle, ist das oft nur von einem Ort, eine kurze Geschichte oder Gegebenheit. Viele von euch haben mich gebeten doch einen Diavortrag zu halten, da bin ich noch am überlegen, wollt ihr das wirklich … ich bitte um ermunternde Zuschriften ;-), dann werde ich, vielleicht pro Land einen 1-2h Vortrag halten. Wer einen Überblick über die vielen Blogposts haben möchte bekommt diesen hier. Für alle Reiselustigen, welche länger unterwegs sein möchten habe ich einige Informationen hier zusammengestellt. Nun folgt die Darstellung der ganz grobe Reiseroute mittels einer tripline.net-Karte, die einzelnen besuchten Orte aufzuführen hätte bei weitem den Rahmen gesprengt. Details wenn benötigt bitte den Blogposts entnehmen oder mit mir das Gespräch suchen.

Anschließend möchte ich in wenigen Worte auf bereisten Ländern eingehen, welche große Unterschiede aufweisen. In Indien beispielsweise sollte man sich neben den guten und schlechten Gerüchen daran gewöhnen, dass oft kreative Wege gefunden werden, um etwas zu erreichen. Dieses „Schummeln“ dann als Volkssport zu bezeichnen geht hier zwar fast schon etwas zuweit, aber man trifft diese Situationen oft und in verschiedenen Bevölkerungsschichten an. Im Gegensatz dazu ist gerade die ärmere Bevölkerung sehr hilfsbereit und gastfreundlich, wenn auch das Essen oftmals einen unerwünschten „Nebeneffekt“ beinhaltet. Von der Sprache her sind einige Phrasen in der lokalen Sprache Pflicht, ob das Bengali, Tamil, Hindi oder sonnst was ist, nur English zu sprechen ist etwas zu wenig und die wenigen Phrasen die man dann in der lokalen Sprache spricht öffnen viele Türen, Mitfahrgelegenheiten und so weiter. Generell gibt es in Indien viel körperliche Nähe im Alltag, so werden Busse oder Züge gemeinschaftlich und sehr dicht genutzt. Das Bild der Frau ist in den Kopf der indischen Männer oftmals ein sehr verzerrtes, hier sollte man etwas vorsichtig sein, downdressing ist angesagt und die eine oder andere Gepflogenheit der lokalen Damen zu übernehmen hilft. Reisebudget in Indien würde ich als günstig bis sehr günstig einstufen. In China ist ein bisschen Chinesisch Pflicht und für jemanden, der bereits Deutsch kann mit der Aussprache nicht so wirklich kompliziert, versucht es! Die Infrastruktur ist top, das was man aus Europa so kennt, wirkt langsam und armselig. Auch die Gastfreundschaft ist unglaublich, so etwas findet man anderorts nicht so schnell. Natürlich sollte man sich auch auf einen permanenten Grundgeräuschpegel und die oft vorhandenen Luftverschmutzung einstellen. Preisniveau beim Reisen liegt etwas unter Europa bzw. kommt darauf an um was es sich handelt. Wen unberührte Natur erleben möchte ist in Neuseeland richtig. Sofern man sich abseits der Touristenhauptrouten bewegt sind auch die Einheimischen sehr nett. Das Wetter ist oftmals etwas rauer als bei uns, das wird durch die Nähe des Südpols erklärt. Canyoning ist möglich und interessant, aber in meinen Erfahrungen oft wasserreicher, abgelegener und meist kälter als bei uns. Reisekosten liegen etwa im selben Bereich wie in Europa. Die von mir besuchte Ostküste in Australien würde ich eher meiden, außer man will mit arbeits- und partywütigen Kindern umgeben sein, welche zum ersten Mal von zu Hause weg sind und dann natürlich die Sau rauslassen müssen. In Indonesien werden die Leute immer netter je weiter man sich von den Massen entfernt. Wenn man an einem Tag an einem kilometerlangen weißen Sandstrand nurmehr drei Leute sieht, dann weis man, man hat das Paradies gefunden. Nach dort oder auch von dort wegzukommen hat dann oft aber auch die eine oder andere Transportproblematik mit sich gebracht. Kostenpunkt, zwar nicht so günstig wie Indien aber immer noch günstig. In Kolumbien wurden wir vielerorts sehr warm und offenherzig empfangen. Wenn man dann erfährt, was da nach wie vor passiert, bewundert man das noch um so mehr. Natürlich sollte man etwas aufpassen und sich etwas nach den Ratschlägen der Einheimischen richten, wie zum Beispiel Nachts im Haus zu bleiben oder bestimmte Gegenden zu meiden. Das Reisen kostet in Südamerika generell weit unter europäischem Niveau, wenn man von internationalen Flügen absieht. In Peru sind mir vor allem die Städte in den Bergen ans Herz gewachsen. Die gute Mischung von Einheimischen, Zugewanderten und Touristen dort macht das zu einem bunten und lebhaften Treiben. Es gibt viele Optionen selbständig in den Bergen unterwegs zu sein, jedoch auch einige völlig überlaufene Touristenzentren, welche man besser meidet.

Wenn man das Reisebudget der letzten drei Jahre betrachtet, kommt man pro Tag auf einen Durchschnittswert in der Größenordnung von 40€. Eine Nachkalkulation im Detail habe ich unterlassen aber unterm Reisen in diversen Ländern eine grobe Kalkulation gemacht und mir Tageslimits gesetzt. So habe ich ohne Flüge zu berücksichtigen z.B. in Indien zwischen 10-15€ pro Tag gebraucht und in Spanien bereits rund 35-45€. Betrachtet man die Flüge genauer, welche einen großen Teil des Budgets ausmachen, habe ich für gut 50 Flüge zwischen 20 und 1200€ pro Flug bezahlt. Beim Fliegen kam es auch oftmals zu unerwarteten Problemen, von einem mehrfachen Landeanflug in einer kleiner Propellermaschine, 24h ungewollter Aufenthalt beim Warten auf den Anschlussflug, verlorenes Gepäckstück, welches Tags darauf wieder aufgetaucht ist oder auch einem Flugabbruch nach Triebwerksproblemen ist dann aber doch alles gut ausgegangen. Mein Gepäck hat sich im Laufe des Reisens etwas verändert, die finale Gepäckliste findet ihr hier. Wer mich kennt weis, dass ich oft und gern etwas tue und so natürlich auch auf Reisen. Ich habe mich mit Sprachen beschäftigt, neben wenigen Phrasen in den verschiedensten Sprachen habe ich vor allem Spanisch, Hindi und Chinesisch gelernt und auch Deutsch und Englisch unterrichtet. Das Arbeiten mit Holz war vielerorts gefragt, ob beim Fällen und Pflanzen von Bäumen oder beim Bauen von Unterkünften oder Möbeln, ich habe hier viel Neues gelernt. Auch als Elektriker war ich tätig, wobei mir die vorhandenen Sicherheitsstandards nicht wirklich zugesagt haben. In den Bergen war ich, sowohl selbst unterwegs aber auch als Guide für andere und auch in mehreren Bergsteigerkursen habe ich neues und auch veraltetes Wissen erfahren. Und natürlich als Canyoningguide, wobei ich so intensiv nicht mehr schluchteln möchte.

Meinen Blog www.schlucht.at wird es auch in Zukunft geben, aber vermutlich wird sich das gepostete Material eher den alltäglichen Themen widmen als dem Reisen. Der Newsletter wird ab sofort eingestellt, sprich es werden keine neuen Newsletter mehr verschickt. Die nächsten Tage und Wochen werde ich nutzen, um zu Hause anzukommen, mich einzuleben und wieder persönlich mit euch in Kontakt zu sein. Ab April werde ich wieder intensiver ins Arbeitsleben einsteigen, wer betreffend Job oder Wohnung etwas weiß lässt es mich doch bitte wissen. In diesem Sinn, Danke, dass ihr mich so zahlreich auf meiner Reise begleitet habt, auch wenn ich am anderen Ende der Welt war.

Euch allen Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch,
Max und BaoYu

Canyoning & Klettern in Salzburg

Im Juli 2014 mit Max, Marie, Dirk und Steffi

Eigentlich hatten wir uns nur zum Canyoning treffen wollen. Was daraus wurde hätte im Vorfeld niemand gedacht.

Zum Aufwärmen ging es in den Scharnbach bei Weißbach. Eine nette Schlucht mit vielen Abseilern. Ganz nach meinem Geschmack, so war auch schnell der mühselige Zustieg vergessen, der mal wieder etwas länger dauerte. Ich liebe Canyoning mit Expeditionscharakter.

Am nächsten Tag stand dann Klettern für alle im Klettergarten in Weißbach bei Lofer auf dem Programm. Auch Dirk, der anfänglich nicht sehr begeistert war, schlug sich tapfer und kämpfte sich die Wand hoch. Am Nachmittag ging es dann noch in den Fischbach im Heutal zum Canyoning. Im Regen umziehen. Igitt! Mensch war das kalt! Nach dem ersten Abseiler war alles vergessen, es hat richtig Spaß gemacht.

Da Max im Klettergarten in Weißbach die Grundlagen geschaffen hatte, hieß es auf nach Sankt Gilgen zum Plombergstein. Mehrseillänge! Hilfe! Viele Fragezeichen in den Augen lösten sich schnell auf und nach kurzer Zeit war nur noch genießen angesagt. So kletterten wir dann die Routen Taxus und Irma la Douce. Sehr einfache Routen, aber für den Einstieg genau das Richtige. Gut ausgesucht Max!

Eines steht fest. Es gibt nun für uns eine Alternative zum Klettersteig, die mir viel mehr Spaß macht. Mehrseillänge heißt das Ziel. Wir haben viel bei dir gelernt Max. Dankeschön! Mit vielen schönen Bildern im Kopf freue ich mich auf unser nächstes Treffen.

Hier auszugsweise einige Bilder zu den Touren:

Fischbach im Heutal

Eine nette kleine Tour, diesmal etwas mehr Wasser was das ganze um so interessanter macht. Das Wetter war leider brrr.

Scharnbach

In der Nähe von Schneizelreut, wieder Erwarten eine nette Tour, Zustieg am Schotterweg hinter Sägewerk beachten.

Plombergstein Taxus

Die alpine Anfängerroute schlechthin, gute Hakenabstände und gute Griffe runden das Klettererlebniss ab.

Plombergstein Irma la Douce

Eine weitere alpine Anfängerroute, auch bekannt als Sanduhrenparadies. Ideal um den Standplatzbau zu üben oder mobile Sicherungsmittel zu verwenden.

Der Altersbach – bei jedem Wetter ein Highlight

Heute ging es in den Altersbach – für alle in der Gruppe ein absolutes Neugebiet, außer natürlich für unseren Experten Max 🙂
Trotz Regenwetter war zumindest die Hälfte der Gruppe topmotiviert. So starteten wir um die Mittagszeit, nachdem der intensivste Regenschlag vorbei war. Die erste Wasserstandkontrolle am Schluchtausgang verhieß Gutes: Wassermenge top! Beim ca. 1-stündigen Aufstieg hatten wir gute Gelegenheit unsere Gelenke aufzuwärmen, der Regen verabschiedete sich nun ganz und wir genossen die ersten wunderschönen Ausblicke auf den Mondsee, eingebettet in die charakteristische Salzburger Berglandschaft. Nach Schoko-Teepause am Schluchteingang, ging´s dann endlich los – ab ins Wasser! Mit unseren zwei Guides (Max und Andi) waren wir drei Gäste bestens aufgehoben und vergnügten uns in kleinen vollgefüllten Gumpen, bis die ersten Abseiler anstanden. Insgesamt gibt es in der Schlucht um die 15 Abseiler, und das in allen Größenordnungen. Das absolute Highlight war der große Wasserfall – ca. 50m hoch und einfach atemberaubend! Zwischendurch gab es immer wieder super Ausblicke auf den Mondsee – siehe Gruppenfotos.
Insgesamt wieder mal eine sehr gelungene Canyoning-Tour, danke an die nette Gruppe und unsere Guides Max und Andi – die nächste Tour wartet schon 😉

Strubklamm, wie immer ein Genuss

Heute war es wieder mal soweit. Bestes Wetter, eine harmonische Truppe und eine tolle Schlucht, Herz was willst du mehr. Nach einem verspäteten Start ging es in die Strubklamm. Wir stiegen gleich hinter der Staumauer ein und erst nach der ersten Abkühlung kamen Materialkontrolle und Einweisungsgespräch dran. Der Bach war heute sauber wie schon lange nicht mehr, man konnte fast bei allen Sprüngen auf den Grund sehen, was das eine oder andere mal dann ein mulmiges Gefühl verursacht hat.

Einen neuen Sprung haben wir heute probiert, und zwar bei dem Becken bevor die kalte Quelle von links reinkommt kann man von links oben ganz gut springen. Entweder von ganz oben oder vorne von einer Kante. Ein weiterer potentieller Sprung  ist vor dem ersten 5m mit dem großen Pool links bei dem Vorsprung weiter hoch zu finden. Müsste man aber mit Seil sichern, eventuell setzt ja mal wer einen Haken.

Hier einige Eindrücke in Bildern, auf das GoPro Video bin ich schon gepannt. Um die Bilder in einer Slideshow anzuschauen mit „linker Maustaste“ anklicken, um einzelne Bilder in groß runterzuladen in der Slideshow den Link Download verwenden.